Schulausschuss Bassum

Stadt will Schließung verhindern

Die Grundschule Neubruchhausen steht vor ihrer Schließung. Grund: zu wenig Schüler. Die Stadt Bassum hat sich überlegt, was gemacht werden kann, damit es nicht zur Aufgabe kommen muss. Und das wird diskutiert.
30.06.2020, 16:59
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Stadt will Schließung verhindern
Von Tobias Denne
Stadt will Schließung verhindern

Beim gemeinsamen Sommerfest der Grundschule und des Kindergartens in Neubruchhausen hat Jona im vergangenen Jahr die Brücke des Kindergartens getestet. Der kleine "Bildungs-Campus" soll auch in Zukunft erhalten bleiben.

Michael Braunschädel

Bassum. Aufgeben, das will die Stadt Bassum nicht. Aber die Zahlen für die nächsten Jahre sprechen nicht wirklich für die Grundschule in Neubruchhausen, die als Außenstelle der Grundschule Mittelstraße geführt wird. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer, denn: Die Landesschulbehörde genehmigt derartige Konzepte nur so lange, wie es nötig ist. Im Fall Neubruchhausen: bis zum 31. Juli 2021. Um eine gezwungene Schließung zu verhindern, sprechen die Mitglieder des Schulausschusses in ihrer nächsten Sitzung über Lösungen.

Das größte Problem sind die Einschulungszahlen in den nächsten Schuljahren (bis 2025/26). Durchschnittlich werden elf Kinder in Neubruchhausen eingeschult. „Als Datenquelle dient das Einwohnermelderegister. Grundsätzlich bilden die jeweiligen Zahlen jedoch einen guten Anhaltspunkt für die Einwicklung der Schülerzahlen des jeweiligen Standortes“, lässt Robert Noatschk aus der Bassumer Verwaltung wissen. Für die Stadt Bassum wäre eine Schließung ein „Wort-Case-Szenario, da es im Bereich der Familienfreundlichkeit kaum in Einklang mit den Leitlinien der Stadt Bassum zu bringen wäre“. Die Stadt hat Zeit bis Mitte März 2021, dann muss die Verwaltung eine Stellungnahme an die Landesschulbehörde abgeben. Schon vor zwei Jahren musste für die Verlängerung der Genehmigung stark argumentiert werden. Ein zweites Problem ist, dass es mittelfristig keine neuen Baugebiete in dem Ort geben wird, also kein Zuzug zu erwarten ist. Das Angebot aus Krippe, Kita und Grundschule soll aber erhalten bleiben. Daher wurden auf einer Sitzung des Arbeitskreises Grundschulstruktur im Januar zwei Lösungen erarbeitet.

Die erste sieht vor, dass die Satzung der Stadt über die Festlegung der Schulbezirke neu gefasst wird. Heißt: Wenn jemand seine Tochter oder seinen Sohn in eine der kleinen Dorfschulen (Neubruchhausen, Nordwohlde) schicken möchte, sollte das unabhängig vom Schulbezirk möglich sein. Grünes Licht gibt‘s dafür schon mal von oben. „Nach Rücksprache mit der Landesschulbehörde ist diese Änderung in Ordnung“, berichtet Noatschk. Auch die Schulbeförderung sehe darin kein Problem. Sollten die Eltern im Bezirk Mittelstraße oder Petermoor wohnen, „dann ist die entsprechende Außenstelle der Stammschule vorrangig zu wählen“, betont Noatschk. Die Stadt erhofft sich davon, mehr Schüler nach Neubruchhausen zu bringen.

Als zweite Möglichkeit schlägt die Verwaltung vor, auf Gebühren für die Hortbetreuung zu verzichten. Die Grundschule in Neubruchhausen ist die einzige städtische, die keinen Ganztag anbietet. „Somit ist es den Erziehungsberechtigten freigestellt, ihr Kind zur Stammschule (Mittelstraße) zu schicken, um das Ganztagsangebot dort wahrnehmen zu können“, führt Noatschk weiter aus. Was dazu führt, dass Eltern ihr Kind in der Grundschule Mittelstraße einschulen. Kostenpunkt bei einer Aufhebung der Gebühren: 25 000 Euro pro Jahr. Die Stadt will an jedem Standort ein kostenfreies Nachmittagsangebot schaffen, die Landesschulbehörde hat mitgeteilt, dass kein Ganztag in Neubruchhausen eingerichtet werden solle. Das bedeutet, dass die Stadt nur mithilfe der wegfallenden Gebühren ein vergleichbares Angebot zum Ganztag bieten kann.

Einen Nachteil für Eltern, die ihr Kind im Bassumer Hort betreuen lassen, sieht die Verwaltung bei einer Aufhebung der Gebühren für Neubruchhausen indes nicht. Immerhin gibt es das Ganztagsangebot als Alternative – und das ist kostenfrei im Gegensatz zum Hort. Es zeigt sich: Die Stadt hat Neubruchhausen nicht aufgegeben und will es nicht tun. Noatschk stellt heraus: „In Neubruchhausen hat man erst vor zwei Jahren das neue Krippengebäude eingeweiht und dort einen hervorragenden kleinen ‚Bildungs-Campus‘ geschaffen.“


Die Sitzung des Schulausschusses ist öffentlich und findet am Dienstag, 7. Juli, ab 19 Uhr im Gasthaus Zur Post in Neubruchhausen, Hauptstraße 16, statt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Zahl der Einwohner, die teilnehmen können, auf zehn Personen begrenzt. Bis zum 7. Juli, 12 Uhr, können sich Interessierte unter der Telefonnummer 0 42 41 / 84 83 anmelden. Sollten bereits alle Plätze belegt sein, werden weitere Personen auf einer Warteliste aufgenommen und im Falle eines frei gewordenen Platzes kontaktiert. Ein Mund-Nase-Schutz ist zu tragen, Desinfektionsmittel werden am Eingang zur Verfügung gestellt.

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