Schulausschuss Bassum Mangelerscheinungen allerorten

Die Direktoren der Bassumer Grundschulen haben beim Schulausschuss der Stadt Bassum am Donnerstagabend ein alarmierendes Bild gezeichnet. Es mangelt an Personal und Räumen.
28.09.2022, 17:05
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Mangelerscheinungen allerorten
Von Micha Bustian

Bassum. Gerade einmal eine Stunde brauchte der Schulausschuss der Stadt Bassum für seine Sitzung am Donnerstagabend im Versammlungsraum des Nordwestdeutschen Schützenbundes. Lediglich für die Genehmigung des Protokolls musste abgestimmt werden. Der Rest der Tagesordnung hatte informativen Charakter. Neben den Bauarbeiten an den Grundschulen Bramstedt und Neubruchhausen ging es vornehmlich um die Ausrüstung an den Bassumer Grundschulen.

Grundschule Bramstedt: "Alles läuft wie geplant", sagte Erster Stadtrat Karsten Bödeker. Die Stadtverwaltung erwarte die Baugenehmigung für den Anbau mit je vier Klassen- und Differenzierungsräumen noch im Jahr 2022. Zum Jahreswechsel wolle die Verwaltung die Gewerke ausschreiben, im Frühjahr 2023 sollen dann die Bauarbeiten beginnen. Den Übergang will die Schulleitung um Direktor Tobias Baron ohne Mobilbau gestalten. "Doch auch das wird Geld kosten", stellte Bödeker klar.

Grundschule Neubruchhausen: An der Grundschule in Neubruchhausen wird zügig auf Ganztag umgestellt. Weil rechtzeitig eine pädagogische Fachkraft gefunden wurde, konnte der Ganztag von Beginn an begleitet werden. Das betrifft zurzeit acht Kinder. Im zweiten Halbjahr des laufenden Schuljahres könnten es allerdings mehr Ganztagsschüler werden. Der Grund dafür ist, dass der Hort zum Schulhalbjahreswechsel kostenpflichtig wird. Dann scheint es unausweichlich, dass einige Hortkinder aus Kostengründen in die Ganztagsbetreuung wandern werden. "Ganztagsschule und Hort arbeiten eng zusammen", hat Karsten Bödeker beobachtet.

Ausrüstung der Grundschulen: An der GS Petermoor gibt es weder Schulleiterin noch Stellvertreterin. Corda Friedrichson nennt sich "Vertreterin der kommissarischen Schulleitung" – ein Titel, den es gar nicht gibt. Die Schulleitung muss neu ausgeschrieben werden, Friedrichson hat laut eigener Aussage keine Zeit für Leitung und Verwaltung, "uns fällt hier alles vor die Füße". Entsprechend sei eine Überlastungsanzeige an die Landesschulbehörde herausgegangen. Zudem fehlt ein Klassenraum, auch an der Partnerschule in Nordwohlde. Dort hat Lehrerin Inga Feenders immerhin positive Aspekte ausfindig gemacht: "Die Kinder haben Lust auf Ganztag. Es lohnt sich, in diese wunderschöne Schule zu investieren."

Ebenfalls positiv: An der Grundschule Mittelstraße gibt es eine neue Direktorin. Ihr Name: Silke Wedekind. Doch auch sie monierte sofort, dass die Anzahl der Räume ebenso knapp sei wie die des Personals. Und auch Tobias Baron, Leiter der Grundschule Bramstedt, fühlte sich mit der Inklusion alleingelassen. Es fehle an Sonderpädagogen.

Generell zum Ganztagsbetrieb erklärte Julia Niemann von der Stadtverwaltung, dass es noch keine Förderrichtlinie für die Zeit ab 2026 gebe. Die Stadt Bassum will jetzt einen Abgleich der Schülerzahlen initiieren. "Wir prüfen, wohin die Reise gehen kann", sagt Niemann. In den kommenden Jahren werden Investitionen fällig, "die Zeit wird knapp".

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+