Schwarmer Kulturverein Eule Kein echtes Heimspiel für die Sinfonietta

Es war nicht ganz einfach für den Schwarmer Kulturverein Eule, sein Programm herauszubringen. Personelle Umbesetzungen sorgten für Unruhe. Doch jetzt kann es losgehen.
31.08.2018, 09:35
Lesedauer: 2 Min
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Kein echtes Heimspiel für die Sinfonietta
Von Micha Bustian

Schwarme. Das neue Programm des Schwarmer Kulturvereins Eule steht. Und das war gar nicht so einfach. "Bei uns musste einiges umstrukturiert werden", seufzt der Eule-Vorsitzende Hermann Schröder. Günther Bode und seine Frau hatten sich nach Göttingen verabschiedet, zwei Eckpfeiler des Vereins. Und auch die Internetseite sollte ein neues Gesicht bekommen. Viel Arbeit also. Doch nun ist sie getan, das Halbjahresprogramm liegt aus.

Heinz-Jürgen Suling und Karl-Heinz Raupach hatten mit angepackt. Und das Programm auch gemeinsam mit dem Vorstand verändert. Weniger Musik ist beispielsweise drin. "Jedes Gasthaus bucht heutzutage Bands. Der Konkurrenzdruck ist dadurch enorm", findet Hermann Schröder. Zumal hinter dem einen oder anderen Veranstalter noch Geldinstitute mit geöffneter Schatulle stehen würden. "Deswegen haben wir die Anzahl der Konzerte gedrosselt."

Und beispielsweise dafür einen Vortrag eingebaut. Der hat ein Thema, dass viele Menschen schlicht und einfach ignorieren: den Klimawandel. Christian Melsheimer wird ihn am Freitag, 14. September, ab 20 Uhr in Robberts Huus, Hoyaer Straße 2 in Schwarme, halten. Der Mann ist Wissenschaftler am Institut für Umweltphysik der Universität Bremen und beschäftigt sich mit der Beobachtung der Polargebiete via Satellit. Er sagt: "Der Klimawandel ist real." In Schwarme zeigt er auf, welche Konsequenzen das Abschmelzen des Meereseises für Mitteleuropa haben könnte. Der Eintritt ist frei.

Christian Melsheimer ist ein vielseitiger Mensch. Er weiß auch als Musiker zu überzeugen. Wie Susanne Shehata spielt er Bratsche bei der Sinfonietta Aller-Weser und probt – na? – in Robberts Huus. Zu einem echten Heimspiel wird es am Sonntag, 30. September, allerdings nicht kommen. "Wir als Orchester füllen Robberts Huus alleine", sagt Shehata. Kein Platz also für Zuschauer. Da das Musizieren ohne Besucher aber langweilig ist, zieht die Sinfonietta um in die Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen. Nicht zum ersten Mal übrigens. Ab 16 Uhr werden Werke der französischen Komponisten Georges Bizet, Gabriel Foré, Maurice Ravel und Claude Debussy gespielt. Mit Einführung von Carsten Dehning-Busse. Kosten: 15 Euro.

Und dann kommt wieder etwas Neues. Zumindest für Schwarme. Rudelsingen. Da dieser Name allerdings geschützt ist, heißt das, was am Sonnabend, 15. September, ab 20 Uhr in Robberts Huss abgehen wird, "Eulen heulen". "Zwei Stunden Spaß", will Uwe Jöstingmeier mit möglichst vielen Mitsängern haben. "Bei 140 schließen wir die Tür zu." Es gebe keinen Keyboarder und keinen Vorsänger, sondern einen Beamer für die Texte und einen Computer samt Boxen für die Musik. Auch hier ist der Eintritt frei.

Auch bei Tammie Norrie kann am Sonnabend, 27. Oktober ab 19 Uhr mitgesungen werden. Irische und schottische Folklore eignet sich dazu auch recht gut. Tammie Norrie heißt Papageitaucher. Dahinter stehen zwei Herren und zwei Damen aus Achim und Verden, die sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen haben. Das Quartett spiele traditionelle Instrumentalstücke, teils mit neuen Texten, sagt Elke Brückner. "Das klingt sehr schön." Aber auch Pub-Songs gehören zum Repertoire der vier Papageitaucher. Eintritt: zwölf Euro.

"Lieder für eine abgrundtiefe Stimme" gibt es am Sonnabend, 10. November, ab 19 Uhr in Robberts Huus zu hören. Dann kommt Gabriele Banko und singt – begleitet von Johannes Grundhoff am Klavier – Stücke von Hildegard Knef und Alexandra. Kostenpunkt hier: zwölf Euro.

Und dann müssen sich die Schwarmer doch noch einmal an einen anderen Ort bewegen, wenn sie heimische Kultur erleben wollen. Am Freitag, 16. November, gibt es die Gelegenheit, den in Schwarme gedrehten Krimi "Der Schatz von Schwarme" zu sehen. Allerdings ein paar Kilometerchen entfernt, auf dem Erbhof in Thedinghausen. Für sechs Euro flackern viele alte Bekannte über die Leinwand.

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