Motorrad-Aktionstag Kaffee statt Knöllchen

Mit den steigenden Temperaturen zieht es auch Motorradfahrer wieder auf die Straßen. Das nahm die Polizei zum Anlass für einen Aktionstag bei dem für mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit geworben wurde.
15.05.2022, 17:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Jürgen Juschkat/ju

Unter dem Motto „Kaffee (und Kirche) statt Knöllchen“ veranstalteten Lena Bavendiek und Anika Wrede von den Präventionsteams für Verkehrssicherheit der Polizeiinspektionen Diepholz und Verden/Osterholz einen Motorrad-Aktionstag. In Martfeld trafen sich dazu am Sonntag kreisübergreifend Motorradfahrer und Fachleute für die Verkehrssicherheit. Daran nahmen laut Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing knapp 600 Biker teil. Prävention und Aufklärung standen im Vordergrund. Deshalb gab es beim Event auf dem Gelände von Stevens Bistro auch entsprechende Angebote. „Das Wetter spielt super mit“, freute sich Gissing über die Resonanz.

Denn, wie bei der Veranstaltung in Kooperation mit der Landesverkehrswacht und den Landkreisen herausgestellt wurde: Motorradfahrer haben keine Knautschzone. Sie sind deshalb im Straßenverkehr besonderen Gefahren ausgesetzt, auch wenn sie bei Unfällen keine Schuld daran tragen. „Wir beschäftigen uns täglich mit der Verkehrssicherheit“, erklärte Lena Bavendiek. „Angesprochen sind dabei alle Altersgruppen und Verkehrsteilnehmer. Hier und heute können wir auf die Motorradfahrer zurückgreifen“, ergänzte Anika Wrede aus dem Landkreis Verden.

So wurde am Stand der Achimer Polizei-Kontaktbeamtin Katja Brammer ein Fahrsicherheitstraining verlost. Wer der Aussage „Das wollte ich schon immer mal machen“, die auf einem Plakat zu diesem Thema zu lesen war, beistimmen konnte, hatte Gelegenheit, nun eines zu gewinnen. Und: „Wer bei dieser Verlosung kein Glück hat, kann eine vergünstigte Karte für 88 statt 99 Euro bekommen“, betonte Wolfgang Rehling von der Landesverkehrswacht.

Nicht nur diejenigen, die kein Motorrad besitzen, nutzten den aus Bielefeld ausgeliehenen Fahrsimulator – einstellbar auf Automatik oder Schaltung. Auch die anderen Gäste setzten sich schon mal stilvoll vor den Bildschirm. Der ehemalige Polizeibeamte Rehling erhielt dabei Unterstützung von Thomas Lübbert aus Wagenfeld. Er zeigte unter anderem Erwin Wohlking, wie ein Motorrad auf dem Anhänger für die Urlaubsreise richtig befestigt wird oder wie es ganz und gar nicht verzurrt werden sollte.

Beim Stand des ADAC ging es um technische Beratung und um Tipps für den Gebrauchtkauf beziehungsweise die Helmanschaffung. Aufgeblasen wurde eine Airbag-Weste speziell für Kradfahrer und -Fahrerinnen. „Die wurde vom ADAC 2020 getestet“, versicherte Lübbert.

Die Ortsfeuerwehr Martfeld hatte das Tanklöschfahrzeug 3000 mitgebracht und zeigte mit dem schweren 13-Tonner gemeinsam mit der Polizei, was ein „toter Winkel“ ist. „Und was ein Lastwagenfahrer tatsächlich im Rückspiegel sieht“, fügte Ortsbrandmeister Uwe Staack hinzu.

Die Lärmbelästigung durch Motorrad-Fahrer und -Fahrerinnen brachten Gemeindevertreter ins Gespräch. „Wir haben nichts gegen Motorradfahrer, solange sie vernünftig fahren“, versicherten sie unisono. Rennig Söffker und Marlies Plate vom Martfelder Rat sowie Hendrik Klee vom Schwarmer Rat und Harald Bormann als Anwohner hatten dazu eine alte Kreidler Florett mitgebracht. „Im Vorjahr haben wir gezählt. Alle 15 Sekunden fährt sonntags ein Motorrad vorbei“, berichtete Söffker. „Wir haben nichts dagegen, wenn sie untertourig fahren“, sagte Bormann.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war vertreten durch die Kreisverbände Verden und Diepholz: Mirco Guy, Verdener Bereitschaftsleiter, stellte unter anderem mit seinem Team ein Quad aus, das zuvor die Kolonne der Kirchgänger begleitet hatte. Den Auftakt der Veranstaltung hatte nämlich ein Motorrad-Gottesdienst mit Pastorin Cathrin Schley in der Maria-Magdalena-Kirche in Thedinghausen gebildet. Da war auch der Syker Kontaktbeamte Dierk Westermann mit seiner NSU-Quick, Baujahr 1953, vertreten und ließ sein Krad bestaunen. Schollys Motorradladen aus Kirchlinteln präsentierte an diesem Tag ein grasgrünes Spyder-Modell für satte 24.551 Euro, doch es wurden auch ganz andere Motorräder begutachtet. Zum Beispiel, wenn der Nebenmann seine Maschine besonders herausgeputzt hatte.

„In der Frühjahrszeit muss man immer damit rechnen, dass gezielte Mess-Stationen aufgebaut werden, die vom Landkreis gestellt werden. Die Polizei misst und hält gegebenenfalls die Fahrer an. Das ist sehr zeitintensiv“, wies Gissing auf eine Notwendigkeit hin. Doch an diesem Tag gab es statt Knöllchen erst mal unter anderem Kaffee und Kuchen.

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