Tag der Regionen Hier Schweine, dort Technik

Beim Tag der Regionen in Bassum und Umgebung wurde den Gästen eine große Vielfalt demonstriert. 70 Anbieter tischten an 24 Standorten ordentlich auf – von Schweinen bis zur Technik.
26.09.2022, 13:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Otto Kirmse / kir

Bassum. Zahlreiche Akteure zeigten am Tag der Regionen unter dem Motto „Kurze Wege – große Wirkung“, was die Region an Stärken zu bieten hat: Landwirte, Handwerker, Kulturschaffende, Gastronomen und Dienstleister gemeinsam mit Verbänden, Kirchengemeinden und Kommunen wollten die Menschen über regionale Produkte und Dienstleister informieren. So zu lesen im Vorwort des umfangreichen Veranstaltungskalenders. An 24 Standorten waren die Türen geöffnet für die vielen Besucher, nicht nur in Bassum, sondern auch an vielen Orten drumherum.

Ein vielfältiges Erleben bot der Hombach-Hof in Nordwohlde. Querbeet über die Wiese ging die Gästeführung mit Hofbetreiber Markus Kattau. Das erste Ziel waren die Schweine. Den zahlreich erschienen Gästen, darunter sehr viele Familien mit ihren meist noch kleineren Kindern, wurde am offenen Stall erklärt, wie man sich hier eine gute, tiergerechte Haltung vorstellt. Die Schweine haben hierbei eine großzügige Einschüttung mit Stroh, in das sie sich hineinwühlen können. Auch wird einiges Stroh von den Tieren gefressen. Ab und zu muss die Stroheinschütte aus dem Stall entfernt werden, um die inzwischen eingemengten Ausscheidungen für die Bodendüngung gewinnen zu können.

Dies sei ein wichtiger Bestandteil eines geschlossenen Biokreislaufs auf dem Hof, erläuterte Markus Kattau. Die Ferkel zur Zucht stammen aus verschiedenen Kreuzungen regionaler Landwirte. Man hoffe, dass am Ende der Kunde beim Einkauf des Fleisches die erhöhten Kosten dieser Form der Tierhaltung mit einem höheren Preis als dem der Massenzuchtprodukte honoriere.

Tiergerechte Haltung

Weiter ging es zu den Rindern. Auf einer großen Weidefläche grasten die Kühe in einiger Entfernung. Die hier gehaltenen Angus-Rinder seien besonders robust und könnten das ganze Jahr über auf der Weide gehalten werden. Dies sei ihnen als Züchtern wichtig, denn so könne es gelingen, besonders gutes Fleisch von sehr gesunden Rindern zu bekommen. Die Kälber blieben immer bei ihren Müttern auf der Weide – ein weiteres Merkmal für eine tiergerechte Haltung.

Schließlich konnte man einer großen Zahl an Hühnern im Gehege des Hühnermobils beim Scharren zuschauen. Der Vorteil eines mobilen Stalles liege auf der Hand, konnte man erfahren. Da die Hühner sehr viel von dem Gras des Freilandes fressen, sei es nötig, den Stall häufig auf neue Grasflächen um zu stellen. Das Gras ist der entscheidende Nahrungsfaktor für eine kräftige Gelbfärbung des Eidotters, denn es enthält das natürliche Beta-Carotin. Nach der Führung gab es etliche Info-Stände zu verschiedenen Themen der Natur und der Tierhaltung, und auch die Angebote an verschiedenen Leckereien wurden gerne angenommen. Ein kleiner Regenschauer konnte niemandem die Laune auf dem Hombach Hof verderben.

Computergesteuerte Fräsmaschinen

Hoch entwickelte Technik wurde als Kontrastprogramm in der Metallwerkstatt der Delme-Werkstätten in Bassum vorgeführt. Dort werden aus einfachen Metallrohlingen von computergesteuerten Fräsmaschinen komplexe Formen hergestellt. Die hier eingesetzten Maschinen führen die Rohlinge selbst zu und können die erforderlichen Werkzeuge zum Bohren und Fräsen auch automatisch wechseln. Mit diesen Anlagen kann man sogar ohne menschlichen Eingriff über ein ganzes Wochenende die Produktion nach Vorgaben des Kunden laufen lassen. 32 Personen finden aktuell in der Werkstatt Beschäftigung an verschiedenen Maschinen und für vielerlei spezielle Aufträge. Wie Philipp Müller aus dem Führungsteam gerne erläuterte, habe man erfreulicherweise viele Aufträge aus der Industrie, man könne die Nachfrage kaum noch bewältigen und denke an Expansion. Es scheine sich abzuzeichnen, dass die Industrie wieder auf lokale Produzenten setzen wolle, die Herstellung in Fernost sei nicht unbedingt die günstigste Lösung. In direkter Nachbarschaft finden sich im Industriegebiet Auftraggeber aus den Bereichen Anlagenbau für die Lebensmittelindustrie, der Automobilherstellung, der Windkraftenergie und dem Solaranlagen-Bau.

In der Textilwerkstatt zeigten geschickte Frauen an den Nähmaschinen ihre Fertigkeiten bei der Herstellung verschiedenster Textilien wie Säckchen für die Verpackung von hölzernen Spielsteinen. Die zahlreichen Besucher der Delme-Werkstätten konnten sich einerseits umfangreich die Produktion erläutern lassen oder andererseits sich Zeit nehmen, um sich von dem vielfältigen Angebot an leckeren Imbissen in Speisesaal und Bistro zu bedienen.

Kaffee und Kuchen waren eindeutig die Hauptwahl der Besucher des Dorfmarktes des Sozialverbands Deutschland in Neubruchhausen. Man saß gemütlich an den Bänken und Tischen beisammen und nutzte die Gelegenheit zu ausführlichem Gespräch. Die zahlreichen liebevoll ausgerüsteten Stände mit vielerlei selbst hergestellten Angeboten wie Strickwaren, Marmeladen, Säfte, Liköre, Rucksäcke und Taschen, Kränze und Blumengestecke, Tiffany-Glas-Mobiles und Honig fanden eine eher nicht so große Nachfrage.

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