Ausschuss für Soziales und Familie Alternative nimmt Hürde

2019 diskutierte der Stadtrat bereits über den Bau eines Kunstrasenplatzes. Am Ende der damaligen Sitzung wurde das Bauvorhaben jedoch abgelehnt. Nun wurde die Alternative Winterrasenplatz besprochen.
15.01.2021, 15:25
Lesedauer: 3 Min
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Von Yannik

Bassum. In der Debatte um die Sportplätze in Bassum sind die lokale Politik und Verwaltung einen nicht unwesentlichen Schritt vorangekommen. Denn in der ersten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Familie in diesem Jahr ging es am Donnerstagabend vor allem um die Frage, ob der Naturrasenplatz C auf dem Gelände des TSV Bassum in einen Winterrasenplatz umgewandelt werden soll. Die Ausschussmitglieder sprachen sich am Donnerstagabend parteiübergreifend und sogar einstimmig für die zugrundeliegende Beschussvorlage aus. Nun geht die Vorlage zu weiteren Vorberatungen in den Verwaltungsausschuss. Die Sitzung des Ausschusses für Soziales und Familie wurde angesichts der Corona-Pandemie übrigens online ausgetragen – ein Novum in der Stadt.

Die Thematik Sportplatz ist hingegen alles andere als neu in Bassum. Vor gut anderthalb Jahren diskutierte der Stadtrat bereits über das Errichten eines Kunstrasenplatzes. Am Ende der damaligen Sitzung wurde das Bauvorhaben jedoch abgelehnt. Im Anschluss reifte die Idee eines Winterrasenplatzes, wobei der Bürger-Block im Dezember 2019 einen entsprechenden Antrag stellte. Die Vorteile sind die gleichen wie bei einem Kunststoffplatz, denn die Schaffung eines Winterrasenplatzes würde ebenfalls mehr Regenerationszeit für die Naturrasenplätze bedeuten, und die Beispielbarkeit des neuen Spielfeldes wäre durch den wasserdurchlässigen Aufbau relativ unabhängig von der Witterung. Die positive Folgen wären weniger Ausfälle bei schlechtem Wetter und im Winter. Aber auch eine Fluchtlichtanlage ist laut Beschlussvorlage geplant. Denn die Sportler sollen auch in der Dunkelheit trainieren können. Auf eine bestehende Struktur mit sieben brauchbaren Masten soll nicht zuletzt aus Kostengründen zurückgegriffen werden. Was bisher fehlt, ist ein weiterer Mast und eine LED-Beleuchtung.

Trotz der guten Nachrichten für die Sportler (siehe Seite 7) hängt alles an Förderungen. Die Kosten für die Umwandlung des C-Platzes belaufen sich auf rund 260.000 Euro brutto. „Ohne Förderung kann der Platz in Anbetracht der Tatsache, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt Bassum angespannt ist und es sich hier um eine freiwillige Aufgabe handelt, nicht umgesetzt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Norbert Lyko führte am Donnerstag aus, dass es bei den Überlegungen bewusst darum gegangen sei, die Kosten so gering wie möglich zu halten. „Die Säulen der Nachhaltigkeit, also Ökologie, Ökonomie und Soziales, sind jedoch alle gleichrangig“, erklärte der Erste Stadtrat. Auf die drei Säulen ging auch die Linke Maria Babic ein: „Die damalige Entscheidung gegen den Kunstrasen war die richtige, denn: Was jetzt in der Vorlage über die Säulen zu lesen ist, gibt doch ein ganz anderes Bild ab.“

Auch darüber hinaus erntete die Vorlage viel Lob. Christiane Weitzel von den Grünen betonte beispielsweise, dass sie sowohl die Initiative als auch die Ertüchtigung der anderen Plätze in der Stadt begrüße. Denn um den Zustand aller Sportplätze im Stadtgebiet zu verbessern, soll im Jahr 2022 für 45.000 Euro zudem ein Tiefenlockerungs- und Belüftungsgerät angeschafft werden. Dies geht aus der Beschlussvorlage hervor, die von der Arbeitsgruppe „Sportstättenentwicklungskonzept“ – bestehend aus Vertretungen des Stadtsportrings, der Sportvereine und der Verwaltung – erarbeitet wurde. „Wir können nur noch mal den Erstellern für die hervorragende Vorarbeit danken“, hob Jürgen Falck vom Bürger-Block hervor. Mit neun Seiten ist die Vorlage ungewöhnlich lang geraten ist. „Das mag erdrückend erscheinen, aber das ist der Preis der Transparenz“, begründete Lyko im Laufe der Sitzung.

Trotz oder gerade wegen der unzweifelhaft positiven Grundstimmung appellierte Weitzel aber auch: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen, wenn wir jetzt diese Beschlüsse fassen. Es ist wichtig, dass gerade die Kinder und Jugendlichen verlässlich trainieren können.“ Daraufhin thematisierte sie eine weitere Herausforderung, die darin besteht, dass auf einem Teil des Bolzplatzes auf dem Gelände des TSV Bassum ein neues Kita-Gebäude gebaut wird. „Es wäre gut zu überlegen, was mit dem Bolzplatz passiert.“ Falck war der gleichen Meinung und warf den Gedanken auf, ob das Gelände rund um den Stiftspark und das Naturbad nicht für einen Bolzplatz geeignet sei. Lyko ergänzte jedoch, dass die Verwaltung bereits in Gesprächen mit der Lukas-Schule sei. So werde überlegt, ob deren Bolzplatz nicht nachmittags nach dem Schulunterricht frei zugänglich genutzt werden kann.

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