Neuer Parkplatz am Stift Bassum

Alte Steine neu verlegt

Ein Kirchenplatz ist kein Parkplatz. Auch wenn er sich dafür anbietet. Das Areal vor der Bassumer Stiftskirche wurde umgestaltet. Autos haben dabei einen neuen Platz bekommen.
01.08.2021, 15:08
Lesedauer: 2 Min
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Alte Steine neu verlegt
Von Wolfgang Sembritzki
Alte Steine neu verlegt

Äbtissin Isabell von Kameke und Knut Laemmerhirt, Vorsitzender des Kirchenvorstands, stellten die neue Informationstafel auf dem Stiftshügel in Bassum vor.

Vasil Dinev

Bassum. Es ist eines der "kulturhistorischen Zentren" der Stadt Bassum, sagt Susanne Vogelberg, bei der Stadtverwaltung zuständig für Tourismus. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Anlage vor dem Haupteingang zur Stiftskirche ist in die Jahre gekommen – kaum verwunderlich, hat die geistliche Einrichtung doch schon rund 1200 Jahre auf dem Buckel. Eine Überholung des Areals war deshalb vonnöten – und ist nun abgeschlossen. 

Weiter aufgewertet wird die Anlage durch eine neue, große Informationstafel. Diese steht nur wenige Meter vom Haupteingang entfernt unter Bäumen und ist "gut begehbar" für alle Interessierten. Die größte Schwierigkeit – da sind sich alle beim Pressetermin Erschienenen einig – lag darin, die Informationen über das Stift geschickt zusammenzufassen. "Man denkt es nicht, wie schwer es ist, die Geschichte von 1000 Jahren nachzuzeichnen", so Vogelberg. Und das so, "dass es auch jemand lesen will", fügt Äbtissin Isabell von Kameke hinzu.

Tatsächlich durften die Beteiligten Redakteursarbeit in Reinform leisten. Schließlich mussten die vielen Informationen gesammelt, gewichtet und sprachlich in Form gebracht werden. Dazu bedarf es der Auswahl passender Bilder. Auch hier stellten sich die Fragen: Welche Bilder eignen sich am besten? Wie viele Bilder werden gebraucht? Und ganz am Ende muss alles Wichtige auf die Tafel passen, denn im Gegensatz zu Internetseiten ist auf dem Anschlagbrett der Platz begrenzt. "Das richtige Maß von Bild und Text ist die Kunst", fasst Bürgermeister Christian Porsch die Arbeiten zusammen. Nach Ansicht aller Beteiligten ist das auch gelungen. 

Die Vorderseite der Infotafel fasst nun mit ansprechenden Bildern auch vom Inneren des Stifts dessen Geschichte. Auf der Rückseite finden sich Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in und um Bassum. Vor allem, so der Bürgermeister, sei das etwas für Radfahrer, die es auf touristischer Tour in die Stadt verschlage und die dort einen Zwischenstopp einlegten. Gerade E-Bike-Fahrer, die ihr Gefährt aufladen müssten, hätten dann auch die Zeit, sich ein wenig über die Lindenstadt und umzu zu informieren. Eine weitere Attraktion auf der Rückseite: ein Lageplan der Sehenswürdigkeiten. "Wir wollten da nicht nur einen Katasterauszug anbringen", so Vogelberg. Deshalb habe man Karin Rosenbaum zu Rate gezogen, die eine künstlerische Karte von Bassum und seiner Umgebung gefertigt hat. "Ansprechend auch von Weitem" sei das Gesamtprojekt, so die Äbtissin.

Nur noch von Weitem lassen sich vom Haupteingang der Stiftskirche aus künftig auch Autos beobachten. Von der Straße Am Kirchhof aus lässt sich der Vorplatz der Kirche künftig nicht mehr befahren, Poller versperren den Weg. Um den Weg für Kirchgänger, die mit dem Auto kommen, dennoch kurz zu halten, gibt es nun einen neuen Parkplatz ein Stück den Stiftshügel hinunter. Dort habe die Kirchengemeinde Bassum ein kleines Grundstück "zu einem freundschaftlichen Preis" der Stadt abkaufen können, erklärt Knut Laemmerhirt, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Die alte Pflasterung auf dem Areal war über die Jahre abgesackt und ohnehin nicht für den Straßenverkehr ausgelegt. Nun wurden die alten Steine neu verlegt.

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