Filmpremiere

Gemeinschaftswerk auf Leinwand

Der Schwarmer Kulturverein Eule hat am Sonnabend den Film „Das Leben der Corina Krose“ erstmals gezeigt. Vorher sorgte das Trio Loco mit Caféhausmusik für gute Stimmung.
12.07.2020, 16:35
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Von Rita Behrens
Gemeinschaftswerk auf Leinwand

Endlich wieder Kino: Der Kulturverein Eule hatte zur Filmpremiere von "Das Leben von Corina Krose. Leben in Schwarme mit Corona" geladen.

Vasil Dinev

Schwarme. Summertime – und das Leben gewinnt an Leichtigkeit! Der wärmste Monat des Jahres sollte der Juli sein. Eigentlich lädt er geradezu ein, kulturelle Open-Air-Events zu organisieren. In diesem Sommer nehmen sie einen noch höheren Stellenwert ein als sonst. Das Wetter musste also mitspielen, als am Sonnabend die Film-Premiere „Das Leben der Corina Krose. Schwarme in Zeiten von Corona“ in der Außenanlage von Robberts Huus anstand. Hermann Schröder vom Kulturverein Eule sorgte hier im Vorfeld unterstützt von weiteren Aktiven für einen angemessenen Rahmen.

So setzte das Bremer Trio Loco der witterungsbedingten Abendkühle zunächst schwungvoll charmante Caféhaus-Musik aus aller Welt entgegen. Karin Christoph mit ihrer Violine oder als Akkordeonistin und Reinhard Röhrs am Kontrabass oder auch als Gitarrist boten weitgehend bekannte Melodien. So durften etwa Astor Piazzollas „Libertango“ oder laut Ansage ein Walzer aus Paris „Dans les Yeux de Dolores“ nicht fehlen. Die Erklärung, dass sich das Duo als Trio bezeichnen kann, glückte mit Hilfe von Filmmusik („Der dritte Mann“). So unterhielten und erfreuten sie die anwesenden Gäste gleichsam mit einem harmonisch abgestimmten Programm. Zudem standen ein Grill und Getränke bereit, die das Angebot abrundeten.

Letztlich lief jedoch alles auf den ursprünglichen Anlass und abschließenden Höhepunkt der Veranstaltung zu: auf die Premiere des 25-minütigen Kurzfilms. Sobald sich das letzte Sonnenlicht in die Nacht verabschiedet hatte und hierbei die Wolkendecke hilfreich zur Seite stand, konnte die Vorführung beginnen. Beim Publikum verstärkte sich die gute Laune infolge der erwarteten humorig-ulkigen Handlung. Wiedererkennungswerte waren vorprogrammiert. Denn gleichsam dokumentarisch, aber doch lustig oder skurril erschienen vielerlei Szenen. Sie spiegelten die erst vor kurzem abgespielte Realität wider. Wer sollte nicht das bizarre Verhalten mancher Konsumenten wiedererkennen, das zu Hamsterkäufen im Einzelhandel führte? Auch verwunderte nicht, dass die plötzlich als systemrelevant anerkannte Kassiererin, Corina Krose alias Daniela Franzen, es offenbar schnell lernte, mit dieser Situation umzugehen.

Primär ist der Film ein Resultat erfolgreicher Teamarbeit, insbesondere seitens des engagierten Basis-Organisators Hermann Schröder und des Künstler-Duos Daniela Franzen und Marcello Monaco als professionelle Gestalter sowie des Filmtechnikers Ralf Schauwacker. Mit Hilfe einer Drohne ermöglichte dieser sogar die filmische Ansicht Schwarmes aus der Vogelperspektive. Daneben übernahm Tina Badenhop die Funktion der Erzählerin, wie zur Verdeutlichung des Charakters Corina Krose. Produktiv unterstützt wurden sie von einer Vielzahl ortsansässiger Schwarmer. Entweder übernahmen sie verschiedene Rollen, leisteten vielseitige Überzeugungsarbeit oder brachten sich anderweitig organisatorisch ein. So gelang es eindrücklich, den sozialen – vielleicht nur kurzfristigen – Wandel infolge von Covid-19 filmisch darzustellen.

Manche der Anwesenden konnten sich in ihrer Rolle jetzt als Zuschauende selbst begutachten oder distanziert die gesamte Aktion bewerten. Corina und Mario Edel äußerten sich über das „tolle Ergebnis“ voller Begeisterung: „Schön, dass so etwas in Schwarme gemacht wird.“ Es sei eine „tolle Zeit“ gewesen. Auch das Mitwirken in den Rollen als rauchende Arbeitskollegin der namensgleichen Protagonistin Corina (!) oder als Toilettenpapierkäufer habe beiden „sehr viel Spaß“ gemacht. Ebenso bekundeten die jugendlichen Rollenträger Jonas Hillmann-Apmann und Torben Markwart ihre Freude am Mitspielen. Für alle Anwesenden war es ein besonderes Ereignis, hier den zu Corona-Zeiten Ende Mai gedrehten Film erstmals öffentlich zu zeigen. Weitere Vorführungen des Werks stehen in Aussicht.

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