Sozialausschuss Bassum

Alternative steht parat

Mit der Umwandlung eines Naturrasenplatzes in einen Winterrasenplatz beschäftigt sich der Sozialausschuss Bassum in seiner nächsten Sitzung. Die wird wegen der Pandemie virtuell stattfinden.
05.01.2021, 16:48
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Alternative steht parat
Von Tobias Denne

Bassum. So richtig Gras ist über die Sache noch nicht gewachsen, obwohl der Rat der Stadt Bassum vor fast eineinhalb Jahren den Bau eines Kunstrasenplatzes abgelehnt hat (wir berichteten). Das wundert nicht, bleiben die Argumente doch aktuell: mehr Regenerationszeit für die Naturrasenplätze, eine längere Bespielbarkeit und dadurch weniger Ausfälle bei schlechtem Wetter und im Winter. Nun: Der Kunstrasenplatz ist vom Tisch, aber es tut sich mit einem Winterrasenplatz eine echte Alternative auf. Und mit diesem nicht ganz einfachen Thema eröffnen Verwaltung und Politik das Jahr 2021. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die kommende Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag, 14. Januar, ab 19 Uhr erstmals virtuell stattfinden.

Der Plan der Verwaltung ist, den Naturrasenplatz „C“ auf dem Gelände des TSV Bassum in einen Winterrasenplatz umzuwandeln. Das Projekt soll um eine Fluchtlichtanlage ergänzt werden, damit die Sportler von Herbst bis Frühjahr am späten Nachmittag und frühen Abend dort trainieren können und der Platz so optimal genutzt werden kann. Mastenstrukturen gibt es schon, es fehlt ein Mast und die LED-Beleuchtung. Nach Einschätzung des beauftragten Büros Rasen-Mehnert eignet sich der C-Platz wegen seiner Lage und des schlechten Untergrundes am ehesten. „Im Abschlussgespräch wurde deshalb auch der Austausch des Untergrundes gegenüber einem 'Aufbau' favorisiert“, berichtet Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko. Soll heißen: Nach dem Abtragen des Platzes wird eine Drainage eingebaut, Sandschicht, Rasentragschicht und Naturrasen folgen sowie eine Bewässerung. Der Vorteil laut Sitzungsvorlage: „Durch den wasserdurchlässigen Aufbau kann der Platz auch in der nassen Jahreszeit genutzt werden.“

Alles im grünen Bereich? Nicht ganz: Zwar ist so ein Platz länger bespielbar als ein normaler Naturrasenplatz, bei Schnee und Frost ist jedoch auch hier Ende im Gelände. Und die Folgekosten sind höher (mehr düngen, zweimal pro Jahr den Boden tief lockern und einmal besanden), aber – wie Lyko betont – vertretbar. In der Wachstumsphase ist er zudem zwei- bis dreimal zu mähen, da der geschnittene Rasen nicht liegen bleiben darf. Allerdings regeneriere er schneller, sodass die Sportler häufiger auf einem Winterrasenplatz spielen können als auf einem herkömmlichen Naturrasenplatz. Und mit der richtigen Pflege hält so ein Winterrasenplatz gleich mal 20 bis 30 Jahre.

Damit alle Vereine den Platz nutzen können, soll versucht werden, auch die anderen Sportplätze zu optimieren und in so einem guten Zustand zu erhalten, damit diese länger bespielt werden können. Zum Mähen und Düngen sollen die Entwässerungssituation und die Nachsaat stärker berücksichtigt werden. „Hierzu gehört auch eine alle zwei Jahre stattfindende Tiefenvertikutierung mit anschließender Sandverfüllung und Walzen“, beschreibt Lyko. Hinzu kommt unter anderem noch die Wühltierbekämpfung. „Ebenso wird darauf hingewiesen, dass ein gesteigerter Pflegeaufwand auf Dauer teurer als eine Sanierung kommt“, heißt es dazu in der Vorlage weiter.

Nun zu den Kosten: Auf Grundlage der Empfehlungen des Büros Mehnert schlägt die Verwaltung vor, zur Optimierung der Pflege der Sportplätze ein Tiefenlockerungs- und Belüftungsgerät (Kosten rund 45.000 Euro) im nächsten Jahr anzuschaffen. Mähroboter sollen, soweit noch nicht vorhanden, ebenfalls gekauft werden. 2022 wird Neubruchhausen als erster Verein einen bekommen. Die Kosten für die Umwandlung des C-Platzes belaufen sich auf knapp 260.000 Euro brutto. Trotz der guten Nachrichten für die Sportler hängt alles an den Förderungen. Denn, und das macht Lyko deutlich: „Ohne Förderung kann in Anbetracht der Tatsache, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt Bassum angespannt ist und es sich hier um eine freiwillige Aufgabe handelt, nicht umgesetzt werden.“ Verschiedene Anträge werden gestellt, die Realisierung des Projekts zur „Förderung des Sports als wichtigen Partner der öffentlichen Daseinsvorsorge“ hängt indes mit deren Bewilligung sowie der Genehmigung des Landkreises Diepholz hinsichtlich der Kredite zusammen.


Die Sitzung des Ausschusses für Soziales und Familie beginnt am 14. Januar um 19 Uhr. Einwohner können einen Einladungslink per Telefon oder Mail anfordern, um diese zu verfolgen und in der Einwohnerfragestunde Fragen zu stellen. Dazu melden sich Interessierte bei Simone Weßels (wessels@stadt.bassum.de; Telefonnummer: 0 42 41 / 84 83) oder Astrid Weidemann (weidemann@stadt.bassum.de; Telefonnummer: 0 42 41 / 84 81).

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