Winterrasenplatz beim TSV Bassum Im Gepäck: Ein Förderbescheid

Der TSV Bassum will einen Winterrasenplatz auf seinem Gelände bauen. Nun gab es dafür einen satten Zuschuss vom Amt für regionale Landesentwicklung.
02.12.2021, 15:32
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Im Gepäck: Ein Förderbescheid
Von Micha Bustian

Bassum. "Im Moment ist Ruhe." Winterpause. Bassums Bürgermeister Christian Porsch kennt sich aus in Sachen Fußball. Wenig verwunderlich. Der Verwaltungs-Chef hat früher selbst gekickt, danach Jugend- und Frauenmannschaften trainiert. Er weiß um die Wichtigkeit von Trainingsplätzen bei einem Verein wie dem TSV mit neun Jugend- und sieben Herrenteams. Umso größer war die Freude, als Dinah Stollwerck-Bauer vom Amt für regionale Landesentwicklung jetzt in der Lindenstadt vorbeischaute. Im Gepäck: ein Förderbescheid. Das ArL Leine-Weser trägt 200.000 Euro der Kosten, die laut Planung bei 260.000 Euro liegen. 

Zwischen A- und B-Platz liegt beim TSV Bassum eine große Wiese. Auf dem stehen ein Dutzend Tore in verschiedenen Größen. Es ist der Trainingsplatz des Turn- und Sportvereins. Doch eine ideale Übungsstätte sieht anders aus. Zurzeit ist der Rasen mit Pfützen übersäht. "Der sah schon viel schlimmer aus", erzählt Porsch. "Da hat Corona tatsächlich mal geholfen." Als Ersatz sollte Kunstrasen her. "Da sind wir viel herumgefahren", erinnert sich Erster Stadtrat Norbert Lyko, "um zu gucken, welcher Kunstrasen gut ist." Doch der Preis wurde immer höher, die CO2-Belastung war nicht klimawandelkompatibel, und er muss nach 15 Jahren wieder abgetragen werden. Entsprechend wurde der Kunstrasenplan verworfen (wir berichteten).

Entsprechend setzte sich die Stadt Bassum mit dem, so formuliert es Norbert Lyko, "Winterrasen-Papst" Clemens Mehnert zusammen. Schnell war klar: Ohne Förderung wird das nichts. Ende 2020 wurde ein Förderantrag gestellt, schnell bestätigte der Kreis-Diepholzer Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig (CDU): "Ihr seid dabei." Das ArL in Hildesheim schrieb eine elektronische Begleit-Information, es folgte der Antrag bei der N-Bank. "Jetzt ist es geschafft", freut sich Norbert Lyko.

Nun, was ist denn eigentlich so ein Winterrasenplatz? Er soll wesentlich strapazierfähiger sein als ein normaler Rasenplatz sein, also weniger Pausen benötigen. Beim Umbau wird das vorhandene Material genutzt. Im Bassumer Fall wird der Trainingsplatz komplett ausgekoffert, ganz unten werden Drainagen gelegt, umgeben von einem Sandgemisch. Es folgen eine besondere Humusschicht und eine wasserabführende Erdschicht, auf der der Rasen gepflanzt wird. Dadurch entsteht ein äußerst wasserdurchlässiger Rasenplatz, dessen Nutzungsmöglichkeiten deutlich höher sind als die eines handelsüblichen Rasenplatzes.

"Sehr fortschrittlich", lobt Dinah Stollwerck-Bauer, die mit ihrer Kollegin Maren Franzke die Reise von Hildesheim nach Bassum angetreten hatte. Der Bassumer Erfolg sei nicht selbstverständlich, denn die Lindenstadt sein "kein klassisches Fördergebiet" und die Konkurrenz groß. Doch letztlich sei dieser Winterrasenplatz "sehr fortschrittlich, umwelttechnisch gut und einfach eine kluge Sache". Sie werde nun häufiger nach Bassum schauen, um zu sehen, wie sich das Projekt weiterentwickelt hat. "Toll, dass sie sich auf diesen Weg gemacht haben und so hartnäckig geblieben sind." Die Stadt Bassum hofft nun, dass sie relativ schnell mit dem Bauen anfangen kann. Norbert Lyko: "Es wäre optimal, wenn der Winterrasenplatz zum Beginn der Rückrunde 2022/23 fertig wäre."

Zur Sache

Wenn schon, denn schon

Aus dem Trainingsplatz des TSV Bassum soll ein Winterrasenplatz werden, den auch andere Bassumer Vereine nutzen können (siehe Text oben). Darüber hinaus sollen weitere Flutlichtmasten gesetzt werden, damit der Trainingsplatz auch komplett beleuchtet werden kann. Die Gräben für die Leitungen sind bereits ausgehoben. Aus diesem Anlass sollen diverse Strahler mit energetisch deutlich günstigerer LED-Technik ausgestattet werden. "Das lohnt sich aber nur bei Plätzen, die häufig genutzt werden", zitiert der TSV-Vorsitzende Horst Schlottmann den Bericht des Netzbetreibers Avacon. Und der Trainingsplatz werde in den dunkleren Jahreszeiten von 17 bis 21 Uhr durchgängig ausgeleuchtet.

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