Tennisclub Bassum Auf neuem Teppich gen Zukunft

Vier Jahre hat es gedauert, nun sind die Bauarbeiten abgeschlossen: Der Tennisclub Bassum hat seine restaurierte Halle eingeweiht.
12.09.2021, 13:40
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Von Dominik Albrecht

Bassum. Normalerweise ist es Tabu, die Hallenplätze eines Tennisvereins mit  Straßenschuhen zu betreten. Am Sonntagnachmittag machte der TC Bassum aber eine großzügige Ausnahme. Von meterlangen Bahnen Flies geschützt, begrüßte der Tennisvorstand seine Gäste zur feierlichen Wiedereröffnung der Tennishalle an der Industriestraße. Der Geruch des frisch verlegten Bodens und gestrichenen Wänden lag noch in der Luft. Gepaart mit dem Duft des Aufbruchs sowie einer gehörigen Briese Erleichterung und Stolz.

Der Start dieser langen und von vielen Gesprächen und Schweiß geprägten Reise liegt vier Jahre zurück. Holger Frese übernahm den Vorsitz des TC Bassum. „Die Jungs aus meiner Tennisgruppe meinten, das wäre doch was für dich“, erinnerte sich Frese. Neu im Amt mahlten die Zahnräder in seinem Kopf. Was kann man für die Mitglieder Gutes machen? „Wir wollten nicht nur verwalten, sondern aktiv werden.“ Ein Dorn im Auge waren ihm vor allem die Eimer, die über die Halle verteilt standen. Bisweilen seien dies 20 bis 40 Stück gewesen. Gefüllt nicht mit Trainingsbällen, sondern mit Wasser, das durch die Hallendecke tropfte. „Je nach dem, wie der Wind stand und es aufs Dach reinprasselte.“

Über mehrere Jahre wurde beraten, Angebote eingeholt, sich mit der Stadt Bassum ausgetauscht. „2019 wurde Stephanie Tamtelen Schriftführerin und hat tatsächlich einen Investor gefunden, für den die Dachfläche interessant war“, freute sich Frese. Nach Klärung aller Formalien begannen im August 2020 die Arbeiten. Knapp 110.000 Euro wurden im Tausch gegen eine neue Verkleidung, einen restaurierten Giebel, ein neues Dach und eine Fotovoltaik-Anlage fällig. Zur Finanzierung griffen eine Münchner Firma, der Kreissportbund (KSB) und die Stadt Bassum unter die Arme. Ohne diese Unterstützung hätte man sich das Unterfangen nicht leisten können und die Voraussetzungen für alle anderen Arbeiten wären weggefallen. „Wenn das Dach nicht gewesen wäre, hätten wir die Halle an die Stadt zurückgegeben – das war wirklich die Überlegung“, verdeutlichte der Vorsitzende in einem anschließenden Gespräch.

„Das war der erste Teil – jetzt kam das Innendrinnen“, leitete er derweil über zur nächsten Baustelle. Der Hallenboden hatte satte 29 Jahre auf dem Buckel, war arg ausgetreten und daher kein Fest für die Knochen. „Wir sind auf dem Beton gelaufen. Das war für einige nicht erfreulich, die dadurch Hüft- und Rückenschmerzen bekommen haben“, konnte der Tennisspieler auch aus eigener Erfahrung berichten. Malerarbeiten, neue Fiesen für die Umkleiden, neue Sanitäranlagen schlossen sich an. Bewegungsmelder verhindern, dass in den Kabinen Tag und Nacht Licht brennt. Noch bis zum Sonnabend seien die letzten Arbeiten durchgeführt worden, was ohne eine Vielzahl an Helfern nicht möglich gewesen wäre. Wieder wurde die Kasse um rund 100.000 Euro geschröpft. Zuschüsse gab es diesmal vom Landessportbund und erneut von der Stadt Bassum. Werbepartner an der Hallenwand sichern immerhin Einnahmen für die Jugendabteilung.

Und dem Nachwuchs sollen all diese Arbeiten auch vorrangig zugutekommen.  „Wir machen das nicht für uns, sondern für die zukünftige Generation“, hielt Frese fest. Eine Einstellung, die Frese auch lebt, wie Stephanie Tamtelen noch einmal selber bekräftigte. Seit sie 2019 dem Vorstand beigetreten sei, habe sie immer nur eines von Holger Frese gehört: „Wir müssen in die Zukunft investieren, wir müssen was tun.“ Der Vorsitzende habe den Vorstand stets „an und manchmal in den Wahnsinn getrieben“. Doch Frese habe seinen Worten auch Taten folgen lassen. „Er war ganz oft beim Bürgermeister, hat Gespräche mit dem KSB geführt und war die vergangenen Monate täglich in der Halle und hat die Arbeiten begleitet. Ohne ihn würden wir nicht in dieser Halle sitzen“, zählte Tamtelen auf.

Die nächsten Projekte stehen schon auf der Liste: „Unsere Hauptplätze für die Freiluft-Saison sind am Schützenplatz, hinter der Halle hier haben wir noch einmal zwei Plätze“, skizzierte Frese. Die Überlegung sei nun, alles an der Industriestraße zusammenzuführen. „Hier ist immer Jugendtraining, am Schützenplatz spielen die Damen- und Herren-Mannschaften. Wir haben im Moment zwei Vereine, und das möchte ich nicht“, steht für Frese fest. Wann es losgeht, ist noch offen. „Das ist eine Geldfrage, das können wir uns im Moment nicht leisten.“ 

Nachdem Präsente als Lohn für die Harte Arbeite ausgetauscht wurden, sollten es wenige Minuten später stattdessen die gelben Filzbälle sein, die sich auf den Weg machten. Florian Hartje vom TC Barrien traf in einem Show-Match auf Maxim Triller. Ein 20-maliger Bezirksmeister traf auf die Nummer 573 der deutschen Rangliste.

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