Noltesche Scheune Mit der Freude an der Musik

Das Piet-Gorecki-Trio begeisterte am Sonnabend in der Nolteschen Scheune in Süstedt die Zuhörer. Die Band erreichte durch musikalisches Engagement, Rhythmus und Tempo die Emotionsebene.
17.03.2019, 16:42
Lesedauer: 2 Min
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Von Rita Behrens

Süstedt. Für das dritte Konzert in der Nolteschen Scheune in diesem Jahr stand das Piet-Gorecki-Trio auf der Bühne und so konnte trotz des eher unwirtlichen Märzwetters der Sonnabendabend vergnüglich genossen werden. Die Freude an der Musik, die mit Pep daherkam, sie in rhythmisch melodischer Weise darzubieten, auf die Zuhörerschaft zu übertragen und diese somit aufzunehmen, entsprach gleichermaßen den Erwartungen. Einige der Anwesenden konnten sogar auf positive Vorerfahrungen von 2018 zurückgreifen, als die drei Musiker in der Wassermühle Barrien erfolgreich auftraten.

Die Gruppe fand vor fünf Jahren zusammen. Der Gründer Piet Gorecki blickte schon zu dieser Zeit auf vielerlei Art musikalischer Aktivitäten zurück, unter anderem auf sein Engagement als Co-Repetitor für ein Musical. Im vergangenen Frühjahr trat er bei der Jazzahead Clubnight 2018 in Bremen auf. Gerne erinnert er sich an diesen persönlichen Erfolg. Kein Wunder also, dass er auch in Süstedt die schwarz-weißen Tasten seines Keyboards souverän und intensiv bespielte und außerdem mit seiner natürlichen ungekünstelten Tenorstimme das Publikum erfreute. Am Bass und als Gitarrist bewies Milroy Peter sein musikalisch-virtuoses Können adäquat. Doch nicht zuletzt setzte Till Simon am Drumset maßgeblich den Rhythmus professionell und expressiv strukturierend um.

Mit „You & Me“ und „Dr. Galore’s Blues“, zwei leicht zugänglichen Instrumentalwerken, führten sich die Musiker an diesem Abend ein. Wenig später überraschten sie mit der Uraufführung des neuen Stückes „It’s Time For Love“. Schon bald fühlte sich das Publikum animiert, rhythmisch mitzuwippen; zunächst noch verhalten, aber im Verlauf des Konzertes steigerte sich die Interaktion – auch verbal. Die deutschsprachigen Titel offerierte Gorecki zudem gesanglich einfühlsam und selbstverständlich in gemeinsamer instrumentaler Abstimmung. So wurde etwa mit „Anna“ eine „geheimnisvolle Dame“ musikalisch vorgestellt. Über den Text des romantischen Songs wundere er sich bis heute, betonte er erklärend.

Gorecki moderierte anschaulich und unterhaltsam. Er gewährte den Zuhörerinnen und Zuhörern offensichtlich unverblümte Einblicke in die Quellen seiner Inspirationen. Allgemeingültige Alltagsprobleme, Befindlichkeiten und Situationen seines Musikerlebens gehörten unvermeidlich dazu. So bekannte er sich zum „Geräte-Erwerbs-Syndrom“, kurz GES, das sich in Text und Musik in seinem Titel „Schatten auf heiteres Gemüt“ widerspiegelte. Auch mit dem Lied „Nach dem Konzert“ führte er seine persönlichen Erfahrungen und Empfindungen vor Augen und zu Gehör. Durchaus mit gewisser Selbstironie wurde in „Hope For Better Times“ der in früheren Zeiten ausbleibende Erfolg als Musiker thematisiert. Jedoch auch Einsamkeit und Melancholie fanden ihren Raum, unter anderem in „Miss U Much“. Das abendliche Repertoire bestand aus Goreckis Kompositionen, aus den frühen Zeiten seines Musikerlebens bis hin – so ließe sich sagen – zur aktuellen Stunde. Nur den Song „Zwei weiße Wolken“ kündigte der Sänger als Cover-Version des französischen Chansons „C'est en Septembre“ von Gilbert Bécaud an.

Der Keyboarder überzeugte mit seiner Tastenkunst nachhaltig. Die Band erreichte – nicht erst mit dem Musikstück „Welcome“ in der zweiten Hälfte – durch musikalisches Engagement, Rhythmus und Tempo die Emotionsebene. Infolge der stimmigen Atmosphäre zwischen den Musikern selbst und den Konzertbesuchern blieben die Zugaben unumgänglich. Wiederum verdeutlichte das Trio hier seinen künstlerischen Fokus: Musik als Lebenselixier. Und so verwunderte es auch nicht, dass der Songwriter im Gespräch erklärte, seine eingängigen groovigen Melodien entstünden ohne Einschränkung aus dem Herzen heraus, Kalkül spiele dabei keine Rolle.

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