Squash

Ein Jahr fast ohne Wettkampf

Die Bassumer Squashspieler haben sehr unregelmäßig auf dem Court gestanden, waren aber auch nicht gänzlich untätig. Neu ist zum Beispiel das Vereinslogo.
21.12.2020, 04:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Auch am Amtsmannweg in Harpstedt ist Ruhe eingekehrt. Hier ist die sportliche Heimat der Squashspieler des Bassumer SC Shooting Birds. Eigentlich kann hier rund um die Uhr der Hochgeschwindigkeitssport in vier Wänden stattfinden. Aber was ist während der Corona-Pandemie schon normal? „Deswegen ist es im Moment sehr ruhig bei uns. Es passiert nicht viel“, sagt Andreas Tiemann von den Shooting Birds.

Mit seiner Mannschaft, der Oberliga-Truppe, die im Jahr 2019 die Meisterschaft feierte und erst in der Aufstiegsrunde den Sprung in die Regionalliga Nord verpasste, ist an einen Punktspielbetrieb dieser Tage ohnehin nicht zu denken. „Da hängen wir momentan noch total in der Schwebe. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, ob im neuen Jahr eine einfache Runde gespielt wird oder ob die Saison abgesagt wird. Man kann im Moment einfach nichts planen“, gibt es viele Unwägbarkeiten für Tiemann. An einen Re-Start sehr führ im neuen Jahr mag er so recht nicht glauben. „Das sehe ich im Moment nicht. Und auch wenn es wieder normal wird, wird es sicherlich nicht das Erste sein, dass man wieder Squash spielt.“

Auf die Tennisspieler, die ihrem Sport weiterhin unter Auflangen nachgehen dürfen, blickt Tiemann ohne Neid. Dabei ist die Grundausstattung mit Schläger und Ball doch eigentlich dieselbe. Aber es gibt auch einen entscheidenden Unterschied: Beim Squash nutzen beide Spieler das Feld gemeinsam, es gibt also keine klare Trennung in zwei Hälften wie beim Tennis. Die Akteure kommen sich beim Squash deutlich näher. „Die Ausgangslage ist eine andere“, kann Tiemann deshalb nachvollziehen, dass er und seine Mitspieler derzeit ausharren müssen, während in den Tennishallen noch der Ball fliegt.

Wettkämpfe fehlen

Wirklich in den Rhythmus sind die Shooting Birds in diesem Jahr nie gekommen. Nachdem sie im Frühjahr die Oberliga-Saison auf dem fünften Platz abgeschlossen und damit die Titelverteidigung deutlich verpasst hatten, folgte alsbald der erste Lockdown. Bevor es dann so richtig wieder losgehen konnte, war auch schon wieder Schluss. „Es ist sehr ungewohnt, dass man so lange keine Wettkampfsituation hatte, die man ja auch mag.“ Der Spaß am Wettkampf, aber auch das Adrenalin und der gemeinsame Einsatz für den Erfolg fehlen wohl nicht nur Tiemann. Auf dem Court standen die Lindenstädter nur selten. Viel zu selten für ihren Geschmack. Da geht es ihnen nicht anders als vielen anderen Sportlern.

Doch der Spiel- und Trainingsbetrieb ist nicht der einzige Aspekt, den Tiemann und Co. in den Blick nehmen. Da gibt es schließlich noch den Gesamtverein. Und dem geht es ganz gut. Oder wie Tiemann sagt: „Es läuft ganz gut.“ Zwar hätten die Shooting Birds für den Punktspielbetrieb keine zweite Mannschaft mehr gemeldet, „da nicht konstant genügend Spieler dagewesen wären“, doch die Gesamtstimmung in dem kleinen Klub ist gut. „Ich würde behaupten, dass im Moment die Stimmung wieder steigt. Viele sehnen sich danach, wieder Squash zu spielen und als Gemeinschaft und Verein wieder etwas zu machen.“ Der Zusammenhalt sei nach wie vor groß. „Bei uns kommt es auf jeden an. Wenn man sich lange nicht mehr trifft, dann merkt man schnell, wie sehr die anderen und der Sport fehlen.“ Einen Mitgliederschwund müssen die Shooting Birds also nicht befürchten.

Ein Dank an die Mitglieder

In Kontakt bleiben die Bassumer trotz des Lockdown. „Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, in der wir uns austauschen“, verrät Tiemann. Die Zwangspause haben die Shooting Birds auch dafür genutzt, ein neues Vereinslogo zu entwickeln. Das ziert mittlerweile seit einigen Wochen die Homepage und auch den Auftritt in den sozialen Medien. Eine Frischzellenkur in Zeiten der Ruhe. Darüber hinaus gibt es eine Überraschung für die Vereinsmitglieder, wie Tiemann verrät: ein T-Shirt mit dem neuen Vereinslogo. „Als Dankeschön, dass alle die Situation mittragen und uns die Treue halten“, wie er erklärt. Die Shooting Birds halten auch in schwierigen Zeiten zusammen.

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