Tierpflegestation Ochtmannien

Tiere suchen ein Zuhause

In Ochtmannien hat Daniela Wellnitz eine Tierpflegestation eröffnet. Die Tierschützerin nimmt traumatisierte Hunde auf und gliedert sie nach und nach ein. Das Ziel: Für die Vierbeiner ein neues Zuhause finden.
11.11.2020, 16:56
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Rita Behrens
Tiere suchen ein Zuhause

Auf ein paar Streicheleinheiten müssen ihre Vierbeiner auch während des Fototermins nicht verzichten. Daniela Wellnitz hat derzeit fünf zu vermittelnde Hunde.

Michael Galian

Süstedt. In der ländlichen Umgebung Ochtmanniens ist die Tierpflegestation für Hunde und Katzen von Daniela Wellnitz zu finden. Sobald die Eingangspforte von innen geöffnet wird, kommt einem der „Sozialarbeiter“ dieser Einrichtung entgegen: Monty. Neugierig und vertrauensvoll blickt dieser besondere Hund den Besuchern entgegen. Er hatte das Glück, vor drei Jahren aus einer rumänischen Tötungsstation nach Deutschland zu gelangen. „Er sollte noch einen schönen Sommer erleben“, erzählt Wellnitz. Das war die handlungsleitende Intention, ihn aufzunehmen. Zunächst vollkommen am Ende seiner Kräfte konnte er sich vor Ort unter der Fürsorge und Zuwendung der Tierschützerin regenerieren.

„Die Hunde, die neu eintreffen, sind in der Regel traumatisiert und bleiben zunächst in der Hundestation“, erklärt Daniela Wellnitz. Manche seien leichter einzugliedern, andere müssten „ihren verschütteten Vertrauensvorschuss gegenüber den Menschen erst wieder hervorkramen“. Inzwischen wirkt Monty unterstützend bei der Eingliederung seiner Artgenossen mit. Er erweckt ihr Vertrauen und nimmt Wellnitz mit seiner Ruhe und Ausgeglichenheit einen Großteil der Arbeit ab. Wenn die Vierbeiner die Phase der Eingliederung durchlaufen haben, möchte sie sie gerne an „Leute mit Idealismus vermitteln, also an solche, die ein Tier retten wollen“, betont die Frau. Zurzeit können fünf Hunde, die hier einen Zwischenaufenthalt genießen, vermittelt werden. Dazu gehören Pino und Kiwi, die ursprünglich aus Spanien kommen. Obwohl beide ein liebenswertes Wesen aufweisen, unterscheiden sie sich nicht nur rein äußerlich, sondern auch in ihrem Temperament und ihren Vorlieben.

Über Pino ist bekannt, dass er „mühsam aufgepäppelt“ werden musste und inzwischen als „Schönheitskönig“ bezeichnet wird. Der Rüde ist circa zwei Jahre alt, mit 45 Zentimetern Höhe hat er seine ansprechende schlanke Statur erreicht. Sein Sozialverhalten ist ausgeprägt entwickelt, sowohl gegenüber Hunden als auch Katzen. Sehr gut wäre er in einer „sportlichen Familie“ aufgehoben, gibt Wellnitz preis. Desgleichen könne er entsprechend aktiv mit Kindern interagieren, denn seinen fröhlichen Bewegungsdrang sollte er ausleben können.

Auch Kiwi, eine beeindruckend schöne Hundedame, weist einen sehr sozialen und ruhigen Charakter auf. Mit einer stattlichen Größe von 50 Zentimeter präsentiert sie sich als eine „zurückhaltende, schwarze Labrador-Mix-Hündin“, die es bisher im Zusammenleben mit Menschen nicht leicht hatte „und trotzdem nichts nachträgt“. Wenn jemand mit ihr spazieren geht, „ist sie total glücklich“, berichtet die Tierschützerin aus Süstedt. Seit 2006 ist sie die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bruchhausen-Vilsen. Sie engagiert sich seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich für Tiere und weiß aus Erfahrung, dass schwarze Hunde es schwerer haben, vermittelt zu werden. Gleichwohl stellt Kiwi hier ihr Vertrauen und zudem ihre zärtliche Zuwendung gegenüber Menschen offenkundig unter Beweis.

Auslauf, Aufmerksamkeit und Fürsorge gehören sicherlich unabdingbar zur artgerechten Tierhaltung und erhöhen ihre Lebensqualität. Allgemein gilt, nach Wellnitz‘ Aussage, „Anleitung entspannt die Hunde. Die Führungsrolle muss der Mensch übernehmen. Der Hund ist damit überfordert.“ Wer sich für einen der Hunde interessiert, bekommt die Gelegenheit, mit ihm spazieren zu gehen. So kann ausprobiert werden, wie Mensch und Hund zueinander passen. Für die Entscheidung können sich Interessierte die angemessene Zeit nehmen.

Die Tierpflegestation Ochtmannien befindet sich an der Straße In der Heide 5. Eine telefonische Kontaktaufnahme unter 0 42 52 / 91 39 59 (Anrufbeantworter) ist erwünscht. Alternativ gibt die Internetseite des Vereins Tierwork unter Schirmherrschaft von Alida Gundlach Auskunft: www.tierwork.de/zuhause-gesucht. Die richtige Rufnummer lautet 01 72 / 4 43 73 07. Die Vermittlung der Hunde erfolgt in Kooperation.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+