Feuerwehr Bramstedt Erst außen, nun innen

Von außen sieht das Feuerwehrhaus in Bramstedt schon ganz gut aus. Nun verlagern sich die Arbeiten erst einmal nach drinnen. Dort geht es weiter, damit das Großprojekt im Sommer fertig werden kann.
28.01.2021, 17:11
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Erst außen, nun innen
Von Tobias Denne

Es quietscht, wenn André Lesnik die Schraube festdreht. Das Geräusch hallt durch die fast leere Halle. Bis auf die Wände steht noch nichts im Rohbau. Mit zwei anderen Kollegen von der Firma Schorling-Bau ist Lesnik dabei, das Gerüst im neuen Feuerwehrhaus in Bramstedt hochzuziehen. „Vor zwei Wochen haben wir angefangen, drinnen zu arbeiten“, erzählt Lesnik. Den ersten Hingucker hat das Gebäude vor wenigen Tagen schon bekommen: ein rotes Rolltor. Zwar fehlen noch die anderen, damit das Feuerwehrhaus in Bramstedt auch dicht ist, es wird aber deutlich, es passiert was an der Syker Straße. Und das muss es auch, immerhin soll das neue Domizil der Bramstedter Feuerwehr im Sommer fertig sein. „Der Zeitplan ist eng, aber wir halten ihn noch ein“, freut sich Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko über die Fortschritte.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich einiges getan. Autofahrer, Radler und Fußgänger konnten stetig sehen, was nach dem Beginn der Arbeiten im August am Haus passierte. In der nächsten Zeit wird das weniger der Fall sein, sind die Handwerker doch an die Innenarbeiten gegangen. Lesnik schraubt derweil weiter an den Tritten für das Gerüst. Der Zeitplan drückt, denn die Feuerwehr muss möglichst schnell aus ihrem Gebäude wenige Meter entfernt ausziehen. „Noch sind keine Probleme aufgetaucht, aber die Erfahrung zeigt, dass das schnell passieren kann“, weiß Lyko. Gerade bei einem derartigen Projekt. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro.

Durch den Feuerwehrbedarfsplan wurde jede Wehr in Bassum untersucht, durch das neue Domizil in Bramstedt ergibt sich eine neue Möglichkeit. So wird das derzeitige Gebäude umgebaut, um dort eine Krippe einzurichten (wir berichteten). Zwar ist der Umbau eher als eine Kompromisslösung zu sehen, dennoch spart sich die Stadt Bassum im Vergleich zu einem neuen Gebäude durchaus viel Geld. Der Vorteil für die Lütten ist indes, dass sie – ähnlich wie in Neubruchhausen – eine Art Bildungscampus bekommen, den sie von der Krippe bis zur Grundschule besuchen können und wo Synergien geschaffen werden. Perspektivisch gibt es mehr Bramstedter, die durch die beiden Baugebiete (Dorfstraße II und III) in den Ortsteil zwischen Bassum und Syke ziehen.

Das sind natürlich auch gute Neuigkeiten für die Feuerwehr, die derzeit aus 50 Bramstedter Kameraden und Kameradinnen besteht (hinzu kommen 22 Kinder und 26 Jugendliche). Ortsbrandmeister Marco Stöver hatte schon vor Monaten gemerkt: „Es melden sich viele Quereinsteiger. Die wohnen teilweise noch gar nicht hier, sind aber in der Feuerwehr und wollen hier gerne eintreten. Das macht natürlich Spaß.“ Die werden dann ein Gebäude vorfinden, das im Gegensatz zum aktuellen vor allem größer ist. 300 Quadratmeter, um genau zu sein. Das gesamte Gelände umfasst rund 6000 Quadratmeter. Zwar kommen kaum neue Räume im Neubau hinzu, die werden indes größer sein, damit sich etwa bis zu 75 Kameraden im Gruppenraum treffen können. Hinzu kommen auch getrennte Duschen und eine Damenumkleide für die bislang acht Feuerwehrfrauen. Lyko versichert: „Es wird kein Prunkbau.“ Orientiert habe man sich – auch optisch – an dem Gebäude in Apelstedt, was ebenfalls „wirtschaftlich gebaut wurde“. Ab Sommer werden die Bramstedter mehr Parkplätze für die Einsatzwagen bekommen, ein größeres Materiallager, eine Werkstatt, Stellplätze für Anhänger, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Nachdem die Feuerwehr ausgezogen ist, geht es direkt an den Umbau des derzeitigen Gebäudes. Denn mit der Krippe, die im Sommer des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll, sind auch Fördergelder verbunden, auf die die Stadt Bassum angewiesen ist. Sollte alles länger dauern, würde die Förderung verfallen und die Kommune müsste sich etwas anderes überlegen. Danach sieht es aber derzeit nicht aus. Die Verwaltung steht dabei stets auch in Kontakt mit den Kameraden. Über Gespräche mit Ortsbrandmeister Stöver berichtet Lyko: „Sie gucken auch genau auf den Zeitplan.“ Und dieser sieht für die nächsten Wochen vor allem Innenarbeiten vor. So wird unter anderem die Elektronik installiert, Ende Februar starten die Trockenbauarbeiten.

Und doch: Ein kleines Problem hat Lyko ausgemacht. Durch die Verordnungen der Corona-Pandemie können Eigenleistungen am Bau nicht eingebracht werden. Eigentlich wollten die Feuerwehrkameraden mit anpacken, „aber laut Corona-Verordnung ist das keine Arbeit“, berichtet Lyko. Das bedeutet: Die Arbeiten müssen vergeben werden, was den Preis weiter treibt. „Es wird etwas teurer, aber ich hoffe, es bleibt im Rahmen.“

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