Heike Mumm

Von der Meeresbiologin zur Yogalehrerin

Tief eintauchen, das hat Heike Mumm bei ihrem ersten Beruf schon getan. Sie war Meersbiologin. Seit 2011 arbeitet sie aber auch als Yoga-Lehrerin und geht dann nicht tief ins Wasser, sondern in sich.
17.05.2020, 17:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Rita Behrens

Süstedt. Die beruflichen, privaten und ehrenamtlichen Aktivitäten der Meeresbiologin und Yogalehrerin Heike Mumm fügen sich wie in einem Kaleidoskop variantenreich zusammen. Ihre positiv entwickelte Grundhaltung beschreibt sie selbst als „freundliche Gelassenheit, sich selbst und der Umwelt – den umgebenden Menschen – gegenüber“. Ein tiefgehendes Interesse an der Natur und am Leben erweitern diese.

In Schleswig-Holstein, im kleinen Büdelsdorf, ist die Biologin aufgewachsen, zwischen Wiesen und Feldern. Diese boten viel genutzte Spiel- und Freiräume. Das Erklettern der Bäume ist eine ihrer schönsten Erinnerungen. So wünschte sie sich für ihre beiden Kinder gleichsam ein unbeschwertes Erleben der freien Natur. Seit 2005 lebt sie mit ihrem Ehemann und den Söhnen in Süstedt. Innerhalb ihrer Familie wird auf Plattdeutsch kommuniziert. Der eigenhändig s-förmig angelegte Teich im Garten, in dem Molche, Frösche und Köcherfliegen beheimatet sind, zeugt von ihrer Freude an der Natur. Mit ihrem Engagement im Lions-Club Syke-Hunte-Weser erfüllt sie ihr Anliegen, „etwas für andere und die Gesellschaft zu tun“.

Heike Mumm studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Zoologie. Meeresbiologie und Limnologie wählte sie hinzu. Schon als Schülerin begeisterte sie das weitreichende Wissen ihres Biologie-Lehrers. Ihr eigener Berufswunsch nahm Kontur an, als in dem damals beliebten Fernseh-Quiz „Was bin ich?“ ein Limnologe in beeindruckender Weise sein Tätigkeitsfeld vorstellte.

Für ihre Diplomarbeit forschte sie als Taucherin in der Ostsee. Die Unterwasserstation in der Kieler Bucht lag auf dem Stollergrund. Übrigens trägt das weithin sichtbare Boot an der Süstedter Dorfstraße denselben Namen. Für die Neu-Süstedterin war das „gleich ein bisschen Heimat“. Als Doktorandin beim Max-Planck-Institut in Plön lag ihrer Forschung die Frage zugrunde: „Wie kann man Seen klarer machen?“ Zur Untersuchung von potenzieller Nahrungskettensteuerung arbeitete sie kurz nach der Wende mit Wissenschaftlern aus Brandenburg zusammen.

Später engagierte sie sich bei Projekten zum Natur- und Umweltschutz, als Planumsetzerin („ein Traumjob“) beziehungsweise Geschäftsführerin. Zwischenzeitlich wirkte sie im wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderung mit, überdies tauchte sie in Frankreich für ein Labor. Ihre Aufgaben habe sie immer mit Hingabe erfüllt, gibt die 56-Jährige preis. Weiterhin bleibe sie dankbar, so vielfältig involviert gewesen zu sein. Gleichwohl besteht noch der Traum, „eine Weile in Neuseeland zu leben und zu arbeiten“. Biologie sei jedoch ein schwieriges Fach, wenn es um berufliche Perspektiven gehe. Es gebe nur sehr wenige ausgeschriebene Stellen. Bremen oder Bremerhaven seien jetzt für sie die nächstgelegenen Orte. Schon allein die Fahrtzeiten erschwerten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So bot sich für sie „Selbständigkeit als Lösung“ an.

Seither arbeitet sie als wissenschaftliche Lektorin im Homeoffice, zurzeit für ein pharmazeutisches Unternehmen. In dessen Auftrag editiert sie unter anderem Broschüren für Ärzte, Hebammen und über kindgerechte Medikamente. Die Erfahrung zuhause, ohne direkte soziale Kontakte zu arbeiten, gehört zu ihrem Arbeitsalltag – nicht erst seit Corona-Zeiten. Doch inzwischen möchte sie räumlich ausweichen können, sich in „Coworking Spaces“ einmieten. In ländlichen Gebieten sei das aber nicht ohne weiteres möglich. Denkbar wäre für sie in diesem Rahmen auch die Nutzung von Räumlichkeiten für ihr zweites Berufsfeld: Yoga und Stressbewältigung.

Die promovierte Biologin wird durch „die Erkenntnis, dass es mehr gibt als den Körper und das, was im Kopf vorgeht“ motiviert. „Ich vermittle, was ich selber tue.“ Mit diesem Credo beschreibt Heike Mumm ihre beruflichen Ambitionen als Yogalehrerin seit 2011. In gleicher Weise gilt dies für die Bereiche Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) und Search Inside Yourself (SIY).

Welchen Stellenwert Achtsamkeit im Leben der zertifizierten Lehrerin einnimmt, belegen allein schon diese Qualifikationen. So ließe sich die „eigene innere Haltung bemerken, auch eigene Muster“, führt sie aus. Größere Offenheit stelle sich ein, mehr Details oder Chancen seien wahrnehmbar. Die Entwicklung mentaler Fähigkeiten führe zur „Mega-Erkenntnis“, davon ist sie überzeugt. Stress, Ängste, deprimierte Stimmungen, Ärger und Wut könnten hierdurch abgebaut werden. Sehr gerne unterstützte sie das Personal des Sulinger Hospiz im vorigen Jahr ehrenamtlich mit einem adäquaten SIY-Kurs. Des Weiteren bietet sie als Übungsleiterin des TSV Süstedt regelmäßig einen Yoga-Kurs an. Unter dem Label „mumm-at-work“ formiert sich obendrein ein breitgefächertes Angebot, das zurzeit aber aufgrund der Corona-Regelungen ausgesetzt ist. Ein Yoga-Kurs läuft online und ein Audio-Kontakt über das Smartphone für MBSR-Teilnehmende. Interessierte können sich direkt über die E-Mailadresse info@yoga-stressbewaeltigung.de oder die Telefonnummer 0 42 40 / 93 27 38 informieren.

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