Dienstleistungsanbieter Zöller

Allerhand Angebote

Die Süstedter Firma wurde im Jahr 1961 von Manfred Zöller gegründet. Inzwischen ist das hiesige Unternehmen etabliert und bietet eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Dienstleistungen an.
29.01.2021, 16:51
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Rita Behrens
Allerhand Angebote

Manfred Zöllers Sohn Reinhard stieg 1991 in das Geschäft ein. Mittlerweile ist Reinhard Zöller der Geschäftsführer des Dienstleistungsunternehmen. Tiana Zöller-Bormann arbeitet an drei Tagen in der Woche in der Firma mit.

Michael Galian

Süstedt. Der Einsatz der imponierenden Spezialmaschinen bei der Aussaat, beim Düngen und Mähen oder bei der Ernte beeindruckt sicherlich nicht nur Fachleute. Gleichwohl steht der Firmenname Zöller in der Region für ein umfangreiches, offenbar vielfach nachgefragtes landwirtschaftliches Dienstleistungsangebot.

Die Gründung des inzwischen etablierten Agrar-Serviceanbieters in Süstedt geht auf das Jahr 1961 zurück. Quasi der wirtschaftlichen Entwicklung auf dem Lande schon voraus, bot Manfred Zöller als Lohnunternehmer zunächst agrarwirtschaftliche Dienstleistungen an. Sein Sohn Reinhard stieg 30 Jahre später in das Geschäft ein, das damals noch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts eingetragen war. Mittlerweile ist er der Geschäftsführer der Zöller GmbH & Co. KG, die sich nach wie vor Im Rade 4 befindet. Vor zehn Jahren erfolgte die Umwandlung in die jetzige haftungsbeschränkte Unternehmensform. Damit wurde das private finanzielle Risiko abgemildert. Der Fuhrpark des hiesigen Agrar-Dienstleisters umfasst zurzeit zehn Spezialarbeitsmaschinen wie Mähdrescher, Maishäcksler oder die Zu- und Ausbringertechnik für Gärreste. Die Schlepper sind hierbei noch nicht mitgezählt. Alles ist hoch technisiert ausgestattet.

Reinhard Zöller erinnert sich noch genau daran, wie sein Vater den ersten Mähdrescher angeschafft hat. Die Erfolgsgeschichte des Betriebes begann sodann mit einer Liste, die beim Raiffeisen-Genossenschaftsverband in Bruchhausen-Vilsen ausgelegt wurde. Als Erster trug sich ein Landwirt aus Berxen ein, weitere folgten. Mit sechs Festangestellten, zwei Auszubildenden und bis zu 15 Aushilfen gelingt es der heutigen Firma, den saisonalen Anforderungen gerecht zu werden: Nach der Aussaat – Rüben und Mais werden zum Beispiel im April beziehungsweise Mai gelegt – steht schon bald das erste Grashäckseln an. Des Weiteren gilt es, die Ernte des Getreides in den Sommermonaten einzubringen. Ab September starten in der Regel die Mais- und Rübenernte. Die jeweilige, manchmal unberechenbare, Wetterlage gibt allerdings den Ablauf vor. „Bis zum Dezember soll alles raus sein,“ erklärt der erfahrene Firmenchef. Die Wartung und Reparaturen der Maschinen fallen ganzjährig an. Im Winter sind dafür die zeitlichen Spielräume jedoch größer. Die Mitarbeiter bringen Erfahrungen aus verschiedenen Berufen mit – etwa als Landmaschinenschlosser oder gelernter Landwirt. „Quereinsteiger haben gute Chancen“, weiß Tiana Zöller-Bormann. Im Süstedter Betrieb ihres Vaters erledigt sie an drei Tagen pro Woche die Büroarbeiten.

Eigentlich stünden aktuell Winterdienste an, sofern sie die Witterung mit Eisglätte und Schneefällen erforderlich machen sollte. Im Zeitvergleich zu 2010 bis 2014/15 seien in den vergangenen Jahren aber nur ungefähr halb so viele Einsätze notwendig gewesen, berichtet Zöller. Je nach Jahreszeit nehmen die Straßenmeistereien oder Gemeinden verschiedene Dienste in Anspruch. Das Beschneiden der Wegeseitenränder steht drei- bis viermal pro Jahr an. Baumfällungen, auch infolge von Stürmen, oder Spezialfällungen mit Steiger und die Holzbeseitigung gehören ebenfalls dazu.

Schon im Februar kommen wieder die Schlepper mit den Güllefässern zum Einsatz, kündigt der Geschäftsführer an. Der eine oder andere Autofahrer muss sich dann wohl wieder die Fahrbahn mit einem Güllezubringer teilen. Der Platz müsste aber für beide ausreichen. Anders stellt sich die Situation auf der Landstraße dar, wenn später im Jahr etwa Maishäcksler und Rübenroder mit Überbreite unterwegs sind. Doch Reinhard Zöller kann beruhigen: „Öffentliche Straßen befahren diese meistens nur für relativ kurze Wegstrecken.“

Der Transport und die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte fallen ebenfalls in das Aufgabengebiet des Agrarservice-Betriebes. Die Abnehmer für Zuckerrüben befinden sich im niedersächsischen Nordstemmen und Uelzen sowie anderweitig in Nordrhein-Westfalen. Die Strohbergung erfolgt nicht allein im Auftrag der regionalen Landwirtschaft. Zöller kauft zudem selbst Stroh an. Entweder gehen Strohlieferungen (Rund- oder Quaderballen) in die Küstenregion oder aus dem natürlichen Rohstoff entstehen Produkte wie Strohmehl oder Pellets. Diese werden alternativ zur herkömmlichen Einstreu in Ställen verwendet.

Noch zu klären bliebe, ob die Pandemie Beeinträchtigungen mit sich bringt: Anders als sonst seien zurzeit keine Gäste im jeweiligen Cockpit der Landmaschinen zugelassen. Die Hygieneregeln gelten auch im Arbeitsalltag. Negativ-Effekte auf die bisherige Auftragslage gebe es nicht. Ob sich Auswirkungen infolge sinkender Preise in der Landwirtschaft zukünftig zeigen werden, bleibe abzuwarten. Der Firmenchef Reinhard Zöller ist zuversichtlich. So stellte der beruflich qualifizierter Fachmann und Ausbilder im Sommer – trotz Corona – einen jungen Mann ein, der jetzt seine Ausbildung zur Fachkraft für Agrarservice durchläuft.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+