Attac-Regionalgruppe Diepholz Nord Zwischenfazit in Sachen Artenvielfalt

Vor zwei Jahren wurde der Niedersächsische Weg verabschiedet, um Arten- und Naturschutz voranzubringen. Die Attac-Gruppe Diepholz Nord will wissen was seitdem passiert ist und lädt zu einem Diskussionsabend.
22.03.2022, 16:49
Lesedauer: 3 Min
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Zwischenfazit in Sachen Artenvielfalt
Von Ivonne Wolfgramm

Bruchhausen-Vilsen. Naturschutz, Landwirtschaft und Politik zusammenbringen – das ist das Ziel des Niedersächsischen Wegs, mit dem sich die Akteure verpflichtet haben, konkrete Strategien für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Im Juni 2020 haben die Niedersächsischen Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft, der BUND, der Nabu, das Landvolk Niedersachsen und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen das Papier unterzeichnet. Was ist seitdem passiert? Was hat sich verändert? Diesen Fragen möchte die Gruppe Attac mit Nordkreis Diepholz in Form einer Info- und Diskussionsveranstaltung nachgehen, die am Dienstag, 29. März, in Bruchhausen-Vilsen stattfindet.

"Seit langem wird über den Niedersächsischen Weg nicht mehr berichtet", kritisiert Walter Kreideweiß, "daher wollen wir die Menschen mit dieser Veranstaltung informieren." Natur-, Arten- und Gewässerschutz sind Themen, die die Lebensumwelt des Menschen unmittelbar betreffen, "darum ist es so wichtig, dass wir uns mit damit befassen", sagt Kreideweiß, der gemeinsam mit Helga von Glahn und Imre Holocher in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft der Nord-Diepholzer Attac-Gruppe engagiert ist. Seit gut zehn Jahren beschäftige sich diese AG mit den Auswirkungen der Landwirtschaft auf den Naturschutz, besonders im Hinblick auf die Region. Und sie sind alarmiert: "Es gibt immer weniger Feuchtwiesen, die Zahl von Störchen und Kibitzen nimmt immer weiter ab", nennt Walter Kreideweiß einige Beispiele, wie sich die dezimierende Artenvielfalt zeigt. Die Nitratbelastung im Grundwasser durch Düngemittel ist ebenso ein Thema, wie die ausgetrockneten Moorflächen in der Umgebung. Darum wollen sie diese Problematiken in den Vordergrund rücken, Experten und Bürger zusammenbringen: "Es ist wichtig, mit den Akteuren vor Ort zu sprechen. Alle sind betroffen und jeder kann etwas tun", betont Helga von Glahn deutlich. Und Imre Holocher ergänzt: "Wir wollen ein Zwischenfazit ziehen."

Aus diesem Grund haben sie fünf Referenten zu der Diskussionsveranstaltung ins Gasthaus Mügge eingeladen, die über verschiedenen Themengebiete innerhalb des Niedersächsischen Wegs sprechen und informieren werden. So ist Manfred Radtke, Kreisvorsitzender des BUND Rotenburg/Wümme als Gast eingeladen. "Der Landkreis Rotenburg/Wümme ist eine von drei Modellregionen im Rahmen des Niedersächsischen Weg und nicht weit von uns entfernt", sagt Kreideweiß. Im Zuge des Modellprojektes soll unter anderem im Kreis Rotenburg ermittelt werden, wie mehr artenreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft geschaffen und die Vereinbarungen des Vertrages umgesetzt werden können. Hierüber will Radtke berichten. Als Vertreter des Landvolks wird Christoph Klomburg, Vorsitzender des Landvolks Mittelweser mit Sitz in Syke anwesend sein und aus der Perspektive der Bauern berichten. Detlef Tänzer arbeitet beim Landkreis Diepholz als Fachdienstleiter Kreisentwicklung, zu der auch die Untere Naturschutzbehörde gehört. Er wird das Thema aus Sicht der Kreisverwaltung einordnen. Darüber hinaus hat die Attac-Regionalgruppe Sabrina Schilling als Referentin eingeladen. Sie ist beim Landschaftspflegeverband Diepholzer Moorniederung tätig und weiß einiges über den Zustand der hiesigen Moorlandschaften zu berichten. Als Vertreter der lokalen Politik ist schließlich der Fleckenbürgermeister Lars Bierfischer als Referent angekündigt.

"Die Vorträge sollen zehn bis 15 Minuten lang andauern", kündigt Walter Kreideweiß an. Im Anschluss soll dann eine Diskussionsrunde folgen, bei der die Bürger ihre Fragen und Anregungen mitteilen können.  Kreideweiß, von Glahn und Holocher hoffen auf eine möglichst große Beteiligung der Öffentlichkeit.

Info

Die Info- und Diskussionsveranstaltung "Niedersächsischer Weg – Wie weit sind wir gekommen?" findet am Dienstag, 29. März, ab 19 Uhr im Gasthaus Mügge, Marktplatz 13, in Bruchhausen-Vilsen statt. Ein Besuch ist unter Beachtung der 3G-Regel möglich, ein entsprechender Nachweis ist mitzubringen. FFP2-Masken müssen bis zum Sitzplatz getragen werden. Der Eintritt ist frei.

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