Kita Kinder-Reich

Wie der Start in einer Bassumer Kita abgelaufen ist

Die ersten Tage sind um. Das Kita-Jahr hat begonnen und die Lütten kommen zurück. Auch im Kinder-Reich in Bassum herrscht wieder Normalbetrieb. Die Einrichtung macht mehr als nötig, damit das auch so bleibt.
19.08.2020, 18:49
Lesedauer: 3 Min
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Wie der Start in einer Bassumer Kita abgelaufen ist
Von Tobias Denne
Wie der Start in einer Bassumer Kita abgelaufen ist

Klare Vorgaben: Im Bassumer Kinder-Reich weiß jedes Kind, wo es in Corona-Zeiten langgehen muss.

Vasil Dinev

Kinderlachen und das Geschrei ist schon von der Straße zu hören. Logisch, ist ja auch schließlich gutes Wetter. Die Lütten sind mit den Erzieherinnen an der frischen Luft und toben sich ordentlich aus. Manche spielen im Sandkasten, ein anderer spricht darüber, welches Eis lecker ist. Seit zwei Tagen hat die Kindertagesstätte Kinder-Reich in Bassum wieder geöffnet. Die Sommerferien sind rum. „Es ist ruhig und friedlich“, sagt Kita-Leiter Franz Holsten über den Start.

Eigentlich klingt das alles nach einem normalen Tag in der Kita. Doch, dass es überhaupt so entspannt ablaufen kann, liegt an den Corona-Infektionszahlen. Die sind derzeit noch so niedrig, dass in den niedersächsischen Kitas ein Regelbetrieb aufrechterhalten werden kann. Also alles wie vor der Pandemie? Nicht ganz, zumindest nicht im Kinder-Reich: So zeigen direkt beim Eingang mehrere Piktogramme, dass Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen und auf Abstand achten sollen. An die Gebäudewand wurden die Gruppennamen gepinnt, damit „nicht alle Eltern in das Gebäude müssen“, erklärt Holsten. Die Kinder für die Drachen-Gruppe etwa gehen geradeaus, Elefanten müssen sich nach dem Eingang direkt rechts halten. „Die Eltern geben ihre Kinder über die Verandafenster ab, sodass wir so gesehen nur die Kinder in der Kita haben“, sagt Holsten über die Lösung.

Auch haben die Mitarbeiterinnen die Gruppen per Flatterband abgetrennt, sodass die Kinder nur in ihrer eigenen Gruppe spielen. Mehr als nötig. „Das müssten wir eigentlich nicht. Wir haben Normalbetrieb“, sagt Holsten. Gleichzeitig findet er aber auch, dass sich dadurch der Alltag besser bewerkstelligen lässt. „Die Kinder können raus und wir können alles leichter überblicken. Dadurch ist der Sicherheitsfaktor höher“, versichert er. Der Vorteil ist, dass das Gebäude so geschnitten ist, dass sich die Gruppen leicht trennen, da beispielsweise zwei ihren Außenbereich auf der gegenüberliegenden Seite haben. „Wir sind viel draußen. Die Jahreszeit ist dafür auch optimal“, freut sich der Leiter, dass wieder Leben im und am Gebäude herrscht.

Das sei auch bei den Mitarbeiterinnen so. „Die Unsicherheiten, die am Anfang geherrscht haben, sind alle weg. Wir wissen, was wir machen dürfen“, betont Holsten. Und, dass Kinder lernen, sich öfter die Hände zu waschen, ist eine Übungssache. Genau so wie die Routine, wenn sie von draußen ins Gebäude kommen, dass sie die Schuhe wechseln sollen. „Alle spielen gut mit und zeigen Verständnis“, sagt er. Wichtig dafür sei aber die Kommunikation. „Wenn man darüber spricht, ist das schon die Lösung“, findet er angesichts aufkommender Fragen oder Unsicherheiten.

Sollten allerdings die Infektionszahlen weiter steigen, dann kann es passieren, dass der Betrieb wieder eingeschränkt wird. Einen Plan dafür gibt es vom Land Niedersachsen. „Wir wären vorbereitet“, sagt Holsten. Das Szenario wäre ähnlich zu dem vor den Ferien. So würde der Rechtsanspruch für einen Kita-Platz wieder ausgesetzt und, falls es die personelle Situation erforderlich macht, die Betreuungszeit könnte eingeschränkt werden. Bei einem Corona-Fall im Kindergarten, dann „sind wir alle 14 Tage in Quarantäne“, versichert Holsten.

Der Leiter des Kinder-Reichs ist entspannt. „Ich bin eher ein Optimist als ein Pessimist“, sagt er über sich. Und gerade weil die Schulferien in Niedersachsen noch ein paar Tage länger dauern, „war der Wiedereinstieg ein bisschen mild“. Wie immer. Aber auch, wenn in der kommenden Woche alle Kinder zurück sind, sieht er seine Kita gut vorbereitet. So haben die Lütten bereits vor den Ferien gelernt, dass sie sich öfter die Hände waschen sollen. Mit dem Abgeben der Kinder am Fenster und den abgetrennten Gruppen werde im Kinder-Reich noch bis Ende des Jahres versucht, den Hygieneanforderungen zu entsprechen. Holsten ist überzeugt: „Jeden Tag gibt es mehr Infektionen. Es hilft einfach, wenn sich alle an die Vorgaben halten. Dann haben wir schon viel gewonnen.“ Und zwar so viel, dass die Kinder auch weiter draußen im Sandkasten spielen und auf den Geräten toben dürfen. Ach ja: Saures Eis schmeckt nicht so gut.

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