Präventionsrat Bassum

Alle Bassumer im Blick

Der Präventionsrat in Bassum hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neue Leute sind dazugekommen, die dafür sorgen, dass die Arbeit vielfältiger wird. Gerne dürfen Bassumer mitmachen.
05.02.2021, 18:06
Lesedauer: 3 Min
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Alle Bassumer im Blick
Von Tobias Denne
Alle Bassumer im Blick

Ein Teil des Teams: Nina Ehlers-Röpe (von links), Elsbeth Ruholl, Anne Heinze und Julia Niemann kümmern sich mit sieben anderen Personen um die Präventionsarbeit in Bassum.

Michael Galian

Bassum. Manche Ideen entstehen einfach aus einem Zufall oder einer Erfahrung. So wie die Notfallkarte mit Kontaktdaten für Grundschüler, die für dieses Jahr geplant ist. Marcus Libbertz hatte einem Kind vor dem Fönix in Bassum helfen wollen, das hatte aber keine Telefonnummer oder Adresse im Kopf. Mit ein wenig Kramen in der Schultasche fanden die beiden den Namen, sodass alles gut ausgegangen ist. Aber „was ist, wenn etwas passiert und das Kind vielleicht nicht ansprechbar ist?“, fragt Julia Niemann. Also haben die Mitglieder des Präventionsrates nachgedacht und für Grundschüler eine Notfallkarte entworfen, damit im Ernstfall gehandelt werden kann.

Es ist eine der Ideen des neu aufgestellten Präventionsrates, die sich die elf Mitglieder überlegt haben. „Die Leute haben sich zwar geändert, aber es bleiben dieselben Themen“, betont Anne Heinze. Sie ist eines der neuen Gesichter des Bassumer Präventionsrates. Und der hat sich in den vergangenen Jahren personell ordentlich verändert. „Es ist eine bunte Mischung. Wir haben einen anderen Wind reinbekommen“, findet auch Niemann aus dem Sozialamt. Dazu gehören kurz und knapp Pastorin Sandra Kopmann, Hilke Bald, Marcus Libbertz vom Jugendhaus, Elsbeth Ruholl vom Familienzentrum, Nina Ehlers-Röpe vom Seniorenzentrum, Chef der Polizei Ingo Hüttemeier, sein Vorgänger Friedrich Ludwig, die Praxis Schattensprung und Helga Alves, die den Rat vor 23 Jahren mitbegründet hat.

Dass es das Gremium überhaupt noch gibt, ist nicht selbstverständlich, denn vor drei Jahren stand der Rat am Scheideweg: Weitermachen oder sich auflösen? Doch die Mitglieder damals waren der Überzeugung: „Präventionsarbeit ist viel zu wichtig“, erinnert sich Niemann, die seit 2017 dort aktiv ist. Mittlerweile arbeiten wieder elf Menschen im Präventionsrat zusammen, um die Arbeit vor Ort besser zu koordinieren. Wurde er vor knapp 23 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen zu fördern und Projekte umzusetzen, um – wie der Name schon sagt – präventiv arbeiten, hat sich das mittlerweile geändert. Nun sollen alle Bassumer vertreten werden. Bedeutet also auch, dass nicht nur Jugendliche und Kinder in den Fokus rücken, sondern auch etwa Senioren. „Sie brauchen auch Unterstützung“, weiß Niemann. Gerade in der Corona-Krise war das noch deutlicher spürbar.

Diese Neuausrichtung kam „schleichend“, unter anderem mit dem Engagement von Nina Ehlers-Röpe aus der Seniorenberatungsstelle gleich gegenüber des Rathauses an der Alten Poststraße. Dass so unterschiedliche Personen dabei sind, ist für Anne Heinze ein Vorteil, der klar auf der Hand liegt. „Jeder bringt seine eigene Erfahrung mit“, sagt sie. Für sie und Niemann ist es wichtig, dass die Menschen hinschauen, bevor etwas passiert.

Sie erinnert an ein Projekt des Rates vor ein paar Jahren, als ein Straßentheater auf dem Wochenmarkt eine Szene vorgespielt hat, die eskalierte. Es wurde geschaut, ob die Besucher eingreifen oder nicht. „Man muss die Augen offen halten und hinschauen“, ist Julia Niemann überzeugt. Sie weiß, dass das eine große Portion Mut und Zivilcourage braucht. „Man sollte über den Tellerrand schauen und sich fragen, wie es anderen geht“, findet sie. Und diese Arbeit hört nicht auf. Sicher, waren es vor 23 Jahren noch knapp 40 Mitglieder im Präventionsrat, sodass „riesige Projekte durchgeführt werden konnten“, wie Niemann berichtet, hat sich die Lage etwas verändert.

Dennoch trifft sich der Präventionsrat alle zwei Monate, um die neuesten Themen zu besprechen und Aktionen zu planen. „Dann wird darüber gesprochen, was den Leuten aufgefallen ist“, erzählt Niemann. Derzeit funktioniert das nur virtuell, da die Corona-Lage analoge Treffen nicht zulässt, aber die sollen schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Und dafür suchen Niemann und Heinze Bassumer, die mitarbeiten wollen. „Wir suchen gerne neue Mitglieder, Menschen aus Bassum, die sich engagieren wollen. Wir sind offen, man geht keine Verpflichtung ein“, freut sich Heinze auf Nachrichten. Julia Niemann ergänzt: „Wir wollen Präventionsarbeit für alle Bassumer machen, dann ist es umso besser, wenn Bürger mitmachen und sich engagieren können. Sie erleben Bassum noch mal anders als wir.“

Info

Zur Sache

Kontaktmöglichkeit

Bassumer, die Lust haben, beim Präventionsrat dabei zu sein oder einfach mal reinschnuppern wollen, können sich bei Julia Niemann (Mail: niemann@stadt.bassum.de) melden. Die nächsten Termine für die Treffen lauten: 11. März (Online), 6. Mai (Jugendhaus Fönix), 8. Juli (Gemeindehaus Nordwohlde), 9. September (Seniorenberatungsstelle), 11. November (Rathaus), 9. Dezember (noch offen). Los geht es jeweils um 18.30 Uhr.

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