Flurbereinigung Hustedt

"Es ist im Sinne aller"

2019 ist die Flurbereinigung für Hustedt eingeleitet worden. Jetzt beginnen die ersten Wegebauarbeiten. Die können sich bis 2023 hinziehen.
08.06.2021, 15:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian
"Es ist im Sinne aller"

Die Flurbereinigung in Hustedt ist gestartet: Bürgermeisterin Marlies Plate (von links), Bau-Ingenieur Jürn Köper, Karl-Heinz Schütte, Joachim Masemann und Heiner Pleuß begutachteten die ersten Straßenbauarbeiten.

Micha Bustian

Martfeld-Hustedt. Name? Nicht nötig. Der Weg, der in Hustedt die Straßen Moorheide, Auf der Heide und Kleemißweg verbindet, scheint nicht breit genug für eine eigene Benennung. An der Länge kann's auf jeden Fall nicht liegen. Seit Donnerstag wird dort gebaut. Der Trasse zwischen Moorheide und Auf der Heide wurde die Asphaltdecke entnommen. Nur noch Sand liegt dort jetzt. Es sind die ersten Wegebauarbeiten in der Flurbereinigung Hustedt.

Martfelds Bürgermeisterin Marlies Plate (Die Grünen) ist "total froh", dass es nun endlich losgeht mit der Umsetzung. "Es ist im Sinne aller, dass etwas geschieht", sagt sie. "Die Gemeinde muss nur einen kleinen Eigenanteil tragen, wir können nur zufrieden sein." Bis hierhin sei alles super gelaufen, "ich kenne da ganz andere Verfahren".

Bereits im Jahre 2019 sei das Flurbereinigungsverfahren für Hustedt eingeleitet worden, blickt Karl-Heinz Schütte vom Verband der Teilnehmergemeinschaften (VTG) in Sulingen zurück. Dass es seine Zeit bis zum Baustart am Donnerstag gedauert hat, mag auch an der komplexen Organisation liegen (siehe Text unten). 

Auch Karl-Heinz Schütte ist "froh, dass es jetzt losgeht" mit Teil eins der Wegearbeiten. Bereits im August 2020 habe der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft den Beschluss zur Herstellung der ersten Wege gefasst, die Plangenehmigung erteilte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) im Januar 2021. 6,5 Kilometer Wege (siehe Karte) sollen insgesamt in Asphaltbauweise, als Betonspurbahn und Schotterweg hergestellt werden.

Die Bauarbeiten dort, die ersten seit 1967, wurden von den Verantwortlichen in zwei Abschnitte eingeteilt. Zuerst kümmert sich die Baufirma Koldewei um die Straßen Moorheide, Auf der Heide und den Verbindungsweg nach Neu Holtum (Landkreis Verden). Kosten insgesamt: etwa 930.000 Euro. Das Geld kommt vornehmlich von der Europäischen Union (EU), die für ihre Großzügigkeit mit einem Schild vor Ort belohnt wird. Auch der Bund und das Land Niedersachsen tragen zur Gesamtsumme bei. 14,3 Prozent davon zahlt die Gemeinde Martfeld, 10,7 Prozent kommen von den Grundstückseigentümern. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den ersten Bauabschnitt Mitte September abschließen können", erzählt Karl-Heinz Schütte. 

Teil zwei der Bauarbeiten betrifft die südwestliche Ecke von Hustedt, angrenzend an Martfeld. Heidkampsweg und Kriegermoor werden erst 2022 angepackt, lässt Karl-Heinz Schütte wissen, eventuell wird auch noch im Jahre 2023 gebaut, "das ist auch abhängig davon, ob an den Windkraftanlagen dort noch etwas gemacht werden muss". Die Gesamtkosten des Verfahrens betragen 1,8 Millionen Euro.

Die Gesamtfinanzierung steht. "Wir hoffen, dass wir in diesem Rahmen bleiben", erklärt Karl-Heinz Schütte, der von Joachim Masemann unterbrochen wird. "Wir sind jetzt schon ein Stückchen drüber", mahnt der Vorsitzende der Hustedter Trägergemeinschaft. Das könne an den zurzeit steigenden Kosten für Baumaterial liegen, vermutet Bau-Ingenieur Jürn Köper von der VTG. Wo auch immer die Mehrkosten herkommen: "Wenn wir den finanziellen Rahmen nicht einhalten können, müssen wir uns Gedanken machen, wo wir weiteres Geld auftreiben", so Schütte. "Wenn's auf dem Ruder läuft, müssen wir eine Versammlung einberufen. Aber davon gehe ich nicht aus."

Wovon in der Tat ausgegangen werden muss, sind Verkehrsbehinderungen. "Wir haben die Arbeit extra in zwei Abschnitte eingeteilt, um den Verkehrsfluss einigermaßen aufrecht erhalten zu können", sagt Jürn Köper. Doch diese Unwägbarkeiten sind tragbar, findet Joachim Masemann. Denn: Die Flurbereinigung sei "auf jeden Fall ein Gewinn".

Zur Sache

Flurbereinigung - die Zuständigkeiten

In Niedersachsen sind die Ämter für regionale Landesentwicklung (ArL) für die Flurbereinigung zuständig, die für den Landkreis Diepholz zuständige Behörde sitzt in Sulingen. Träger des Verfahrens ist eine eigens dafür gegründete Teilnehmergemeinschaft, Vorsitzender in Hustedt ist Joachim Masemann. Er und seine Mitstreiter sind dafür zuständig, die Gelder einzutreiben und verantwortlich für den Ausbau. Die Teilnehmergemeinschaft ist dafür dem Verband der Teilnehmergemeinschaften beigetreten, der sich um die Ausführung der Bauarbeiten kümmert, die wiederum von der Baufirma Koldewei aus Schwaförden erledigt werden.

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