Tag des offenen Denkmals Tief unter die Erde und hoch hinaus

Vier Denkmäler präsentieren sich in Bassum und umzu am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Von der Stiftskirche über das Warnamt II bis zum Verlies der Freudenburg gibt es einiges zu sehen am 8. September.
04.09.2019, 10:17
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Tief unter die Erde und hoch hinaus
Von Tobias Denne

Bassum. Wussten Sie, dass bei einem Atomkrieg selbst der Bürgermeister vor dem Warnamt II vor verschlossener Tür gestanden hätte? Oder dass eine Urkunde Kaiser Ottos I. aus dem zehnten Jahrhundert im ersten Obergeschoss des Verlies‘ an der Freudenburg in einer Ausstellung steht? Gut, eine Kopie zwar – aber auch archäologische Fundstücke aus vorchristlicher Zeit sind dort zu finden. Und das sind nur zwei Angebote, die der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr in Bassum für Interessierte bereithält. Unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ öffnen diesmal am Sonntag, 8. September, in der Zeit von 13 bis 17 Uhr gleich vier Bassumer Denkmäler ihre Türen.

Kleine Ausnahme: das nicht so kleine Warnamt II in Helldiek. Mirko Krumm, Vorsitzender des Vereins Bassumer Warnamt II, und seine Kollegen lassen Besucher von 10 bis 18 Uhr in den Atomschutzbunker, der in der Zeit des Kalten Kriegs im Ernstfall 200 Menschen für rund einen Monat hätte versorgen können. Darüber hinaus waren die Mitarbeiter, die dort tätig waren, für das frühzeitige Warnen verantwortlich. „Letztes Jahr standen schon um 9.30 Uhr die Menschen vor der Tür“, erinnert sich Krumm an die Premiere. Insgesamt waren rund 400 Besucher unter Tage und schauten sich den Bunker an, den Krumm und andere Vereinsmitglieder wiederherstellen. Dann können Interessierte sehen, wie der Arbeitsalltag für die Mitarbeiter ausgesehen hat. „Am Sonntag kann man sich frei im Bunker bewegen. Außerdem bieten wir Führungen an“, kündigt Krumm an. Außerdem werden zwei Mitarbeiter des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erzählen, wie in der heutigen Zeit derartige Warnungen behandelt werden. „Wir haben endlich die große Glaskarte im fast fertigen Einsatzraum aufgerichtet“, können laut Krumm auch Menschen vorbeikommen, die den Bunker schon mal gesehen haben. Man sollte nur warme Kleidung und festes Schuhwerk mitnehmen. „Es sind konstante elf Grad im Bunker“, versichert Mirko Krumm. Gleichzeitig feiert die Prinzhöfte-Schule nebenan ihr Sommerfest, sodass es Kaffee und Kuchen gibt.

Während das Warnamt II zum zweiten Mal beim Tag des offenen Denkmals dabei ist, ist die Stiftskirche ein echter Dauerbrenner. „Die Kirche ist von Anfang an dabei. Die Gästeführer seit etwa fünf oder sechs Jahren“, erzählt Bodo Heuerman, der Gäste zweimal (14 und 15 Uhr) mit auf den Kirchturm nimmt. „Es gibt viele Menschen, die waren noch nie oben“, weiß der Gästeführer. Aber Obacht: Man muss rund 100 Stufen erklimmen. Oben angekommen wird er über die Geschichte der Kirche und vor allem den Blitzeinschlag von vor 222 Jahren berichten, dem die Glocken zum Opfer gefallen sind. Im Erdgeschoss der Kirche können Interessierte die Gästeführer über die Stiftskirche ausquetschen. „Außerdem gibt es eine kleine Führung“, verrät Heuermann.

Direkt nebenan bauen die Rainbow Gospel Singers einen musikalischen Flohmarkt auf. „Wir haben das im Frühling schon mal gemacht und wurden angesprochen, ob wir das nicht wiederholen mögen“, erzählt Ina Rapelovski von den Gospel Singers. Neben allerlei Kuriositäten, die sie und ihre Chorkollegen im evangelischen Gemeindehaus präsentieren, bieten sie auch draußen Kaffee und Kuchen an. Natürlich wird auch das eine oder andere Lied präsentiert. „Man kann ein wenig verschnaufen, bevor es dann zu den nächsten Denkmälern geht“, gibt Susanne Vogelberg von der Stadtverwaltung einen Ausflugstipp.

Eines der Ziele könnte nämlich die Freudenburg sein. Dort erwartet Christine Franzke von den Gästeführern die Besucher, um ihnen bei einer Führung die Geschichte der Freudenburg ein wenig näher zu bringen. Außerdem wird das Verlies geöffnet. „Noch ist es nicht so, wie wir uns das vorstellen, aber wir haben schon saniert und frisch gestrichen“, soll laut Susanne Reichelt im ersten Obergeschoss eine Dauerausstellung über die Historie des Anwesens auf Gäste warten. Zwar dauert das noch ein wenig, aber Ausstellungsstücke können trotzdem bewundert werden. Im Keller können Mutige einen Blick in die Zelle werfen.

Nicht allzu viel Angst sollte man bei der Wassermühle in Neubruchhausen haben. Denn dort wird es laut, wenn der Mühlenverein nicht nur die Mühle öffnet, sondern auch den ganzen Stolz, den alten Herforder Motor, mal wieder in Bewegung setzt und Interessierten zeigt.


Weitere Infos mit einer Karte gibt es auf der Seite www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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