Spendenaktion in Bruchhausen-Vilsen

Hilfe nach dem Hochwasser

Zerstörung und Tod brachte die Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit sich. Bürger aus Ochtmannien in Bruchhausen-Vilsen haben Spenden gesammelt, um den Betroffenen zu helfen.
03.08.2021, 15:14
Lesedauer: 2 Min
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Hilfe nach dem Hochwasser
Von Antonia Blome
Hilfe nach dem Hochwasser

Jonas Bär, Burga Mittler-Schermann, Klaus Troue, Jan Troue, Lena Troue (von links) waren an der Spendenaktion beteiligt.

Michael Galian

Bruchhausen-Vilsen. Fortgeschwemmte Autos, zerstörte Häuser und über hundert Todesopfer – die Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgt seit Wochen für erschreckende Bilder. Um den Betroffenen unter die Arme zu greifen, haben sich jüngst der Ökologische Heimatverein, die Feuerwehr und der Schützenverein aus Ochtmannien zusammengetan. Durch Altmetallspenden konnten die Helfer in der vergangenen Woche mehrere tausend Euro sammeln.

Ein wichtiger Akteur bei dieser Spendenaktion war Landwirt Klaus Troue aus Ochtmannien. Er stellte seinen Hof für die Schrottannahme zur Verfügung. Normalerweise sammele das Dorf etwa alle fünf Jahre Altmetall, das Geld werde dann unter den Bewohnern verteilt. Dieses Jahr wäre es laut Klaus Troue wieder so weit gewesen. Den Anstoß dazu, die Aktion für einen guten Zweck umzuwandeln, gab Nachbarin Burga Mittler-Scheremann, die selbst aus der Eifel stammt und noch Kontakte in ihre Heimat hat. Ihr Cousin Rainer Stolz war dort früher Bürgermeister und informiert sie über die Lage in der Region. "Freitagnachmittag kamen die Container an, am Sonnabend fand die Hauptannahme statt und am Montag haben wir den Inhalt verkauft", sagt Klaus Troue.

Laut dem Landwirt war die Aktion ein voller Erfolg: "Normalerweise kriegen wir einen Container mit Schrott voll, jetzt waren es vier." Über eine Whatsapp-Gruppe der Ochtmannier sowie über die Zeitung habe sich das Projekt herumgesprochen. Einige Menschen hätten statt Altmetall auch direkt Bargeld gespendet. Mit dem Schrott konnten die Beteiligten etwa 4000 Euro sammeln, an Geldspenden wurden um die 1000 Euro abgegeben. "Wenn wir sonst gesammelt haben, kamen etwa 800 Euro zusammen", vergleicht Klaus Troue. Etwa 50 Menschen seien unter anderem auch aus umliegenden Dörfern gekommen, um zu spenden.

Zugute kamen den Helfern die derzeit hohen Schrottpreise. "Wir haben die Spenden bei einem Schrotthändler in Martfeld verkauft und 220 Euro pro Tonne dafür bekommen." In schlechten Zeiten seien es auch mal lediglich 40 Euro pro Tonne gewesen.

Im Dorf sei die Aktion auf große Resonanz gestoßen. "Die Menschen fanden es gut, denn sie wissen, dass das Geld auch wirklich ankommt", sagt Troue. "Jeder hat mitgeholfen und ich hätte nicht mit so viel Unterstützung gerechnet." Noch immer können sich Interessierte an Klaus Troue wenden, um Bargeld zu spenden.

Das gesammelte Geld solle nicht im "großen Topf" enden, sondern ein kleines Dorf in der Eifel unterstützen, das mit Ochtmannien zu vergleichen sei. Klaus Troue und einige andere Beteiligte würden das Geld dann auch persönlich vor Ort abgeben. "Wenn sich die Situation in den Regionen beruhigt hat, dachten wir, wir könnten das Geld zum Beispiel für den Wiederaufbau eines Dorfgemeinschaftshauses oder eines Spielplatzes benutzen", sagt Troue. Er rechnet, wie er sagt, damit, dass sie das Geld im Herbst oder Frühjahr abgeben werden.

Zur Sache

Die Hochwasser-Katastrophe

Mitte Juli 2021 verursachte ein Tief in mehreren Regionen Deutschlands schwere Niederschläge. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, dort vor allem der Landkreis Ahrweiler. Binnen 24 Stunden, mit Schwerpunkt am 14. Juli, fielen mancherorts mehr als 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Diese Regenmassen verursachten starke Überschwemmungen. Bei den Überschwemmungen sind in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen insgesamt mehr als 180 Menschen ums Leben gekommen. Für die zwei Bundesländer löste Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am 16. Juli den militärischen Katastrophenalarm aus, um die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr bezüglich der Katastrophenhilfe zu steigern. Am 28. Juli konnte die Suche nach Vermissten in Nordrhein-Westfalen eingestellt werden, da alle Fälle geklärt wurden.

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