Gepflegte Diskussionskultur Kommentar: Argumente statt Gefühle

In der jüngsten Sitzung des Martfelder Rats mangelte es manchen Teilnehmern der Einwohnerfragestunde an Diskussionskompetenzen, findet unsere Autorin.
15.10.2021, 17:57
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Kommentar: Argumente statt Gefühle
Von Ivonne Wolfgramm

Gefühle und gefühlte Meinungen nehmen in Diskussionen oft einen großen Raum ein. Das war auch am Donnerstagabend auf der Sitzung des Martfelder Rates zu beobachten. Über 40 Einwohner kommen als Zuschauer zur Sitzung, um über die Sperrung der Heidstraße und der Straße In der Heide zu sprechen. Für manche Bürger ist dieser Schritt schon längst überfällig, andere Anwohner können mit dieser Entscheidung der Verwaltung nicht leben. Es ist mehr als in Ordnung, verschiedener Meinung zu sein. Davon lebt das Miteinander, davon lebt die Kommunalpolitik.

Diskutieren ist eine Kunst. Den eigenen Standpunkt mit Argumenten vertreten, nicht mit Gefühlen. Mit dieser Devise taten sich einige Martfelder sehr schwer. Mal wurden die Redenden unterbrochen, mal wurden die Beiträge mit abwertenden Bemerkungen kommentiert. Mit gepflegter Diskussionskultur, wie man sie von erwachsenen Menschen erwarten könnte, hatte dies wenig zu tun. Einwohnerfragestunden sind dafür auch der falsche Raum, dienen sie doch dazu, Fragen an den Rat zu stellen und Bürgerbeteiligung zu fördern. Daher wäre es wünschenswert gewesen, wenn sich der Ratsvorsitz hier mehr als Moderator hervorgetan hätte und auch die überengagierten Diskutierenden zurechtgewiesen hätte.

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