Kommunalwahl "Miteinander schnacken"

Am 12. September wird gewählt. Eine von vielen Fragen: Wer wird Bürgermeister in Martfeld? Michael Albers von der SPD ist ein möglicher Kandidat. Er setzt auf Kommunikation.
07.09.2021, 14:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian

Martfeld. "Besser miteinander schnacken als übereinander reden." Das ist das Motto von Michael Albers. Der SPD-Politiker ist stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Martfeld und wäre damit ein potenzieller Nachfolger von Marlies Plate (Die Grünen), die für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung steht (wir berichteten). Doch auch die Unabhängige Liste Martfeld stellt einen Bürgermeisterkandidaten: Torsten Tobeck. Am 12. September ist Kommunalwahl. Dann entscheidet sich, wer Plate nachfolgt: Albers, Tobeck oder jemand anderes.

"Besser miteinander schnacken als übereinander reden." Das gilt auf für den Martfelder Gemeinderat, findet Michael Albers. Er will die Stimmung im Gremium verbessern. Und das, obwohl er zugibt: "Wir haben fast jede Entscheidung einstimmig oder mit einer Riesenmehrheit getroffen." Überhaupt findet der 55-Jährige die Zusammensetzung des Rates gut wie sie ist. Keine Partei hat eine absolute Mehrheit, auch keine Koalition oder Gruppe. "Wir haben wechselnde Mehrheiten, je nach Thema." Das gefällt Albers. "Ich bin gegen eine große Liste, weil dann nur diese Liste etwas zu sagen hat. Ich hoffe nicht, dass es eine absolute Mehrheit gibt. denn es kann nicht sein, dass eine Partei gewisse Themen alleine für sich proklamiert."

Michael Albers ist bereits seit 25 Jahren politisch aktiv, seit 25 Jahren stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Martfeld. Er strebt nicht nur das Amt des Martfelder Bürgermeisters an, er will die Interessen seines Dorfes auch im Samtgemeinderat und im Kreistag vertreten. Dafür will er die Bevölkerung mehr in die Entscheidungsfindung einbeziehen. Heißt für ihn: mehr öffentliche Sitzungen. Und auch die Dorf-Zeitschrift "Martfeld Live" könnte öfter erscheinen als drei-, viermal im Jahr. Albers will die Bürger informieren und dann eine öffentliche Diskussion. Als Beispiel nennt er das Thema Ortsmittelpunkt samt Edeka-Markt: "Da haben wir die Bevölkerung nicht mitgenommen." Das hält er für grundlegend falsch. "Es geht nicht nur ums Ergebnis, sondern auch um den Weg dorthin. Wären wir geschlossener, würden wir auch mehr Bürgernähe hinkriegen." Das gelte nicht nur für den Rat, sondern auch für die SPD-Fraktion: "Wir müssen enger zusammenstehen, sonst erreichen wir gar nichts."

Ampel im Ortszentrum

Und Michael Albers will einiges erreichen. "Ein wichtiger Punkt" ist für ihn eine Ampel am Supermarkt im Ortszentrum. "Es kommt häufig Rückmeldung aus den Baugebieten, dass man dort schwer über die Straße kommt." Ebenso seien einige Straßen schlecht für Rollatoren. 

Nächstes Thema: Kinderbetreuung. "Noch eine Gruppe zusätzlich" wünscht sich der Diplom-Psychologe und hofft in diesem Punkt auf eine gute Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde. Ihm ist klar, dass es ein ewiges Wachstum in diesem Bereich nicht geben kann. "Das ist ein Balancespiel", findet Michael Albers. "Wer nicht wächst, geht unter."

Herzensthema Hausarzt

Wirklich am Herzen liegt ihm die ärztliche Versorgung in Martfeld. "In fünf, sechs Jahren dreht unser Hausarzt den Schlüssel um." Seit Jahren trage er dieses Thema in den Gemeinderat. "Wir müssen uns jetzt kümmern", fordert der Vater zweier Kinder. "Ein Hausarzt ist ein Standortfaktor. So wie eine Grundschule oder ein Kindergarten." Aber: "Ohne Geld und Gespräche wird das nichts."

Auch Privatinitiativen will Michael Albers mehr fördern und nennt als Beispiel die Büdelretter. Reichlich zu tun. Doch das alles ist nicht in Albers Kopf alleine entstanden. "Das Programm haben wir als Gruppe entwickelt", schwärmt der Bürgermeisterkandidat. Sechs von neun SPD-Ratsaspiranten seien neu in der Politik, "und alle haben richtig Lust auf den Rat. Ich bin wirklich begeistert."

So, wie von seinem Lebensmittelpunkt. "Martfeld ist eigentlich ein tolles Dorf", schwärmt Michael Albers. Er lobt die gute Infrastruktur, freut sich über aktive Vereine und nennt dabei den Heimat- und Verschönerungsverein, die Ortsfeuerwehr und die Gemeinschaft der Selbstständigen. "Die Kompetenz der Vereine müssen wir besser nutzen, wir müssen sie mehr beteiligen."

"Uns geht's um die Menschen", sagt Michael Albers abschließend. Kommunalpolitik werde nicht über das Parteibuch gemacht. Die Kindertagesstätte in Kleinenborstel beispielsweise "hat mit Parteipolitik nichts zu tun". Er weiß, dass er nicht alle Wünsche der Bevölkerung erfüllen kann, "und ich sage auch, wenn das nicht geht". Denn er folgt seinem Motto: "Besser miteinander schnacken als übereinander reden."

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