Utkiek Bassum Parcours mit Aussichtsplattform

Nach monatelangem Distanzunterricht sollen Schüler in diesem Sommer wieder aktiv werden. Mit diesem Ziel nahmen Siebtklässler der Oberschule Bassum am Freitag an einer Cross-Challenge am Utkiek teil.
16.07.2021, 15:59
Lesedauer: 3 Min
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Parcours mit Aussichtsplattform
Von Antonia Blome

Bassum. Es geht hoch hinaus: In sommerlicher Hitze erklimmen Siebtklässler der Oberschule Bassum den 86 Meter hohen Utkiek. Auf dem Berg, eine der größten Erhebungen im Landkreis Diepholz, erwartet die 60 Jugendlichen alles andere als ein Kaffeekränzchen: Nach dem Aufstieg bestreiten die Schüler insgesamt elf sportliche Stationen. Sie absolvieren eine Parcoursstrecke, transportieren Sandsäcke oder tragen ein Mitglied des Teams mit gemeinsamen Kräften über eine festgelegte Distanz. Organisiert wurde die Cross-Challenge von Marcus Libbertz, Leiter des Jugendhauses Fönix in Bassum. "Kinder waren durch die Pandemie stark eingeschränkt, was Freunde und Sport angeht", sagt Libbertz. Nach dem Motto 'Raus aus Corona' startete er die Aktion in Kooperation mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) Bassum, auf dessen Gelände sich der Utkiek befindet. Vorbild für die Challenge ist die Trainingsmethode Cross-Fit, bei der verschiedene Sportarten miteinander vermischt werden.

Kurz vor den Sommerferien ist laut Libbertz eine gute Zeit für dieses Angebot, um mit den Kindern in den letzten Schultagen etwas Schönes zu unternehmen. Das Motto lautete Teamspirit: "Es geht nicht darum, wer der schnellste, stärkste oder beste Teilnehmer ist, sondern um die Gemeinschaft", betont Marcus Libbertz. Die Organisation und Vorbereitung habe etwa eineinhalb Wochen gedauert. Neben den bereits bestehenden sechs Stationen des Utkieks bereiteten die Organisatoren noch fünf weitere Einheiten für die Schüler vor. "Ich bringe das aus meiner Zeit im Rotenburger Jugendzentrum mit, dort gibt es seit dreieinhalb Jahren ein ähnliches Sportprojekt", sagt er. Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre dieses Angebot aber nicht möglich gewesen. Jana Sauck vom Gym80 in Bassum hatte die Veranstaltung mit einem Warm-Up gestartet, bevor es zum Erklimmen des Utkieks ging. Bei den darauffolgenden Stationen betreuten die Schwerathleten des TSV Bassum die Kinder. Unterstützung boten außerdem DRK-Mitarbeiter, die im Falle eines Unfalls zur Stelle waren.

Lehrerin Marion Quante und ihr Kollege Jörn Rosenthal verbanden die Challenge mit einer Radtour und fuhren versetzt in drei Gruppen zum Utkiek. Laut dem Lehrer der Oberschule Bassum bewiesen auch Schüler, die beispielsweise im Matheunterricht nicht immer konzentriert sind, Teamgeist und Disziplin. Unter ihnen war der 14-jährige Tyler Klenz, der morgens in der ersten Gruppe an der Cross-Challenge teilnahm. "Erst hatte ich keine Lust auf die Challenge, und das Warm-Up war sehr anstrengend", sagt der Schüler. "Letztendlich fand ich die Stationen aber alle cool, und sie waren nicht zu schwer." Seine Lieblingsaufgabe sei das gemeinsame Reifenschleppen gewesen.

Mit einer Urkunde und einem Button wurde auch die 13-jährige Johanna Seiler belohnt, die in ihrer Freizeit Kampfsport betreibt und im DLRG tätig ist. "Ich finde das Angebot gut, denn sonst hätte ich Chemie-, Englisch- und Matheunterricht gehabt", sagt sie und lacht. Besonders gefiel ihr eine Challenge, bei dir die Teilnehmer eine Stange hielten, während sie auf einer daran befestigten Schaukel saß. "Ich fand es außerdem toll, als wir den Hügel auf einem Parcours hochgeklettert sind", lobt sie. Gerne würde die Schülerin jedes Jahr vor den Sommerferien an diesem Angebot teilnehmen, wie sie sagt. Dasselbe Ziel verfolgt Marcus Libbertz: "Alle Teilnehmer hatten viel Spaß, und ich kann mir gut vorstellen, diese Aktion jährlich anzubieten."

Gerade während der Pandemie sind solche Angebote laut Pädagogin Marion Quante von großer Bedeutung. "Der Distanzunterricht hat einiges verändert, die Kinder hören weniger auf Anordnungen und sind alle als Einzelkämpfer unterwegs", sagt sie. Einigen habe das Alleinsein zwar gutgetan, doch viele hätten ihre Schulaufgaben auch stark vernachlässigt. Ein großes Anliegen der Lehrkräfte sei nun, das Gemeinschaftsgefühl der Kinder wieder zu stärken. Laut Dominik Albrecht von der AWG war die Cross-Challenge dabei ein Schritt in die richtige Richtung: Die Schüler seien als Team losgegangen und zurückgekehrt, hätten sich viel unterhalten und gemeinsam Spaß gehabt.

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