Konzept des Mükize-Kindergartens

In Bassum einzigartig

In Bassum ist auch in den Lebensjahren vor dem Schuleintritt die altersgetrennte Betreuung von Heranwachsenden üblich. Ein Kindergarten in der Lindenstadt geht nun jedoch einen anderen und einzigartigen Weg.
07.05.2021, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Yannik Sammert
In Bassum einzigartig

Sie sind von dem neuen Betreuungskonzept überzeugt: Katarina Wetzel (v.l.), Brigitta Wortmann und Simone Böwe.

Michael Galian

Auf ein außergewöhnliches Konzept setzt der Kindergarten Rasselbande in Bassum: eine altersübergreifende Gruppe. Betreut werden Kinder zwischen 1,5 und sechs Lebensjahren. Die Einrichtung des Mütter-Kinder-Zentrums ist also weder rein Krippe noch ausschließlich Kindergarten. Im vergangenen Sommer ging es mit der Altersdurchmischung los. Zur gleichen Zeit waren im Zentrum auch die letzten Arbeiten des Umbaus fertiggestellt worden (wir berichteten). Vor 2020 hatte der Kindergarten noch zwei Gruppen, nach der Konzeptumstellung jetzt nur noch diese eine.

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In der Lindenstadt bietet lediglich diese Einrichtung an der Mittelstraße eine solche Betreuung an. „Für jeden Kommune ist es von Vorteil, so ein Angebot zu haben“, betont Katarina Wetzel, die kaufmännische Geschäftsführerin des Zentrums und des Kindergartens. Es sei gut, dass die Eltern in der Stadt jetzt zwischen verschiedenen Angeboten wählen können. „Nun können die Bassumer Eltern aus dem Vollen zu schöpfen“, hebt auch Brigitta Wortmann hervor. Sie ist Vorsitzende des Zentrums.

Das Konzept wurde 2020 mit voller Überzeugung umgestellt. „Die Kinder profitieren voneinander“, begründet die Erzieherin und pädagogische Leiterin Simone Böwe. Durch die Altersdurchmischung gelinge es, soziale Fähigkeiten wie Rücksichtnahme verstärkt zu fördern. Böwe nennt ein Beispiel: Nach dem täglichen Mittagessen steht für die kleinen Kinder Mittagsschlaf an. Bei den anderen ist dann ruhiges Spielen angesagt. „Die jüngeren können anderseits auch viel von den Großen lernen“, ergänzt Böwe.

Durch Kleinheit möglich

Besonders ist nicht nur das Konzept, sondern auch die Größe der Einrichtung. Der Kindergarten hält 24 Plätze bereit – also vergleichsweise wenig. „Wir bieten einen familiären Rahmen“, schlussfolgert Böwe. Dies unterscheide das Haus von anderen. Für Wetzel ist die Beschaulichkeit auch bei der Umsetzung der altersübergreifenden Betreuung entscheidend gewesen. „Große Einrichtungen haben gar keine Möglichkeiten, so viel Zeit zu investieren, um eine Gruppe zu gestalten“, glaubt sie.

Bald ist das erste Jahr mit dem neuen Konzept vorbei. „Wenn man so arbeitet, ist das natürlich erst einmal eine Herausforderung“, gesteht Böwe. Schließlich herrsche ein hoher pädagogischer Anspruch, weil aufgrund der Altersspanne viele Lernbereiche abgedeckt werden müssen. Hinzugekommen sei, dass sich das Team neu gebildet hat. Aktuell sind zwei Erzieherinnen, eine pädagogische Leitung, zwei Aushilfskräfte und eine geschäftliche Leitung tätig.

Herausforderungen zu Beginn

Als erschwerend erweist sich bislang wenig überraschend auch die Pandemie. Bürokratisch verlangt die Anpassung aber ebenfalls einiges ab. „Aufgrund all dieser Herausforderungen mussten wir uns erst ein bisschen reinwurschteln“, blickt Böwe zurück. „Aber etwas Neues bringt immer Herausforderungen mit sich“, ordnet Wetzel ein. Ohnehin komme die Umstellung bei den Eltern und Kindern prima an. „Alleine daran, wie gern die Kinder morgens hierher kommen, merkt man, dass sie sich wohlfühlen“, freut sich Böwe.

Bereits vor 2020 wurde in der Einrichtung Platz-Sharing für Kinder unter drei Jahren angeboten. Dabei ist es geblieben. Bedeutet: Zwei Kinder können sich einen Platz teilen. Familien haben die Möglichkeit, ihre Kinder zwei oder drei Tage anzumelden – montags, mittwochs und freitags oder dienstags sowie donnerstags. Bis zu drei Kinder können das Angebot pro Tag in Anspruch nehmen. Insgesamt gibt es also sechs Plätze. „Das wird gerne von Eltern als erster Einstieg genommen“, schildert Böwe.

Info

Zur Sache

Plätze frei

Für das kommende Kindergartenjahr sind noch Anmeldungen in der Einrichtung an der Mittelstraße möglich, auch wenn der Stichtag eigentlich vorbei ist. So bietet der Kindergarten aktuell Restplätze für über Dreijährige an. Wie ist das Gleichgewicht zwischen Krippen- und Kindergartenkindern aktuell? „Zurzeit ist es relativ ausgeglichen“, antwortet Katarina Wetzel, die kaufmännische Geschäftsführerin des Zentrums und des Kindergartens. Interessierte Eltern können sich sowohl telefonisch (0 42 41 / 9 21 62 02) als auch über die Internetseite des Mütter-Kinder-Zentrums (www.muekize-bassum.de/kindergarten-infos) informieren. Eine Anmeldung ist auch online vorgesehen: www.muekize-bassum.de/kindergarten-anmeldung.

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