Fehsenfeldsche Mühle Der HVV verleiht Flügel

An der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld wurde am Wochenende gearbeitet. Das Kulturdenkmal erhielt neue Windbretter.
27.04.2021, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Barbara Stadler

Martfeld. Imposant ist sie, die 28 Meter hohe Fehsenfeldsche Mühle in Martfeld. Wenn man den unteren Raum betritt, stehen Tische und Stühle aufgereiht. Sie warten auf Gäste. Klettert man durch mehrere Etagen die vielen Stufen nach oben, sieht man selbst als Laie, wie gut die Mühle in Schuss ist. Das verdankt sie dem Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der 1976 den Erhalt der Mühle in die Hand nahm. Eine große Restaurierung erfolgte 1991. Hierfür brauchte es ein paar freiwillige Helfer, die sich um den Erhalt der Mühle kümmern. So auch am Wochenende bei rauem Wind.

Dietmar Eils ist der Verantwortliche für die Arbeitsgemeinschaft (AG) Mühlentechnik, er ist der Bauleiter auf der luftigen Baustelle, denn die Windbretter werden erneuert. Windbretter sind Teile der Flügel, die in der Fachsprache auch Rute genannt werden, wie der Initiator Eils erklärt. Die Feldrute zeigt aufs Feld und die Hausrute auf das Haus.

Das Martfelder Kulturdenkmal ist eine sehr moderne Mühle, denn sie hat eine Windrose. Deren Aufgabe es ist, bei Windrichtungsänderung über eine Kette und ein Getriebe die Mühlenkappe „in den Wind“ zu drehen. Ebenso hat sie Jalousieflügel. Hier wird die Flügelfläche durch die Jalousienklappen gebildet. Sie können senkrecht zum Wind gestellt werden. Nach dem Ende der Arbeit werden sie wieder waagerecht gestellt, sodass der Wind ungebremst hindurchwehen kann.

Die neuen Windbretter des Kulturdenkmals sind aus Lärchenholz, womit sie langlebiger sein können als die alten aus Kiefernholz, die immerhin auch schon 30 Jahre gehalten haben. Ausgebaut wurden die Windbretter schon im vergangenen Jahr, in diesem Jahr bearbeitete sie ein Tischler. Er hat die Bretter als Rohmaterial bekommen. Sie wurden besäumt, auf Maß geschnitten, von einem Vier-Seiten-Hobel gehobelt, die Kanten gebrochen, wieder angeraut, dreimal lackiert und geschliffen. Verkeilt worden sind die Flügel schon am Tag zuvor, jetzt gilt es, die Bretter anzubringen.

Ein Hubfahrzeug bringt Windbretter und Handwerker auf die Galerie und die Windbretter werden eingesetzt. Insgesamt acht helfende Hände sind hier am Werk – und das bei kräftigem und frischem Wind. „Sie passen perfekt“, versichert der tatkräftige Eils. Der gelernte Bauschlosser zeigt stolz und mit viel Humor die vielen und interessanten Details, die eine Mühle hat, die obendrein auch noch ungewöhnliche Namen haben wie „Hundszunge“ - „Hunstung“ auf Platt - und „Schetose“.

Die Mühle ist zwar betriebsfähig, wird aber nicht mehr zum Mahlen genutzt. Man kann hier jedoch, wie Dieter Eils es vor Jahren machte, eine Ausbildung zum freiwilligen Müller absolvieren - über die Volkshochschule und die Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen. Die AG Mühlentechnik würde sich über freiwillige Helfer sowie Spenden sehr freuen, um das Kulturdenkmal zu erhalten.

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