Umweltschutz Bassum räumt auf

"Bassum räumt auf" heißt die Aktion der AWG in der Woche vom 21. bis zum 27. März. Über eine Woche sollen Einzelpersonen, Kleingruppen oder Familien ausrücken und der Natur etwas Gutes tun.
16.03.2022, 13:43
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Bassum räumt auf
Von Micha Bustian

Bassum. Da liegt sie nun, die Papiertüte eines Fast-Food-Restaurants. Leer gegessen und fern der Heimat. Geschätzte 1,27 Meter entfernt ist neben einer Sitzbank ein Mülleimer platziert worden. Doch Papiertüte und Mülleimer zusammenzubringen, dazu hat es anscheinend nicht gereicht. Wieder einmal. Das gleiche Problem tritt auch im Zusammenhang mit FFP2-Masken und Zigarettenkippen regelmäßig auf. Und genau deshalb gibt es Aktionen wie "Bassum räumt auf".

Früher sind zu solchen Anlässen Hunderte an einem Tag ausgerückt. Coronakonform ist aber anders. Deshalb hat die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) aus dem einen Sammeltag eine ganze Sammelwoche gemacht. Der Startschuss erschallt am Montag, 21. März, Abpfiff ist am Sonntag, 27. März. Umweltspaziergänge sollen in diesem Zeitraum gemacht werden, so stellt es sich die AWG vor. Allein, mit Kindern, mit der Familie. Im kleinen Rahmen. "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", sagt Reinhild Olma von der Agendagruppe Bassum.

Wobei die Teilnehmer nicht einmal eigenes Equipment mitbringen müssen. Die AWG sorgt für Warnwesten, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Mülltüten werden an die Umweltschützer ausgegeben, Handschuhe auch. Nur Greifer, die gibt es diesmal nicht. "Die sind zu schnell gebrochen", erinnert sich Reinhild Olma. Das gesamte Sammler-Equipment gibt es bei Petra Staar und Calvin Hüttemeier im Bürgerservice der Stadt Bassum, Alte Poststraße 10.

Wer sich entsprechend ausgerüstet auf den Weg macht, der muss auf einiges achten. Auf Tiere beispielsweise, die in Autoreifen, die in der Natur entsorgt wurden, immer gerne Schutz suchen. Vor allem bei starker Vermüllung in geschützten Gebieten rät Alena Kralt, eine im Naturschutz engagierte Bürgerin, zu Vorsicht. "Bei zu starker Verschmutzung sollte die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet werden." Plastik hält sie für bedenklich, "das fliegt auf den Feldern herum und findet sich in den Weltmeeren". Auch Zigarettenkippen seien problematisch. "Die richten einen Riesenschaden an." Was Alena Kralt überhaupt nicht verstehen kann, ist die Verklappung von Möbeln oder Autoreifen in der Natur. "Die wurden dafür ja schon auf einen Anhänger geladen. Warum fahren die Leute dann nicht damit auf die Deponie?"

Für die Müllsammelaktion wurden übrigens auch die Schulen angeschrieben. In Nordwohlde beispielsweise beteiligt sich die Grundschule mit allen Klassen. Und in Neubruchhausen hat Ortsvorsteher Werner Wisloh die Tradition seines Vorgängers Hendrik Bülter, die örtliche Kindertagesstätte mit einzubeziehen, fortgeführt. "Der Kindergarten sammelt immer", weiß Reinhild Olma zu berichten. Dies sei eine eigene Aktion.

Und wo wird man den Abfall los, den man im Laufe der Aktionswoche gesammelt hat? Ist doch klar: auf dem Bauhof Bassum, Siemensstraße 3. Dort stehen zu den normalen Öffnungszeiten Extra-Container bereit: Montag bis Donnerstag von 7 bis 16 Uhr und Freitag von 7 bis 13.15 Uhr. Darüber hinaus lässt der Bauhof extra für "Bassum räumt auf" Ablademöglichkeiten am Wochenende zu. 

Alina Kralt findet es "toll, dass diese Veranstaltung immer wieder stattfindet". Dem schließt sich Reinhild Olma an. Egal ob alleine oder mit der Familie. "Das ist eine gute Erfahrung."

Zur Sache

Mahnendes Beispiel Müllbaum

Wie ein mahnendes Beispiel steht er seit einigen Tagen vor dem Bürgerservice, Alte Poststraße 10 in Bassum: der Müllbaum. Die Bassumer Künstlerin Britta Gansberg hat ihn 2019 zum Tag der Regionen erschaffen. Danach wanderte er ins Lager, um nun wieder ans Tageslicht geholt zu werden. "Ich wollte mit dem Baum daran erinnern, dass Müll nicht in die Natur gehört", sagt Gansberg zu ihrer Motivation. Bäume seien verwurzelt mit der Natur und würden unter der Verschmutzung leiden. "Ich freue mich, dass der Müllbaum jetzt wieder gezeigt wird." Für die Agendabeauftragte Reinhild Olma ist das Kunstwerk vor dem Bürgerservice "gut, um auf die Aktion aufmerksam zu machen". Hinterher soll er seinen Platz im Foyer der Abfallwirtschaftsgesellschaft finden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+