"Una Notte Veneziana" Wie im Venedig des Barock

Die Klassische Philharmonie Nordwest tritt am Sonnabend, 3.Juli, in Bassum open air auf. Das Konzert soll an eine Nacht im Venedig des Barock erinnern, erklärt Mit-Organisator Oliver Launer.
29.06.2021, 15:59
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Von Richard Reiners

Bassum. „So stand es denn in dem Buche des Schicksals auf meinem Blatt geschrieben, dass ich abends, nach unserer Uhr um fünfe, diese wunderbare Inselstadt betreten und besuchen sollte.“ Dieser feinfühlige und fast pathetisch anmutende Eintrag über das Eintreffen in Venedig am 28. September 1786 ziert das Tagebuch des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe an diesem Tag. In jener Zeit also, in der die barocken, musikalischen Werke namhafter Komponisten wie Tomaso Albinoni, Guiseppe Torelli, Domenico Scarlatti, Pietro Baldassari und Antonio Vivaldi ihre Blütezeit hatten. Einen Hauch „La Serenissima" und ihrer Stimmung mit der klangvollen Überschrift „Una Notte Veneziana“ wollen die Veranstalter Oliver Launer und Ulrich Semrau am Sonnabend, 3. Juli, ab 20.30 Uhr in einen Teil der Sulinger Straße in Bassum übertragen. Ab 19 Uhr ist Einlass, der Eintritt ist frei.

„Es ist ein Dankeschön an unsere Fans und Freunde, die uns treu geblieben sind und uns in den zurückliegenden Monaten motiviert haben, weiter zu machen“, so die beiden Veranstalter, der eine Inhaber der „Vino Bar“ in Bassum, der andere Leiter der Klassischen Philharmonie Nordwest. Bereits um 15 Uhr werde die Sulinger Straße für den Verkehr komplett gesperrt, "dann beginnen wir bereits mit dem Aufbau der Bühne“, berichten die beiden Organisatoren voller Vorfreude, „dass es nun endlich wieder los geht“. Bis zu 300 Besucher sollen bis kurz vor der Eisdiele „Venezia“ Platz finden. 

„Natürlich müssen die Coronabestimmungen eingehalten werden. Die Bestuhlung wird mit gebührenden Abständen platziert. Die Luca-App und das Ausfüllen von Formularen mit der Erfassung der persönlichen Daten, gehören zum Standartkonzept“, so Launer, der an diesem Abend mit erlesenen Weinen aufwarten will und auch für den kleinen Hunger der Besucher gerüstet ist.

Der rote Faden dieser Veranstaltung wird allerdings die musikalische Ausrichtung sein. „Die eingangs erwähnten musikalischen Barockmeister aus dem 17. Jahrhundert, die so herrliche Kompositionen für die üppig ausgestatteten venezianischen Feste geschrieben haben, sollen auch in der Sulinger Straße erklingen“, freut sich Semrau. Die Unterabteilung der Klassischen Philharmonie Nordwest, das Classic Chamber Orchester, wird bis 23 Uhr, mit einer kleinen Pause, „das Füllhorn barocker Musik ausschütten“, so Semrau. Eigens hierfür werden die acht Musikerinnen und Musiker mit Kostümen aus dem Fundus des Bremer Theaters ausgestattet. „Es wird also nicht nur ein Ohren-, sondern auch ein Augenschmaus werden“, ist Semrau von seiner spontanen Idee beglückt, „auch die Rückwand der Bühne wird venezianische Motive erhalten.“

Neben Ausschnitten aus der im März 2019 in der Heiligenroder Klosterkirche aufgenommenen CD dürfen sich die Besucher auf die Koloratursopranistin Marie-Christine Haase vom Operntheater Osnabrück freuen. „Sie zählt seit Jahren zu den angesagtesten Sopranistinnen in Deutschland“, schwärmt Semrau. Gemeinsam, begleitet auf seinem „Instrument Gottes“, wie die Trompete in der Musikpädagogik auch genannt wird, wollen sie die Arien der italienischen Barockzeit präsentieren.

„Vielleicht gelingt es mir noch, diese Veranstaltung gebührend zu illuminieren“, denkt Oliver Launer noch über eine stimmungsvolle Beleuchtung im entsprechenden Straßenabschnitt nach. Die kunstvollen Malereien eines Michelangelo wird er nicht toppen wollen, „aber ein bisschen Abenddämmerung wie am Gardasee könnte es schon sein“, sinniert er und hat dabei seine Urlaubserinnerungen vor Augen. Gefördert wird diese Veranstaltung vom Landschaftsverband Weser-Hunte. 

Jetzt hoffen alle Beteiligten auf schönes Wetter. Dann können Semrau und Launer in ihren Tagebüchern vielleicht auch ein „Belissima“ vermerken.

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