Vortrag Hotel für die Wesen der Nacht

Wo schlafen eigentlich Fledermäuse und Eulen? Na klar, im Schwarmer Trafoturm an der Straße Im Fleut. Manfred Schulte vom Nabu stellt diese Symbiose am 19. Februar in Robberts Huus vor.
12.02.2020, 17:43
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Hotel für die Wesen der Nacht
Von Micha Bustian

Schwarme. Bruchhausen-Vilsen lebt als Luftkurort auch vom Tourismus. Entsprechend gibt es natürlich auch Hotels für Gäste. Eins davon steht in Schwarme, eins der ganz speziellen Art. Denn: Dort übernachten keine Touristen, dort wohnen Vögel und Fledermäuse. Von diesem besonderen Hotel, dem Trafoturm an der Straße Im Fleut, berichtet am Mittwoch, 19. Februar, ab 19 Uhr Manfred Schulte vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland) Weyhe. Ort des Geschehens ist Robberts Huus, Hoyaer Straße 2 in Schwarme.

Im Herbst 2019 wurde der Schwarmer Trafoturm „Im Fleut“ von Mitgliedern der Umweltgruppe aus dem Heimat- Umwelt- und Kulturverein Schwarme weiter in Richtung Vogelhotel ausgebaut. Wie Hans-Jürgen Suling, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Eule mitteilt, wurden dafür im oberen Bereich passende Einflugbereiche für Fledermäuse und Eulen hergerichtet. Bei den Arbeiten sei intensiv darüber diskutiert worden, wie denn die Lebensbereiche dieser nachtaktiven Flieger aussehen. Und schon bald sei man sich einig gewesen, doch einen Experten zu suchen, der dieses Thema genauer erklären kann.

Die Suche führte schnell zur Nabu-Gruppe Weyhe. Dort beschäftigt sich Alfred Schulte mit diesen heimlichen Bewohnern von Gärten und Dörfern. Der Spezialist für Fledermausschutz und Fledermauskästen bestätigte die Anfrage und wird in diesem Vortrag zur aktuellen Lage von Fledermäusen und Eulen detailliert über ihre Lebensweise berichten. Darüber hinaus gibt er Einblicke in die Probleme, denen die Fledermäuse und Eulen in unserer heutigen Umwelt ausgesetzt sind. Hans-Jürgen Suling weiter: „Wir erfahren, wie diese Flieger leben, jagen, ihre Jungen großziehen und was wir tun können, um ihnen zu helfen.“

Mehr als 1200 Fledermausarten leben laut Nabu-Angaben auf der Welt. Die Mehrzahl findet sich allerdings in den tropisch-warmen Klimazonen. In Deutschland sind es 25 Arten. Fledermäuse sind gesetzlich geschützt. Manche schlafen sich mit teilweise nur einem Herzschlag pro Minute durch den Winter, manche fliegen in bis zu 1000 Kilometer entfernte Winterquartiere. Sie nutzen ihre Quartiere über Generationen, solange die benötigten Bedingungen vorhanden sind. Und um eben diese geht es bei Manfred Schultes Vortrag.

Es geht darum, den Fledermäusen gesicherte oder verbesserte Lebensräume zu schaffen, damit sie genügend Nahrung, Sommer- und Winterquartiere vorfinden und auch in Generationen noch bei uns sein werden. „Sind sind sie erst einmal weg, kommen sie nicht so schnell wieder“, weiß Hans-Jürgen Suling zu berichten. Ohne geeignete Maßnahmenwürden sich die Lebensräume immer weiter verschlechtern, da durch die industrielle Landwirtschaft, Verschwinden von Streuobstwiesen, Heckenstrukturen, Tümpeln und Kleinstbiotopen das Insektenvorkommen nicht mehr lange ausreichen würden. Auch Bauarbeiten und Forstwirtschaft sorgen dafür, dass immer weniger Sommerquartiere für die Fledermäuse erhalten bleiben.

Es gibt aber auch positive Nachrichten aus dem Schwarmer Trafoturm: Seit dem Ausbau im Herbst liegen am Boden des Gebäudes viele Gewölle und Ausscheidungen. Schon zur Jahreswende hat eine Schleiereule die Einfluglöcher im Turm entdeckt und wohnt nun dort. Dabei war das Innenleben noch nicht ganz fertig und die Restarbeiten für das Frühjahr geplant. Auf Anregung von Alfred Schulte wurde dies jedoch in einer Januaraktion eilig nachgeholt, damit die Schleiereule hoffentlich bald eine neue Brut hochziehen wird. Ein passender Brutkasten steht ihr jetzt jedenfalls zur Verfügung.

Am 19. Februar wird Alfred Schulte versuchen, die Faszination für die nächtlichen Flieger noch ein wenig zu erhöhen. Alle Interessierten sind eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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