Lukas-Realschule Bassum Wenn aus Schülern Gärtner werden

Zum zweiten Mal haben die Siebtklässler der Lukas-Realschule im Schulgarten Gemüse angebaut. In Kooperation mit der Gemüse-Ackerdemie wächst in Bassum nun auch blauer Kohlrabi.
06.06.2019, 09:29
Lesedauer: 2 Min
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Wenn aus Schülern Gärtner werden
Von Tobias Denne

Bassum. Schüler hocken vor den Beeten und graben kleine Löcher aus. „Wenn wir dann Wasser reinfüllen, sind die Pflanzen nicht auf uns angewiesen“, weiß Justin. Denn so muss er das Gemüses nach dem Einsetzen nicht extra gießen. Er ist einer von 24 Schülern der Bassumer Lukas-Realschule, die an diesem Tag im Schulgarten mit der zweiten Pflanzaktion begonnen haben. Die erste fand Ende April statt. Aber nicht nur die Lukas-Schule kooperiert mit der Gemüse-Ackerdemie, auch bei der Prinzhöfte-Schule wurde fleißig gepflanzt.

Da nun die Temperaturen etwas höher sind und man nun keinen Frost mehr erwartet, geht es an frostempfindliches Gemüse. Hanna und Max haben gerade Tomaten angebaut, auch sie haben ein Loch gegraben und das zum Teil mit Wasser gefüllt. „Uns wurde das erklärt, wir wussten das nicht“, gibt Max zu, dass er schon einiges gelernt hat. Das ist auch eines der Ziele der Gemüse-Ackerdemie, die in Potsdam ihren Ursprung hat. Sie versucht, Kinder und Jugendliche wieder in Kontakt mit der Natur zu bringen und ihnen zeigen, wo etwa das Gemüse herkommt.

Aber nicht nur herkömmliche Pflanzen wie Gurken, Kürbis oder Zuckermais haben die Schüler angebaut, so finden sich im Schulgarten der Lukas-Schule nun auch Fenchel, Mangold, Endivie oder blauer Kohlrabi. „Man lernt immer etwas dazu“, ist Jonathan begeistert, während er Sand auf gerade eingepflanzte Endivien verteilt. Dann vertrocknen die Samen von der Sonne nicht. Aber nicht nur das Einpflanzen gehört zu den Aufgaben der Schüler, auch das Jäten von Unkraut.

„Mein Opa war Gärtner. Ihm habe ich immer in seinem großen Garten geholfen“, sagt Giovanna. Die Siebtklässlerin hat kein Problem mit der Gartenarbeit, im Gegenteil: Sie hat richtig Spaß dabei. „Wir hatten an meiner alten Schule schon einen Schulgarten“, erzählt Giovanna. Se ist nicht die Einzige, die Erfahrungen mit der Natur gesammelt hat.

Im Zuge des Wahlpflichtfachs „Naturwissenschaftliches Praktikum“ stehen die Schülerinnen und Schüler nun im Garten und ackern. Auf die Kooperation mit der Gemüse-Ackerdemie ist Lehrerin Kathrin Kühn gekommen. „Ich habe sie vor zwei Jahren auf der Didactica kennengelernt und mir dann Informationen zuschicken lassen“, erzählt Kühn. Mit ihrer Kollegin Kristina Koch beaufsichtigt sie die Nachwuchs-Gärtner und leitet sie an. Gefallen hat Kühn an diesem Projekt, dass Schülern der Umgang mit der Natur wieder nähergebracht werden soll. „Was für ein Gemüse wird hier angebaut? Was können wir ernten?“, sind nur ein paar Fragen, die die Schüler nun beantworten können. Die Gemüse-Ackerdemie war mit einem Team zum ersten Pflanztag vor Ort. „Sie hatte nicht nur mehrere Paletten mit vorgezogenen Setzlingen für Kohlrabi, Fenchel, Sellerie sowie Kartoffeln, Zwiebeln, Sämereien und dazu viele Gartengeräte mitgebracht, sondern auch einen Pflanzplan mit einer ausgearbeiteten Fruchtfolge für die nächsten Jahre“, teilt Elena Lenk, bei der Lukas-Schule für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, mit. Dieser geht über 14 Jahre.

„Wir wollen einen Kreislauf erstellen“, sagt Kühn. Dadurch, dass sie samenfeste Pflanzen verwenden, halten die Pflanzen länger als eine Saison. Aber es ist nicht – so wie an diesem Tag – alles eitel Sonnenschein, denn die Schüler sind auch vor Probleme und Herausforderungen gestellt. „Wir haben Pflanzen, die sind voll von Blattläusen befallen“, hat Kühn beobachtet, betont aber: „Wir verwenden keine Chemie und keinen Dünger.“

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