Schwimmbad-Chronik

Das Buch zum Bad

Der Startschuss für ein Schwimmbad in Martfeld fiel 1969 mit einem Beschluss des Ortrates. Der Förderverein hat anlässlich der 50-jährigen Geschichte eine Chronik zum Bad veröffentlicht. Noch gibt es Exemplare.
20.12.2020, 17:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch

Martfeld. Fehlt noch ein kleines Geschenk für Freunde, Nachbarn oder einen Menschen, der Weihnachten bedacht werden soll? Wie wäre es mit etwas Regionalem, „Martfelderischen“? Elke Bracht vom Förderverein Hallenbad hat da etwas in petto: Die Chronik zur 50-jährigen Geschichte des örtlichen Schwimmbads. Bei der Jahreshauptversammlung im Februar wurde das 93 Seiten starke Buch mit Fotos, die Bernd Kunze auswählte, vorgestellt. Interessierte sollten sich sputen: Ein paar Exemplare gibt es noch zu kaufen.

Den Text verfasste Harald Bösche, gebürtig aus Martfeld-Loge und bekannt als ein Mann, der sich gern auf Spurensuche in der Geschichte begibt. Es wunderte ihn allerdings, wie ausgerechnet er sich zum Hallenbad äußern sollte, obwohl er es nie von innen gesehen hatte. „Du kanntest ja auch die Grafen von Hoya nicht und hast doch über sie geschrieben“, wurde sein Argument dazumal vom Tisch gewischt. Bösche gab sich bei dieser Aussage geschlagen und begann zu recherchieren.

Mehr als 500 Stunden Arbeit

Er suchte im Archiv der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen nach Unterlagen, durchforstete Berichte, die im Laufe der Jahre in der örtlichen Presse erschienen. Er sprach mit Politikern und Zeitzeugen. Bösche fand heraus, dass der Startschuss durch den Rat der Gemeinde Martfeld am 19. Dezember 1969 fiel. Die Verantwortlichen beschlossen den Bau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken als beheiztes Hallenbad. Auf Hindernisse, die sich immer wieder aufgetürmt hatten, bevor der Bau dann in Angriff genommen werden konnte und es auch weiterhin über viele Jahrzehnte immer wieder Frust und Ärger gab, stieß Bösche in mehr als 500 Stunden akribischer Arbeit zu seiner Recherche. Zum Schluss konnte er schildern, welche Stürme und Flauten das Bad erlebte. Immer wieder kam es zu Rückschlägen und oft genug zu Drohungen, es zu schließen. Manch einer wird sich an das Auf und Ab im Lauf der Jahrzehnte erinnern – und wer nicht, der kann es nun in der Chronik noch einmal in Ruhe nachlesen. Besonders ist: Harald Bösche lehnte ab, für seine Mühen bezahlt zu werden. „Ich möchte kein Honorar haben“, sagte er. „Die Gemeinde Martfeld hat einmal für ein Jahr das Schulgeld am Verdener Domgymnasium für mich gezahlt. So kann ich mit der Arbeit an dieser Chronik meine 'Schuld' begleichen.“

Halber Mitgliedsbeitrag

Als Käufer wiederum zollt man Bösche einerseits Dank und spült andererseits ein bisschen Geld in die Kasse des Fördervereins. Erfreulich ist beim Gespräch mit Elke Bracht zu erfahren: „Der Vorstand des Fördervereins hat für das Jahr 2020 beschlossen, aufgrund der Einschränkungen durch Corona nur die Hälfte des Mitgliedsbeitrags einzuziehen.“ Der unermüdliche tätige Einsatz der Mitglieder ermöglicht es Wasserfreunden, sich hoffentlich 2021 wieder ohne Angst vor den Schrecken der Pandemie ins Nass stürzen können. Wann das aber wieder möglich sein wird, bleibt abzuwarten. „Für einen kleinen Ort auf dem Lande gehören wir Dörfler mit dem Bad zu den Privilegierten“, drückte es Bürgermeisterin Marlies Plate bei der Jahreshauptversammlung aus. Und sie gehört zur Gruppe der Frühschwimmer, die dieses Privileg genießen. Zu kaufen gibt es die Chronik für 5 Euro in Martfeld in der Stern-Apotheke an der Alten Bremer Straße 1, der Filiale der Kreissparkasse Syke an der Hauptstraße 22, der Volksbank, Hauptstraße 5, oder bei Elke Bracht. Sie ist unter der folgenden Telefonnummer erreichbar: 0 42 55 / 14 12.

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