Weihnachten im Schuhkarton

Hilfe für bedürftige Kinder

Die Bassumer Konfirmanden gestalten Pakete für die Aktion „Weihnachten im Schukarton“. Doch nicht nur die Jugendlichen können bedürftigen Kindern eine Freude machen, jeder kann sich beteiligen.
12.10.2020, 17:40
Lesedauer: 2 Min
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Hilfe für bedürftige Kinder
Von Tobias Denne
Hilfe für bedürftige Kinder

Während Marlon noch beim Zurechtschneiden ist, hilft Pastorin Ines-Maria Kuschmann Jessica bereits beim Verpacken des Schuhkartons.

Michael Braunschädel

Bassum. Sicher, Weihnachten ist das Fest der Liebe. Was aber auch stimmt ist, dass Weihnachten das Fest des Konsums ist. Die Geschenke werden größer, das Essen üppiger. Gerade dann wird es klar, dass es einem in Deutschland gut geht und anderswo in der Welt die Menschen deutlich weniger haben. Aber: Weihnachten ist auch das Fest der Nächstenliebe. Womit wir schon beim Aktionsnachmittag der Konfirmanden in Bassum sind.

Pastorin Ines-Maria Kuschmann hält einen Brief in der Hand. Kein gewöhnlicher Brief, den sie drei Tage vor Weihnachten bekommen hat. „So wird es richtig persönlich“, sagt die Bassumerin. Der Brief kurz vor dem großen Fest kommt nicht von irgendwoher, sondern aus Bethlehem. „Ein Mädchen hat sich bedankt“, erinnert sich Kuschmann. Begegnet sind sich die beiden nie, sie kennen sich nicht einmal wirklich. Der knappe Kontakt ist über die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ zustande gekommen. Die Aktion gibt es seit 1990, in diesem Jahr feiert sie in Deutschland das 25-jährige Bestehen.

Dabei befüllen Interessierte einen Schuhkarton mit verschiedenen Dingen, und die werden in Länder geschickt, in denen bedürftige Kinder leben. „Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie etwas eigenes haben“, weiß Pastorin Sandra Kopmann. Es ist möglich, verschiedene Dinge in den Karton zu packen. Seien es Alltagsgegenstände wie eine Bürste oder Kleidung wie ein Schal oder Socken. Auch Schulmaterialien oder Spielzeuge brauchen die Kinder vor Ort.

Seit acht Jahren gibt es die Aktion auch in Bassum. In die Lindenstadt gebracht hat sie Kuschmann, die diese aus Peine, wo sie vorher arbeitete, mitgebracht hat. „So etwas funktioniert nur mit Mundpropaganda“, weiß die Pastorin, die hofft, dass sich auch dieses Jahr möglichst viele Menschen beteiligen, denn jeder kann mitmachen. An diesem Tag sind Kuschmann und ihre Pastorenkollegin Kopmann in der Stiftskirche und leiten den Aktionsnachmittag für „Weihnachten im Schuhkarton“. Im Zuge des Konfirmanden-Unterrichts bekleben die Jugendlichen einen Karton und befüllen diesen in den kommenden Tagen. „Die Jugendlichen lernen das Teilen und entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass wir mehr haben als andere“, sagt Kuschmann, die sich darüber freut, dass die Aktion in Bassum so gut läuft.

Von der Lindenstadt geht es nach Syke, wo die Kartons auf den Weg nach Berlin gehen. Bei der zentralen Sammelstelle werden die Pakete geprüft und dann verschickt – nach Montenegro, Rumänien, Moldawien oder auch Polen und in die Ukraine, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Mit einem persönlichen Gruß versehen, können die Pakete dann auf Reisen geschickt werden.


Die Aktion läuft seit dem 4. Oktober. Noch bis zum 13. November haben Interessierte die Möglichkeit, die Kartons im Gemeindebüro in Bassum, Am Kirchhof 4, abzugeben. Weitere Infos gibt es im Internet auf der Seite www.weihnachten-im-schuhkarton.org. Wer es lieber analog mag, der kann im Gemeindehaus an der Kirche vorbeischauen. Dort liegen Informationsflyer aus, in denen genau steht, was in den Karton gepackt werden kann und was nicht. Die Abgabestelle ist ebenfalls das Gemeindebüro. Weitere Infos gibt es auch bei Pastorin Kuschmann unter der Telefonnummer 0 42 41 / 8 04 78 89.

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