Pferdezucht Hof Brüning erhält Staatsehrenpreis für tierzüchterische Leistung

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat am Mittwochnachmittag den Staatsehrenpreis für besondere tierzüchterische Leistungen 2021" an Familie Brüning an Ochtmannien verliehen.
20.10.2021, 18:13
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Hof Brüning erhält Staatsehrenpreis für tierzüchterische Leistung
Von Ivonne Wolfgramm

Ochtmannien. Es herrschte großer Trubel auf dem Hof der Familie Brüning in Ochtmannien am Mittwochnachmittag. Und das nicht ohne Grund, denn Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast war extra angereist, um der Familie den Niedersächsischen Staatsehrenpreis für besondere tierzüchterische Leistungen, genauer gesagt in der Pferdezucht, zu verleihen.

"Diese besondere Ehre erfüllt uns mit Dank und Ehrfurcht", sagte Hans-Heinrich Brüning zur Eröffnung der Feier. Vertreter aus Landes- und Kommunalpolitik, der Landwirtschaftskammer, des Hannoveraner Verbandes sowie Freunde und Familie waren zu diesem Ereignis angereist. "Es gibt viel Freude in unserem Beruf, zum Beispiel durch die Geburten", berichtete Brüning senior, "aber der Optimismus ist auch ein bisschen getrübt, Stichwort 'Green Deal'. Doch wir sind sicher, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind." 

"Pferde sind längst in unserer DNA" war wohl das treffendste Zitat an diesem Nachmittag. Das zeigte sich auch bei einem Rundgang über den Hof, auf den Hannes Brüning die Besucher mitnahm. 240 Pferde beherbergt die Familie dort, jedoch sind nur 80 dieser Tiere im eigenen Besitz. Viele internationale Reitställe aus aller Welt bringen ihre Pferde nach Ochtmannien, um sie hier, unter der professionellen Aufsicht der Brünings, züchten, aufziehen und trainieren zu lassen. 70 Stuten deckt der Betrieb im Jahr. Hannes Brüning und seine Frau Viktoria kümmern sich persönlich darum, dass von der Besamung beziehungsweise vom Embryonentransfer bis zur Aufzucht der Fohlen alles reibungslos verläuft. Dafür setzen sie auch moderne Techniken ein, zum Beispiel eine Art Alarmsystem, das eine kurz bevorstehenden Fohlengeburt signalisiert.

Seit 1430 ist der Hof Brüning im Familienbesitz und beherbergte über die Jahrhunderte nicht nur Pferde, sondern auch Rinder und Schweine. Aus den einst 60 Hektar großen Ländereien sind mittlerweile 200 Hektar geworden, welche die Familie selbst bewirtschaftet beziehungsweise als Pachtgrundstücke bewirtschaften lässt. So ist der Hof Brüning nicht nur in der Pferdezucht tätig, sondern auch in der Ackerbewirtschaftung tätig. Mit der Aufgabe der Rinderhaltung im Jahr 2006 haben sie ihren Schwerpunkt aber endgültig auf die Pferdezucht gelegt.

Licht, Luft und freie Bewegungsmöglichkeiten für die Pferde gehört für Brünings zur Betriebsphilosophie, wie sie selbst sagen. Das wird auch bei dem Hofrundgang mit Hannes Brüning deutlich. Aus dem ehemaligen Kuhstall wurde ein großzügig geschnittener und heller Stall, der genug Platz für mehrere Stuten mit ihren Fohlen gibt. Auch bei den Neu- und Umbauten ihrer Stallungen hat die Familie Brüning das Augenmerk auf das Tierwohl gelegt. Sommerweiden, Laufställe und Paddocks für den Winter gehören auch dazu.

In Sachen Pferdezucht hält sich Familie Brünings seit mittlerweile vier Generationen nach der Prämisse: "Das Beste muss der Zucht erhalten bleiben". Daher stammen die Stuten des Hofes aus langjährig erfolgreichen Stämmen. Dazu zählen unter anderem die Mutterstämme der Stempelhengste Don Schufro, Rubinstein, Weltmeyer sowie Diamond Hit und Sandro Hit. Ebenso orientiert sich die Springpferdezucht der Brünings an Leistungsstämmen und internationalen Vererbern.

"Ich habe eine große Ehrfurcht vor dem, was sie machen", sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast vor der Verleihung des Staatspreises. Züchten müsse man können; es sei etwas Spezielles, das viel Wissen voraussetze. "Sie verkörpern das, was das Pferdeland Niedersachsen ausmacht", sagte die Ministerin, die selbst in der Landwirtschaft tätig ist. Das Bundesland sei führend in der Welt, wenn es um Pferdezucht geht. Und daran hätten Betriebe wie der Hof Brüning einen großen Anteil.

Auch Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, lobte das Engagement der Familie Brüning. Besonders betonte er dabei die ehrenamtlichen Verdienste von Hans-Heinrich und Adelheid Brüning in der Landwirtschaftskammer. Adelheid Brüning war zehn Jahre lang Mitglied der Kammerversammlung im Bereich Hauswirtschaft, Hans-Heinrich Brüning war lange Zeit Vorsitzender der Prüfungskommission für Pferdewirte.

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