Fußball-Kreisliga Viele Baustellen beim TSV Bramstedt

Momentan steht die Elf von Trainer Sascha Feldt auf dem drittletzten Platz. Die Abstiegsgefahr ist akut. Der Coach fordert deshalb eine deutlich bessere Restrunde.
08.02.2019, 13:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Bödeker

Bramstedt. Der TSV Bramstedt steht auf dem drittletzten Platz, der nominell den Klassenerhalt sichert. Doch das will nichts heißen in dieser Saison in der Fußball-Kreisliga. Denn aufgrund der Situation in den Ligen oberhalb werden es aller Voraussicht mehr als zwei Vereine sein, die im Sommer in die 1. Kreisklasse zurückgehen werden. Das weiß auch Bramstedts Trainer Sascha Feldt, der von seinem Team daher eine deutlich bessere Restrunde fordert. Nur die Teams aus Osterholz-Gödestorf und Ristedt haben eine schlechtere Bilanz. „So reicht es nicht“, lautet sein Zwischenfazit, das sich nicht nur auf die Tabellensituation bezieht.

Die Bramstedter blieben oft nicht nur hinter den Erwartungen, sondern auch hinter den Mindestanforderungen zurück: „Wir müssen wieder eine Einheit werden“, fordert Feldt, der seine Mannen Ende Januar in eine „sehr harte“ Vorbereitung geschickt hat. Die Baustellen sind offensichtlich: Kurz zusammengefasst war die Defensivleistung mit durchschnittlich dreieinhalb Gegentoren pro Spiel eine Katastrophe, in der Offensive wurden zu viele Chancen vergeben und bei einigen Akteuren stimmte zu oft die Einstellung nicht. Andere konnten ihr Können nicht abrufen. Viel Arbeit also für den Trainer, der mit einem solchen Einbruch nicht gerechnet hatte. Schließlich hatte der TSV eine mehr als solide Rückrunde abgeliefert und sich mit sieben Spielern quantitativ, aber auch qualitativ verbessert.

Substanz war ausreichend vorhanden. Platz acht sollte es für Feldt in seiner dritten Amtszeit in Bramstedt werden. Bei der Suche nach den Gründen für den Misserfolg wirkt der Coach etwas ratlos. Die Verletztenmisere mit zeitweise einem Dutzend Ausfällen erwähnt er, schiebt sie aber nicht vor. Mangelnde Einstellung und Verunsicherung seien es eher gewesen. Auffällig ist, dass sich die Bramstedter immer wieder ihrem Schicksal ergaben, wenn sie dann ein Gegentor kassiert hatten. Ergebnisse wie 1:8, 0:7, 1:5 und 1:4 sprechen eine deutliche Sprache. „Die Abwehr war früher unser Prunkstück“, meint Feldt. Allein am Weggang von Alexander Matissek zum SV Heiligenfelde kann es nicht gelegen haben. Dass anders als in den Vorjahren mit Hendrik Neumann ein Keeper 14 der 17 Spiele absolvierte, sorgte auch nicht für Sicherheit. Kein Wunder, schließlich kann Neumann studienbedingt nahezu nie trainieren und auch Ersatzmann Philip Cohrs (drei Spiele) kommt nicht allzu oft zum Üben. Neumann habe Licht und Schatten gezeigt, ein Retter war er nicht, aber auch kein Verursacher der fast 60 Gegentreffer.

Die Gegentorflut begann sofort: Mit 3:12 Toren startete der TSV, danach gewann das Team um Feldt mit 1:0 bei der TSG Osterholz-Gödestorf, ein Pflichtsieg, wie die Tabelle zeigt. Darauf folgten ein desaströses 0:7 gegen den TuS Wagenfeld und ein 1:4 gegen den FC Sulingen II – das machte nach sechs Spielen drei Zähler und 5:23 Tore, eine klare Weichenstellung weg vom Tabellenmittelfeld. Danach gab es viel Schatten wie das indiskutable 1:8 in Eydelstedt und ein 1:5 gegen den SV Mörsen-Scharrendorf, der die Bramstedter auch früh aus dem Pokal geworfen hatte.

Etwas Licht (und vor allem Punkte) brachten ein 4:0 in Ristedt und ein 4:3 beim TV Neuenkirchen, durch die der TSV Bramstedt kurzzeitig auf Platz elf ungewohnte Höhen erklomm. Exemplarisch waren diese Erfolge für zwei Dinge: Zum einen gelangen sie auswärts, wo Bramstedt neun der 14 Punkte holte und im Ligavergleich durchaus gut dasteht. Zum anderen trafen Iven Lehner in Ristedt zweimal und Daniel Zimmermann beim TVN dreimal. Die beiden haben mit je neun Treffern zusammen zwei Drittel aller Tore erzielt. Auch das sei bezeichnend, so Feldt. Bezeichnend für eine Offensive, die auf zu wenigen Schultern ruht und deswegen ausrechenbar und leicht auszuschalten ist. „Wir hatten immer wieder gefällige Kombinationen“, berichtet Feldt, der aber auch mangelnde Durchschlagskraft ausgemacht hat.

Gegen andere limitierte Teams wie Holzhausen-Bahrenborstel patzte Bramstedt zweimal, einmal deutlich, einmal erst in der Nachspielzeit. „Allein da fehlen uns mindestens vier Punkte“, sagt der TSV-Coach. Holzhausen ist Sechster. Die Vereine bis zu diesem Rang hätten auch kein höheres Kaliber als das eines TSV Bramstedt in ordentlicher Form, findet der Coach. Andererseits sind es bis zum zehnten Platz schon acht Punkte Rückstand, bis zum definitiv rettenden Rang elf aber nur zwei Zähler. Das sollte zu schaffen sein, vor allem, wenn sein Team Leistungen zeigt wie beim 2:2 gegen den Aufstiegsaspiranten TSV Weyhe-Lahausen. Nach einer überflüssigen Ampelkarte für Richy Rabba in der 90. Minute kassierte Bramstedt in Minute 96 in Unterzahl den unglücklichen Ausgleich.

Ein leichter Aufwärtstrend ist zu erkennen, gleichwohl bleibt die Lage sehr ernst. Immerhin stießen mit Dennis Reinert und Joel Zöfelt zwei Neue zum Team. Reinert soll nicht nur wegen seiner 1,90 Meter Körpergröße ein Abwehrstabilisator sein und Mittelfeldallrounder Zöfelt sammelte beim TV Bremen-Walle in der Bremer-Landesliga etliche Erfahrung.

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