Stift Bassum Vielfalt für Blechbläser und Streicher

Es geht wieder los: Nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause findet im August wieder die Kammermusik im Stift Bassum statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Blechbläsern und Streichern.
23.07.2021, 16:39
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Vielfalt für Blechbläser und Streicher
Von Wolfgang Sembritzki

Bassum. Die Handbremse ist noch angezogen: Ja, es werde wieder Konzerte im Stift geben. Sofern die Corona-Pandemie es zulässt, erklingt am Sonntag, 8. August um 17 Uhr wieder die Kammermusik im Stift Bassum – aus Platzgründen dieses Mal in der Stiftskirche. "Kaiserliches Wien" ist das Motto dieses ersten Konzertes, verrät Organisator Stephan Steinkühler, der selbst mit an der zweiten Violine und zweiten Viola klanglich mitwirkt, im Pressegespräch.

Im Zentrum des diesjährigen Kammermusik-Programms stehe Musik für Blechbläser und Streicher. Mit dem Hornisten Ab Koster, seines Zeichens Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und ehemaliger Solohornist des heutigen Elbphilharmonie-Orchesters habe erneut ein führender Instrumentalist seines Faches gewonnen werden können, heißt es in einer Pressemitteilung des Stifts Bassum. Zusammen mit dem "Steinkühler Quartett" aus Bassum, bestehend aus Susanne Mai (erste Violine), Juliane Bremer (erste Viola), Sabine Steinkühler (Violoncello) und Stephan Steinkühler, präsentiert Koster Joseph Haydns Kaiserquartett, Mozarts Hornquintett und Johann Andreas Amons Hornquartett. 

Gerade das Kaiserquartett hat es Stephan Steinkühler angetan: "Haydn ist ein Witzbold", scherzt er über die spielerischen Interpretationen des österreichischen Komponisten. Steinkühler betont, dass es auch Anknüpfungspunkte für Interessierte gibt, denen der Zugang zu klassischer Musik eher fehlt. Die Melodie der deutschen Nationalhymne stammt nämlich ebenfalls aus dem Kaiserquartett. Haydn vertonte einst das Kaiserlied zur österreichischen Kaiserhymne. "Sehr innig und intensiv" sei die Melodie, so Steinkühler. Der Aspekt, dass die Musik als Nationalhymne genutzt wird, stehe dabei aber im Hintergrund. Vielmehr sei es die "musikalische Verarbeitung genialen Materials" durch Haydn, die das Stück ausmache. 

Eine Woche später, am 15. August, ebenfalls um 17 Uhr bieten Johannes Bartmann, Solotrompeter der Hamburger Symphoniker, Tobias Füller, Professor für Trompete an der Musikhochschule Lübeck, Michael Steinkühler, Soloposaunist der NDR-Radiophilharmonie, Markus Hötzel, Solotubist des Elbphilharmonie-Orchesters und erneut Ab Koster ein buntes und vielfältiges Programm. Die "nationale Spitze in ihren Instrumenten" habe sich hier laut Stephan Steinkühler versammelt. Der Fokus liege auf der Virtuosität der Musiker. Das Blechbläserquintett spielt unter dem Motto "Colours of Brass" Musik aus drei Jahrhunderten. Welche Stücke die Formation zum Besten geben wird, stehe noch nicht fest, so Steinkühler. Das werde in den Proben entschieden. Die Einzelstücke werden nicht zu lange dauern, jeweils rund drei bis vier Minuten.

Trotz aller Vorfreude, dass es endlich wieder losgeht, planen die Organisatoren Stephan Steinkühler und Äbtissin Isabell von Kameke vorsichtig. Derzeit steigen die Corona-Zahlen wieder, im vergangenen Jahr habe man die Konzerte nach 33 Jahren in Folge ebenfalls pandemiebedingt absagen müssen. "Wenn alles ins Wasser fallen sollte, muss es so geplant sein, dass die Leute nicht böse sind", sagt Steinkühler. Ab Montag, 26. Juli, sind die Karten in der Geschäftsstelle der Sparkasse Bassum erhältlich. Die Sparkasse und der Landschaftsverband Weser-Hunte fördern auch in diesem Jahr die Konzerte. Die Tickets kosten 16 Euro, eine Reservierung wird empfohlen, eine Abendkasse ist nicht vorgesehen. Sollten Karten übrig sein, würden diese dennoch vor Ort in den Verkauf gehen, so die Äbtissin. Um die coronabedingten Schutzmaßnahmen besser einhalten und trotzdem einer größeren Besucherzahl Platz bieten zu können, wurden die Konzerte vom Kapitelsaal der Abtei in die Stiftskirche verlegt. Bis zu 60 Personen können dadurch der Musik lauschen. 

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