2,0 in der Gesellenprüfung Mette Fricke besteht Prüfung zur Anlagenmechanikerin als Kammerbeste

Die Kammersieger 2021 stehen fest. Fünf von ihnen kommen aus dem Landkreis Diepholz; Lauritz Küpker, Mette Maria Fricke und Vincent Reddigau haben in der Region ihre Handwerkslehre abgeschlossen.
26.10.2021, 16:31
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Mette Fricke besteht Prüfung zur Anlagenmechanikerin als Kammerbeste
Von Ivonne Wolfgramm

Schwarme. Wasser- und Luftversorgungssysteme installieren, Waschbecken, Duschkabinen oder sonstige Sanitäranlagen einbauen und natürlich diese auch anschließen – es gibt viele Bereiche, für die Anlagenmechaniker tätig sind. Dabei ist dieses Handwerk keinesfalls nur ein Männerberuf. Das sah Mette Maria Fricke aus Bücken auch so und schlug diesen Berufsweg ein. Mit Erfolg, denn die 20-Jährige ist die beste Gesellin ihrer Zunft in der Handwerkskammer Hannover.

Die Information, dass sie alle anderen angehenden Anlagenmechaniker mit ihrer Leistung übertroffen hat, kam ganz unspektakulär per Post. Im Umschlag war auch die offizielle Einladung zur Ehrungsfeier, doch hatte Fricke keine Zeit, daran teilzunehmen. Das heißt aber nicht, dass sie sich nicht weniger über ihre Leistung freut: "Ich habe damit nicht gerechnet", gibt sie offen zu.

Ihre Ausbildung hat sie bei Wortmann Haustechnik in Schwarme absolviert. "Dort war ich das erste Mädchen, dass eine Ausbildung zur Anlagentechnikerin begonnen hat", erinnert sich Fricke, die dort im Vorfeld auch ein zweiwöchiges Schulpraktikum absolvierte. Dass sie sich als Frau für diesen Beruf entscheidet, war im Betrieb kein Problem. Auch in der Berufsschule fühlte sie sich unter ihren, überwiegend männlichen, Mitschülern gut aufgehoben. "Man stellt sich darauf ein, das einzige Mädchen zu sein. Für mich war das total in Ordnung und mit den Jungs habe ich mich immer gut verstanden", beschreibt Fricke ihre Erfahrung. Natürlich habe es den ein oder anderen Spruch gegeben, "doch da muss man drüber stehen und auch mal kontern."

Dass sich die junge Frau nach ihrem Abitur für eine Handwerkslehre entscheidet, war mitunter auch eine familienbedingte Entscheidung. Ihr Vater führt selbst einen Betrieb, ihre Brüder sind auch im Handwerk tätig. "Das ist so ein Ding in unserer Familie." Die Skepsis kam von einigen Mitschülern kurz vor dem Schulabschluss. "Für viele hat das nicht zusammengepasst, Abitur und Handwerkslehre", sagt Fricke. Sie findet diese Einstellung aber falsch. Handwerk und eine hohe Schulbildung passen sehr gut zusammen, wie die junge Gesellin aus erster Hand weiß.

Ihr Ausbildungsbetrieb Wortmann hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es die Möglichkeit eines trialen Studiums gibt. In 4,5 Jahren lassen sich durch diese Form des Studiums gleich drei Abschlüsse absolvieren: der Gesellenbrief, der Meisterbrief und ein Bachelor-Abschluss. Für Mette Fricke war das die optimale Lösung.

So war ihre Lehre nicht nur von den Stunden im Betrieb und der Berufsschule geprägt, sondern auch von den berufsbegleitenden Lehrveranstaltungen des Teilzeitstudiums. "Es ist schon ein knackiges Programm", erinnert sich die 20-Jährige an die Zeit. "Aber das wird vor dem Studium deutlich kommuniziert. Es ist also keine Überraschung."

Den ersten ihrer drei Abschlüsse hat Fricke schon in der Tasche. Als nächstes bereitet sich die junge Frau auf den Meisterbrief vor, mit dem sie am 1. November beginnt. Daneben arbeitet sie ganz normal in ihrem Beruf weiter, allerdings nicht mehr in ihrem Lehrbetrieb, wie sie sagt: "Vor der Meisterschule wollte ich noch was anderes kennenlernen. Das war mir wichtig."

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