Sportplatz Bassum

Die Stadt und ihre Sportler

Nach der Kritik seitens der Fußball-Sparte des TSV Bassum hat die Stadtverwaltung nun reagiert.
07.07.2020, 17:27
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Die Stadt und ihre Sportler
Von Tobias Denne
Die Stadt und ihre Sportler

Der TSV Bassum hat unter anderem kritisiert, dass er zu wenig Trainingsmöglichkeiten besitzt.

Vasil Dinev

Bassum. Dass es in Bassum keinen Kunstrasenplatz geben wird, stand Ende August fest. Damals beschloss der Rat mehrheitlich, dass kein Platz auf dem Gelände des TSV umgewandelt werden soll. Seit Mitte April ist klar, dass die Kita Kinder-Reich erweitert wird – auf einem Teil des angrenzenden Bolzplatzes. Dennoch hat sich in der jüngsten Zeit eine gewisse Unruhe breit gemacht, die Fußball-Sparte des TSV wirft der Stadtverwaltung unter anderem vor, kaum Unterstützung von ihr zu bekommen (wir berichteten). Bürgermeister Christian Porsch und der Erste Stadtrat Norbert Lyko nahmen nun Stellung, betonen aber beide: „Wir wollen das nicht aufrechnen, aber die Kritik, dass die Stadt sich nicht rühre, können wir nicht stehenlassen.“

Der Bolzplatz weicht dem Kita-Anbau: Es stimmt zwar, dass sich die Kita Kinder-Reich auf dem Bolzplatz, der direkt an das Gelände angrenzt erweitern wird, dennoch „brauchen wir nur die Hälfte des Platzes, die andere steht den Fußballern zur Verfügung“, erklärt Christian Porsch. Drei Gruppen sollen in das neue Gebäude einziehen, damit die jahrelangen Platzprobleme im Kinder-Reich der Vergangenheit angehören können. „Die Arbeitsverhältnisse sind unzureichend“, weiß Norbert Lyko und nennt den Lukas-Kindergarten und den Rentei-Kindergarten als positive Beispiele in der Stadt. „Wir hinken beim Standard hinterher, müssen Schritt halten“, fordert er. Hinzu kommt, dass Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben, das Personal gleichzeitig ein Recht auf gute Bedingungen. „Wir haben sechs Gruppen auf einem sehr engen Raum. So etwas gibt es sehr selten. Wir müssen was machen, damit es entzerrt wird“, sagt Porsch. Auch habe man alternative Standorte geprüft und sei zu keiner besseren Lösung gekommen. Porsch und Lyko ist die Wichtigkeit des Bolzplatzes bewusst, wenn also jemand einen besseren Standort findet, kann er mit den Verwaltungsspitzen Kontakt aufnehmen. „Wenn ein Vorschlag kommt, gucken wir uns den an“, versichert Erster Stadtrat Lyko.

Keine Unterstützung seitens der Stadt: „Uns ist wichtig, dass Vereine gefördert werden“, betont Porsch. Daher stellt die Stadt jedes Jahr 35 000 Euro für Renovierungen und Jugendarbeit in den Haushalt ein. In diesem Jahr sind es 38 000 Euro. „Die Vereine können ihre Baumaßnahmen anmelden und der Stadtsportring schaut, ob es passt“, sagt Porsch. Darüber hinaus stellt die Stadt dem Verein die Plätze kostenlos zur Verfügung („Hier ist das gang und gäbe, aber nicht überall“), kümmert sich mit dem Verein um Platzverbesserungen und sorgt für geschnittenen Rasen. Auch wurden Roboterrasenmäher für die Sportplätze in Dimhausen und Nordwohlde angeschafft, „Bassum hat sich einen selbst zugelegt, den haben wir 2019 übernommen“, erzählt Porsch. Hinzu kommen die Sanierung der Hallen, Outdoor-Kabinen, die Tribüne. „Wir haben viel getan für die Sparte Fußball“, sagt Porsch, der gleichzeitig das ehrenamtliche Engagement allgemein lobt. So werde in den Vereinen (nicht nur im TSV) ein wichtiger Beitrag zur Gesellschaft geleistet. „Die Leistung ist unbestritten, sie machen einen klasse Job“, weiß Porsch.

Zu wenig Plätze, kein Kunstrasen: Gerade die Platzprobleme wären entspannter, hätte sich der Rat dazumal für einen Kunstrasenplatz entschieden. Dann wäre eine längere Bespielbarkeit auch in wettertechnisch schlechteren Zeiten möglich. „Wir haben bis zum Schluss für den Kunstrasenplatz gekämpft“, betont Porsch. Das Thema sei politisch behandelt worden und die Entscheidung stehe nun fest. „Dass das Thema Begehrlichkeiten weckt, ist klar“, ergänzt er. Allerdings stünde dem TSV mehr als ein Platz zur Verfügung. Insgesamt seien es vier (A, B, C, D/Bolzplatz). „Es gibt Trainingsmöglichkeiten auf dem B- und dem C-Platz“, sagt der Bürgermeister. Mit zwei Experten und Vereinsvertretern wurde vor wenigen Tagen zudem über einen Winterrasenplatz gesprochen. Das Ergebnis: Der C-Platz könnte umgebaut werden, was „eine signifikante Steigerung der Bespielbarkeit“, wie es Lyko ausdrückt, zur Folge hätte. Kostenpunkt: rund 300 000 Euro. Der Erste Stadtrat rechnet mit einer Projektierung im Herbst.

„Wir machen was und werden was tun. Aber wir müssen auch Kompromisse eingehen“, betont Porsch. Denn die Stadt habe neben dem Ehrenamt auch andere Aufgaben, die Zeit und Geld erfordern. Er verspricht aber: „Wir behalten die Fußball-Sparte im Blick.“

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