Stadtradeln Bassum

Fast am Rasenmäher gescheitert

Bassums Starradler Alexander Grosser hat während des Stadtradelns drei Wochen lang kein Auto von innen sehen wollen. Bis er auf einmal in eine "kritische Situation" geriet.
29.06.2021, 17:45
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Von Wolfgang Sembritzki
Fast am Rasenmäher gescheitert

Alexander Grosser ist Starradler des diesjährigen Bassumer Stadtradelns. Er hat mehr als 1000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Michael Galian

Bassum. Bassums Starradler Alexander Grosser ist ein Versprechen eingegangen. Und hat es gehalten. Sein Ziel war es, während des Stadtradelns drei Wochen lang kein Auto von innen zu sehen. Bis auf eine "kritische Situation" hat er den Umstieg aufs Fahrrad auch bravourös gemeistert, berichtet er im Pressegespräch. 

Aber der Reihe nach: Rund zweimal um die Welt – in Zahlen 84.095 Kilometer – haben die Stadtradler heuer zurückgelegt und damit wesentlich mehr als im vergangenen Jahr (57.701 Kilometer). Insgesamt teilgenommen haben 315 Bassumer (2020: 218), teilt die Kulturbeauftragte der Stadt Bassum, Claudia Voss, mit. 26 Teams (2020: 21) trugen ihren Teil dazu bei, insgesamt rund zwölf Tonnen CO2 (2020: acht Tonnen) einzusparen. "Ein ganz erfolgreiches Event", findet Voss.

Der Anstieg der Teilnehmerzahl sei auch deshalb bemerkenswert, weil die Stadt kein zusätzliches Marketing betrieben und keine Sonderevents zum Stadtradeln veranstaltet hätte. Im Schnitt sei jeder Radler auf rund 266 Kilometer Strecke gekommen, wobei mancher nur pro forma angemeldet gewesen sei. Bürgermeister Christian Porsch möchte jedoch "die herausstellen, die kleinere Fahrten mit dem Auto vermieden haben", denn darum gehe es ja im Kern der Veranstaltung. Porsch trat selbst in die Pedale, etwa als gemeinsam mit einigen Kollegen zum Bürgermeistertreffen nach Kirchdorf fuhr. Am 16. Juli soll die Siegerehrung stattfinden, eine Abschlussveranstaltung mit allen Radlern werde es corona-bedingt jedoch nicht geben, so Voss.

Alexander Grosser, zum Starradler erkoren, hat es tatsächlich geschafft, von 24. Mai bis 13. Juni komplett aufs Auto zu verzichten. Seinen Arbeitsweg nach Bremen legte der Kirchenvorsteher mit dem Fahrrad zurück und will das auch weitgehend beibehalten. Sein Fazit: Das Auto hat er im Grunde auch überhaupt nicht gebraucht – auch wenn die Motivation aufs Rad zu steigen bei schlechtem Wetter natürlich zu wünschen übrig lasse. Positiv sei jedoch, dass man durch die morgendliche Tour hervorragend wach werde, bereits eine Sporteinheit hinter sich habe und durchaus auch kleinere Einkäufe problemlos erledigen könne. Für größere regt Grosser an, dass die Stadt Bassum doch über ein Lastenrad nachdenken könne. 

Für Grosser war das Stadtradeln ein voller Erfolg: Der Starttermin am Pfingstmontag sei ideal gewählt gewesen, da die Teilnehmer am Feiertag gleich loslegen konnten. Seine eigens gesteckten Ziele – jeden Tag aufs Rad zu steigen und insgesamt mehr als 1000 Kilometer zurückzulegen – hat er erreicht: Im Schnitt sei er zwischen 365 und 410 Kilometer pro Woche gefahren, seine längste Tagestour erstreckte sich auf rund 90 Kilometer. Meist war ihm auch der Wettergott hold: "Einmal bin ich zwar nass geworden, aber mein Einkauf ist trocken geblieben", erzählt er schmunzelnd.

Seine Abmachung, drei Wochen nicht ins Auto zu steigen, wäre jedoch beinahe an etwas ganz Simplem gescheitert: "Einmal wollte ich den Rasenmäher aus der Garage holen, an den komme ich aber nicht ran, wenn das Auto davor steht", berichtet er grinsend. Seine Frau habe ihm jedoch ausgeholfen und den Wagen herausgefahren. Grosser hat sein Versprechen also gehalten.

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