Mütter-Kinder-Zentrum

Richtung Zukunft

Das Mütter-Kinder-Zentrum ist derzeit noch leer. Keine Kinder kommen gerade in den Kindergarten in Bassum. Gut so, denn die Umbauarbeiten befinden sich in den letzten Zügen. Wir haben uns mal umgesehen.
11.08.2020, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Richtung Zukunft
Von Tobias Denne
Richtung Zukunft

Eingerichtet ist das künftige Spielzimmer bereits. Nur die Kinder fehlen noch.

Michael Braunschädel

Das Highlight sind auf jeden Fall die kleinen Wasserhähne. Die sind nicht nur bunt, sondern sehen aus wie Enten. Und niedrig sind sie auch noch, damit die Kinder keine Probleme haben, ihre Hände zu waschen. Ansonsten ist das Bad im ersten Obergeschoss des Mütter-Kinder-Zentrums in Bassum noch kindgerechter geworden: Eine kleine Ausziehtreppe sorgt dafür, dass die Lütten selbst auf den Wickeltisch steigen können und die Toiletten sind nun auch niedriger als vorher. So brauchen die Kleinen keine Hocker mehr. „Es sind zwar kleine Räume, aber wir haben das Beste daraus gemacht“, sagt Henrike Gerling-Jacobs vom Vorstand des Mükize.

Mütter-Kinder-Zentrum, Bassum

Bald kommen die Kinder wieder: Henrike Gerling-Jacobs (von links), Brigitta Wortmann und Katarina Wetzel vom Vorstand des Mükize warten schon auf die neuen Besucher.

Foto: Michael Braunschädel

Beim Rundgang durch die Räume des Kindergartens wird klar: Optisch hat sich gar nicht so viel verändert in dem Gebäude. Sicher: Eine Tür wurde im ersten Obergeschoss eingebaut, um den Kindergarten auch räumlich vom Rest des Zentrums abtrennen zu können. Eine der vielen Vorlagen, die das Mükize nun erfüllen muss. „Wir sind kein offenes Haus mehr“, sagt Gerling-Jacobs. Das zeigt auch das Beispiel der öffentlichen Toilette, die vorher im ersten Obergeschoss lag und nun in das Erdgeschoss (genau gegenüber des Eingangs) gezogen ist. Denn oben liegt die Toilette im Kindergarten, sodass kein Außenstehender mehr diese benutzen darf. Andererseits bekommt der Verein dadurch auch staatliche Zuschüsse. Sonst hätte der Kindergarten schließen müssen – Kinder aus drei Gruppen hätten keinen Platz mehr. Durch den Umbau, der seit April läuft, sollen die Vorgaben erfüllt werden, damit die Fördergelder fließen. Insgesamt kosten die Arbeiten rund 300 000 Euro. Die Stadt Bassum zahlt 180 000 Euro, 60 000 Euro kommen jeweils von den Fördermitteln sowie als Eigenleistung des Vereins (wir berichteten).

Mütter-Kinder-Zentrum, Bassum

Nur an manchen Stellen ist zu erkennen, dass das Mütter-Kinder-Zentrum umgebaut wird. Vor allem wurden Dach und Isolierung angegangen. Aber auch eine Feuertreppe wird noch angebracht.

Foto: Michael Braunschädel

Der Großteil des Geldes wird in Brandschutz und Dachsanierung investiert. „Viele Dinge, die schon längst gemacht werden mussten“, sagt die Geschäftsführerin Katarina Wetzel zu den Arbeiten. Eigentlich sollten diese in den Osterferien starten und in den Sommerferien weitergeführt werden. Corona sei Dank sind diese nun fast abgeschlossen. Sicher, Staub muss noch gesaugt werden, die Brandschutztreppe draußen wird die Tage noch geliefert, aber ansonsten sehen die Räume schon ganz fertig aus. Es gibt jetzt sogar einen Schlafraum für die Kleinsten.

Zwar liegen noch keine Kinder dort, abgedunkelt ist er trotzdem schon. Der Wickeltisch ist schon bereit für die ersten Kinderhintern, Handtücher liegen bereit. Fehlen nur noch die sieben Kinder, die dort ihren Mittagsschlaf machen können, da der Kindergarten (bei dem Kinder U 3 und Ü 3 altersübergreifend betreut werden) nun auch bis 14.30 Uhr eine Betreuung anbietet. Jedes Kind hat dabei seinen eigenen Platz. „Wir waren gezwungen zu schließen und sind jetzt in den letzten Zügen des Umbaus“, freut sich Gerling-Jacobs. Am Bewegungsraum und Gruppenraum brauchte nichts gemacht werden, da diese erst vor knapp drei Jahren saniert wurden. „Nach dem Umbau entspricht das Gebäude des Richtlinien des Landes“, erzählt die Vorstandsfrau. So können den Mitarbeitern nun auch Gehälter nach Tarif gezahlt werden. „Wir richten uns zukunftsfähig aus“, sagt sie. Das bedeutet aber auch, dass durch den Umbau die Weichen für weitere Angebote gestellt werden sollen.

Mütter-Kinder-Zentrum, Bassum

Das neue Bad für die Kleinen ist schon fertig. Die Enten-Wasserhähne bringen ein bisschen Farbe in den Raum.

Foto: Michael Braunschädel

Der Umbau soll mehr oder weniger ein Teil der Veränderungen beim Mükize werden. „Wenn wir mehr Fördergelder bekommen, dann können wir auch mehr anbieten. Wir wollen uns erweitern“, sagt Wetzel zu den Angeboten, die noch kommen sollen. Bis es aber soweit ist, dauert es noch ein wenig. Inzwischen werden die letzten Handgriffe angelegt, damit „wir am 24. August starten können“, hofft nicht nur Gerling-Jacobs. Sie ist wie auch Wetzel froh, dass die Fördergelder bewilligt wurden. Denn ohne hätte es der Verein nicht geschafft, den Kindergarten aufrecht zu erhalten, dafür reichen die Spenden einfach nicht mehr aus. Katarina Wetzel weiß: „Es ist viel Arbeit, alles umzusetzen.“

Mütter-Kinder-Zentrum, Bassum

Die kleinen Betten für die Jüngsten sind noch eingepackt. Im Schlafraum sollen bis zu sieben Kinder ihren Mittagsschlaf machen können.

Foto: Michael Braunschädel
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