Vergissmeinnicht Nordwohlde

Klein, aber fein

Vor vier Jahren feierte der Dorfladen in Nordwohlde seine Eröffnung. Angelika Schultze suchte nach einem Geschäft und fand es direkt im Ortskern. Seitdem kommen die Besucher auch mal von weiter weg.
29.07.2020, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Dorit Schlemermeyer
Klein, aber fein

Marina Horstmann (links) bereitet gemeinsam mit einer Mitarbeiterin die Frikadellen vor, bevor die Kunden kommen.

Vasil Dinev

Bassum-Nordwohlde. Er ist klein, aber fein: der Dorfladen von Angelika Schultze. Und die Nordwohlder sind dankbar, dass sie ihn haben. So wie die Fischers: "Wir sind Stammkunden und besonders zu Corona-Zeiten waren wir froh, dass wir dort einkaufen konnten“. Schultze kontert: „Wir mussten ja zum Glück nicht schließen, haben aber natürlich entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen.“ So gehen die Kunden vorne durch die Ladentür rein, werden dann in einer Einbahnstraße zur Ladentheke geleitet und verlassen das Geschäft durch den Hinterausgang.

Seit 2016 gibt es das „Vergissmeinnicht“, so der Name. „Als meine Kinder aus dem Haus waren, habe ich nach einer Tätigkeit gesucht. Bei einem Treffen mit Freunden in Edinburgh entdeckte ich einen Laden und konnte mir vorstellen, selbst so ein Geschäft zu führen mit einem ähnlichen Sortiment", schildert Angelika Schultze den Werdegang. Wieder zurück, machte sie sich an die Planung. „Ich bin durch die Gegend gefahren und habe mir Ladenlokale angesehen und das leer stehende Geschäft hier im Dorfmittelpunkt hat mir sofort gefallen“, erinnert sie sich. Allerdings war bis zur Eröffnung noch einiges zu leisten: „Hier war ja nicht mehr viel vorhanden." Es habe zwar eine Ladeneinrichtung existiert, aber die sei nicht mehr zeitgemäß gewesen und habe vor allem nicht zu einem Café gepasst. "Ich habe eine neue Ladeneinrichtung gebraucht und musste viel renovieren.“

Gestöbert werden kann im "Vergissmeinnicht" an der Nordwohlder Dorfstraße natürlich auch. Frühstück ist aber ebenfalls möglich.

Gestöbert werden kann im "Vergissmeinnicht" an der Nordwohlder Dorfstraße natürlich auch. Frühstück ist aber ebenfalls möglich.

Foto: Vasil Dinev

Fast ein Jahr hat die Instandsetzung gebraucht, aber 2016 konnte die rührige Geschäftsfrau dann ihren Laden eröffnen. Und wurde positiv überrascht vom Andrang gleich am ersten Tag. „Ich hatte nur am Tag zuvor ein Schild vor den Laden gestellt und trotzdem kam gefühlt das ganze Dorf.“ Auch das wohl ein Ausdruck der Freude über die Wiedereröffnung des Dorfladens. Er wartete zudem mit neuen Spezialitäten auf wie einem Frühstücksangebot – das wegen der Corona-Pandemie bis zum Juni ausfallen musste, aber jetzt in eingeschränktem Maß wieder wahrgenommen werden kann. Die Besucher können sich also wieder auf die selbst gemachten Brotaufstriche, Marmeladen und frische Brötchen freuen. Für die selbst gemachten Delikatessen kommen Besucher sogar von weiter her.

Die Kunden schätzen die selbstgemachten Marmeladen und Brotaufstriche, die es im Dorfladen zu kaufen gibt.

Die Kunden schätzen die selbstgemachten Marmeladen und Brotaufstriche, die es im Dorfladen zu kaufen gibt.

Foto: Vasil Dinev

Mittlerweile hat Schultze sogar sechs Angestellte. „Weil wir eben vieles selbst machen“, so ihre Begründung. So wie Frikadellen, die Spezialität einer Mitarbeiterin. „Ein Ehepaar, das schon über 90 Jahre alt ist, kommt extra jeden Freitag zum Eintopfessen“, erzählt Schultze. Auch der wird von der Frikadellen-Expertin gekocht und erfreut sich nah und fern großer Beliebtheit. So wie auch andere Produkte regionaler Anbieter: Suppen und Eintöpfe vom Wesselhof, Aufstriche, Marmeladen, Gelees und Sirupe vom Hof Bockhop.

Wurstspezialitäten kommen vom Twistringer Fleischer Behrens, Pleus sorgt für Fleisch- und Grillwaren von regionalen Schweinen, das speziell beim Frühstück sehr beliebte Hackepeter liefert die Firma Guder aus Seckenhausen – so wie Bäcker Meyer aus der Kirchstraße in Bassum Brötchen und Brot. Zwischen fünf verschiedenen Frühstückangeboten können die Gäste seit dem 2. Juni wählen: „Süßes Frühstück“, „Vergissmeinnicht“, „Vergissmeinnicht spezial“, „Käsefrühstück“ und „Fit-und-gesund-Frühstück“.

Klein und fein: der Dorfladen in Nordwohlde wirkt nicht nur hell und freundlich. Die Mitarbeiterinnen sind es auch.

Klein und fein: der Dorfladen in Nordwohlde wirkt nicht nur hell und freundlich. Die Mitarbeiterinnen sind es auch.

Foto: Vasil Dinev

Und damit nicht genug. In Dorfmarkt und Landstube, so die offizielle Bezeichnung, bietet Angelika Schultze auch Kommissionsware an: handgefertigte Glückwunschkarten und Babyschühchen, Taschen aus Wachstuch und jetzt sogar Mund- und Nasenmasken, die eine Nordwohlderin selbst näht und den Erlös dann ans Rote Kreuz spendet. Außerdem können Kunden auch Geschenke vorbestellen, die dann liebevoll verpackt an ihre Empfänger ausgeliefert werden. „Wenn jemand seinen Geburtstag hier feiert, geben wir sogar ein Ständchen“, erzählt die Ladeninhaberin, die mittlerweile in Nordwohlde fest verwurzelt ist.

Dorfmarkt und Ladenstube sind an sieben Tagen geöffnet, sogar sonntags von 8 bis 10.30 Uhr. Jeden ersten Sonntag im Monat gibt im „Vergissmeinnicht“ Frühstück; dann hat das Geschäft sogar von 8 bis 12.30 Uhr offen. Genaue Öffnungszeiten finden sich auf www.nordwohlde.de.

Mit Liebe zum Detail ist das Geschäft eingerichtet.

Mit Liebe zum Detail ist das Geschäft eingerichtet.

Foto: Vasil Dinev
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