Oberschule Bassum

Voll im Zeitplan

So langsam geht es auf die Zielgerade für den ersten Bauabschnitt bei der OBS in Bassum. Fachdienstleiter Mischa Flaspöhler freut sich darüber, dass man im Zeit- und Kostenplan liegt.
17.01.2020, 17:14
Lesedauer: 4 Min
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Voll im Zeitplan
Von Tobias Denne
Voll im Zeitplan

Die Umbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt sind fast abgeschlossen. Im März soll der Umzug folgen, sodass es mit den Arbeiten an der OBS weitergehen kann.

Michael Galian

Bassum. Entweder war alles gut vorbereitet oder Glück. „Im März beginnt der Umzug“, kündigt Mischa Flaspöhler. Der Fachdienstleiter vom Landkreis Diepholz kann zufrieden berichten, dass die Umbauarbeiten an der Oberschule in Bassum voll im Zeitplan liegen. Beim ersten Bauabschnitt ist man schon auf der Zielgeraden, nach den Osterferien beginnen Abschnitt zwei und drei. Zusätzlich zu den 9,4 Millionen Euro kommen noch einmal 3,5 Millionen Euro für den Abschnitt für die Volkshochschule, die sich dort ansiedeln wird. Während die Bauarbeiten andauern, bleibt die Schule geöffnet. Eine Stresssituation für Lehrer und Schüler. „Das verdient auch Anerkennung. Ich habe keine Beschwerden bekommen“, sagt Landrat Cord Bockhop.

Die winterliche Sonne scheint durch die Fenster im ersten Obergeschoss des Gebäudes. Die Wände sind allesamt weiß, der grau gehaltene Boden ist zwar schon verlegt, wird mit Papier aber noch geschützt. Schließlich dauert es noch etwas, bis wirklich alles im Obergeschoss fertig ist und die Lehrer und Schüler umziehen können. Auf einem Flachdach am Verwaltungstrakt werden etwa noch Grünflächen angelegt. Die Erde speichert die Wärme beziehungsweise lässt die Kälte draußen. Perfekt für die Räume darunter. Im März zieht zunächst die Verwaltung in ihre neuen Räume. „In der letzten Woche vor den Osterferien folgt der Rest“, sagt Flaspöhler zu den nächsten Schritten. In den Ferien können nämlich dann schon die ersten Arbeiten für den Bauabschnitt zwei beginnen. Denn dort, wo jetzt noch die Schüler lernen, stehen Entkernung und Schadstoffarbeiten auf dem Plan. „Für den zweiten Bauabschnitt brauchen wir ein gutes Jahr“, schätzt Flaspöhler. Zeitgleich soll übrigens mit der Sanierung des Traktes begonnen werden, der nach dem Umzug nicht mehr von der Oberschule benötigt wird. Dort richtet in Zukunft die VHS ihre Räume ein.

Hell wirken die Räume und Flure im ersten Bauabschnitt bei der OBS. Der graue Boden wird noch geschützt, die Fenster sind auch schon drin.

Hell wirken die Räume und Flure im ersten Bauabschnitt bei der OBS. Der graue Boden wird noch geschützt, die Fenster sind auch schon drin.

Foto: Michael Galian

Flaspöhler steht im Flur im Obergeschoss. „Der Bereich kann zur Differenzierung genutzt werden, es können aber auch Veranstaltungen stattfinden“, freut sich der Fachdienstleiter über den großen und breiten Flur. „Der ist wie ein 13. Klassenraum. Die Frage stellt sich immer häufiger: 'Wie will man als Schule arbeiten?' Man hat im Vorfeld diskutiert, ob so ein großer Flur überhaupt noch zeitgemäß ist. So ist der Schulbau auch eng mit der Pädagogik verknüpft“, weiß der Experte. Landrat Bockhop pflichtet ihm bei: „Wir stellen nur die Betonhülle, nicht die Lehrer.“ Die Pädagogen können dann die vorhandenen Räume kreativ nutzen. So eignet sich der Flur laut Flaspöhler beispielsweise für Auftritte, die Requisiten könnten einfach an die Seite geräumt werden. Der Brandschutz wird dabei natürlich eingehalten.

Das liegt daran, dass die übrigen Klassen- und Differenzierungsräume, die sich um den Flur ansiedeln, durch die gelben Türen („Wir wollten das Erscheinungsbild aufnehmen“) miteinander verbunden sind. Sollte sich Rauch im Flur befinden, ist das kein Problem für Schüler und Lehrer. „Man kann den zweiten Fluchtweg nehmen, ohne den Flur betreten zu müssen“, sagt Flaspöhler. Über ein bodentiefes Fenster geht es dann nach draußen auf ein Flachdach. Im Moment verlegen die Handwerker dort noch die Dachpappe. „Wir sind nach dem Umbau hier auf dem Stand der Technik“, freut sich Bockhop. Das heißt: keine herkömmlichen Tafeln mehr, sondern sogenannte TFT-Boards. Die Kabel hängen schon aus den Wänden der Räume, die modernen Tafeln, an die man auch USB-Sticks oder den eigenen Laptop für Präsentationen anschließen kann, kommen noch.

Die Ruhe vor dem Sturm: In der Aula haben die Handwerker noch den Großteil der Arbeit vor sich.

Die Ruhe vor dem Sturm: In der Aula haben die Handwerker noch den Großteil der Arbeit vor sich.

Foto: Michael Galian

Während im Obergeschoss die Handwerker noch einiges vor der Brust haben, kann man sich im Erdgeschoss schon eher vorstellen, dass nach den Osterferien dort der Unterricht wieder stattfinden wird. Die Naturwissenschaftsräume sind nahezu vollständig ausgestattet. Ein gelber Boden wurde schon verlegt und bildet einen Kontrast zu den grauen Böden der Klassenzimmer, „eine andere Atmosphäre“, sagt Mischa Flaspöhler. Zwei der drei Räume haben Anschlüsse für Gas, Wasser, Strom und Internet. Der Physikraum braucht kein Gas.

Dort, wo noch am meisten zu tun ist, tummeln sich selbstverständlich die meisten Handwerker. Der Aula- und Mensabereich soll nicht nur den mehr als 500 Schülern zur Verfügung stehen, sondern auch der Politik. „Es gibt Überlegungen, Kreistagssitzungen hier abzuhalten“, sagt Bockhop. Bislang wechseln die Mitglieder immer zwischen Barnstorf und Neubruchhausen. „Bassum ist zentral“, nennt der Landrat ein Argument für den Standort in der Lindenstadt. Ob dann aber jede Sitzung dort abgehalten wird, das steht nicht fest. Darüber hinaus kann der Raum für Info-Veranstaltungen oder anderen Terminen genutzt werden. Platz genug ist vorhanden. Bis die Baustelle komplett abgebaut werden kann, vergehen noch Wochen oder ein paar Monate. Dann hofft Mischa Flaspöhler übrigens, dass es sich bei der neuen Optik der Schule mit dem Vandalismus erledigt hat: „Vor ein paar Tagen hat jemand einen Böller gezündet und es sind Fenster dabei kaputtgegangen. Auch Schmierereien müssen wir teuer wegmachen – aber das Problem haben wir im ganzen Landkreis.“

Für den Fluchtweg über das Flachdach muss die Dachpappe noch angebracht werden.

Für den Fluchtweg über das Flachdach muss die Dachpappe noch angebracht werden.

Foto: Michael Galian
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