Theater Süstedt

Villa der Geliebten wird zum Gasthaus

Wenn die Villa der Geliebten zum Gasthaus wird. Am 19. Januar steht die Premiere für die plattdeutsche Komödie „Hotel Sanddorn“ von Arnold Preuß in ihrem Terminplan.
11.01.2019, 18:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Rita Behrens

Süstedt. Alle Vorbereitungen der Süstedter Theatergruppe laufen auf ihren ersten Höhepunkt des Jahres 2019 zu. Am 19. Januar steht die Premiere für die plattdeutsche Komödie „Hotel Sanddorn“ von Arnold Preuß in ihrem Terminplan. Der niederdeutsche Dreiakter, dem Pierre Chesnots Drama zugrunde liegt, wird im Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen uraufgeführt. Das Thema des Verwirrspiels verdeutlicht sich plakativ in einem der Sprechakte: „Hüttodoogs is'n Siedensprung al langen nich mehr dat, wat he fröher mol weer“.

Harald Stellmann spielt mit viel Verve die Rolle des in mancherlei Hinsicht einfallsreichen Filmregisseurs Jan-Hauke Matthiesen. Als für ihn Gefahr im Verzuge ist, funktioniert er kurzerhand die Villa seiner Geliebten zum Hotel in Binz um. Des Weiteren überzeugen Claudia Grafe alias Merle Hansen, die als Gegenspielerin zur Ehefrau des treulosen Sympathieträgers agiert, und Marika Schrader als Sibylle Matthiesen während der Probe. Wie ein Besuch dieser in der Woche vor der Erstaufführung offenbart, zeigt sich die Spielfreude bei allen Akteuren, wie es auch Schrader im weiteren Gespräch bestätigt. Zu den Süstedtern gehört sie seit zirka zehn Jahren und kann auf eine Vielzahl an Rollen zurückblicken. Ein erfrischendes Engagement und Rollenbewusstsein sind an diesem Abend bei allen Darstellerinnen und Darstellern deutlich ersichtlich.

Sie werden empathisch und professionell von ihrem Regisseur Sven Böhm angeleitet. Wie Jörg Neddermann erklärt, profitiere die Laienspielgruppe seit sieben Jahren von Böhms mehrjährigen Erfahrungen als Schauspieler am Weyher Theater. Die Qualität der eigenen Aufführungen habe deshalb kontinuierlich zugenommen. Rückblickend sei 2018 mit der Komödie „Sluuderkraam in't Treppenhuus“ („Tratsch im Treppenhaus“, allgemein bekannt durch das Ohnsorg-Theater) sehr erfolgreich gewesen.

Seit mehr als 35 Jahren existiert die Theatersparte des TSV Süstedt. Sie startete 1983 mit dem Lustspiel „Revolutschon in Rixdörp“. Deren Gründung ist namentlich auf die beiden Mitglieder des aktuellen Ensembles zurückzuführen: Harald Stellmann, der bisher in jeder Saison spielte, und Jörg Neddermann, ebenfalls sehr häufig im Einsatz. 2014 wurde ihr Spielort an den Marktplatz des Luftkurortes verlegt. Zuvor fanden die Vorführungen im Gasthaus „Zur Hasenburg“ direkt in Süstedt statt, dessen Gastwirt Jan Schmidt sich der ursprünglichen Theater-Idee anschloss.

In jedem Jahr wird mit viel Freude ein neues Stück eingeübt, das jeweils in den ersten drei Monaten an neun bis zehn Terminen vor heimischem Publikum aufgeführt wird. Die Proben beginnen turnusgemäß im November und werden nach der Dezember-Pause im neuen Jahr wieder aufgenommen. In den vergangenen Jahren wählten Harald Stellmann, Nicole Rehmstedt und Sven Böhm sowie Jörg Neddermann die Werke aus, die sich adäquat mit den gegebenen Möglichkeiten umsetzen lassen. Vorteilhaft ist, dass es zurzeit keine Nachwuchssorgen gibt. In dieser Saison sind fünf Spielfreudige hinzugekommen. So konnten die aktuellen Rollen der Hochzeitsreisenden aus der Schweiz (Katharina Mewes und Hanno Schweers) und die eines Liebespaares (Mariela Brauer, Hauke Dankleff) angemessen besetzt werden. Weiterhin tritt Johann Mewes ebenso erstmalig auf.

Außer den schauspielerisch Aktiven arbeiten einige Unterstützer „hinter der Bühne“. Sie sind für das Bühnenbild, die Requisite oder die Maske, die Technik sowie die Garderobe zuständig. Mehr als 20 Personen tragen gemeinsam die Verantwortung für die Einhaltung des Zeitplans und die Aufführungen. Selbstverständlich darf die Unterstützung seitens der Souffleuse nicht fehlen.

Das Publikum wird sich an dem Bühnenstück mit heiterem Inhalt und den zu erwarteten Verwicklungen in zügiger Abfolge sicherlich erfreuen. Ein kulinarisches sowie musikalisches Rahmenprogramm sollen den Genuss erweitern. Für den Premierenabend sind zusätzlich ein DJ und Musik angekündigt worden. Der Vorverkauf läuft. Sogar für die zweite Januar-Vorstellung „Theater und Musik“ am 25.01. gibt es noch Karten. Mittwochs können diese im Gasthaus zwischen 19 und 20 Uhr erworben oder unter 0 42 40 / 15 61 bei Helga Zierath bestellt werden. Bis einschließlich Anfang März sind neun weitere Aufführungstermine avisiert.

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