Rat Schwarme Osterfeuer, die Dritte

Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen will die Zahl der Osterfeuer begrenzen. Nur wie? Das Rat Schwarme zeigte sich da konstruktiv.
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Osterfeuer, die Dritte
Von Micha Bustian

Schwarme. Da ist noch nicht einmal Weihnachten und in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen dreht es sich schon um die Osterfeuer. Und das, obwohl die Brauchtumsveranstaltungen im kommenden Jahr wegen des Coronavirus kaum stattfinden dürften. Dennoch hat die Verwaltung im Auftrag des Samtgemeinderates eine Verordnung erstellt, die unter anderem vorsieht, die Anzahl der Feuer zu begrenzen (wir berichteten). Das ist in Asendorf gescheitert und im Flecken Bruchhausen-Vilsen auch nicht gut angekommen. Anders in Schwarme: Hier sprach sich der Gemeinderat am Dienstagabend sehr wohl dafür aus, dem Klimaschutzgedanken der Samtgemeinde zu folgen. Dann aber sollte es aber auch gerecht zugehen.

Denn beim Bemühen, die Anzahl der Feuer einzuschränken, hatte die Verwaltung auf die Ortschaften der einzelnen Gemeinden geschielt. Das wären im Flecken Bruchhausen-Vilsen elf, in Asendorf acht, in Martfeld drei – und in Schwarme eine. Eine Ortschaft, zwei Feuer – eins am Sonnabend, eins am Sonntag. Zu wenig, da waren sich Ratsherren und -damen einig. Auch dazu gab es einen Vorschlag: zwei Feuer pro Ortsteil. Zwei Feuer für Spraken, zwei Feuer für Heide, zwei Feuer für Dorf.

Dieser Vorschlag kam von Frank Tecklenborg (SPD), in Personalunion auch Ortsbrandmeister und damit ohnehin mit den Osterfeuern vertraut. Er sah Handlungsbedarf, denn „viele Feuer sind einfach nur Abfallentsorgung, da muss etwas passieren“. Damit meinte er aber auch Alternativen zu den Osterfeuern. Denn: „Wenn wir die Anzahl der Feuer reduzieren, müssen wir ein Angebot machen, wie der Schnitt entsorgt werden kann.“ Und auch dafür hatte der Sozialdemokrat bereits eine Idee parat: das Engagement eines mobilen Schredders. Für vier bis fünf Termine im Jahr plädierte Tecklenborg, kostenlos für die Schwarmer Bürger.

Auch Hermann Schröder (UWS) sprach von „Schein-Brauchtumsfeuern“ und davon, die „Zahl der Feuer zu reduzieren“. Sein Wunsch wäre es, die Feuer tatsächlich an ein Brauchtum zu knüpfen. Aber: Aufgrund der Klimaerwärmung sei es zurzeit ja Wunsch der Regierung, dass viel gepflanzt würde, „und die Pflanzen müssen dann ja auch gepflegt werden“. Heißt: Es wird weiterhin Grünschnitt geben. „Und wenn in Schwarme nur ein Osterfeuer angeboten würde, wäre der Haufen höher als die Turnhalle.“ Was tun also? Auch Schröder plädierte für den mobilen Schredder, allerdings über eine Zusammenarbeit mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG). Und in noch einem Punkt waren sich Frank Tecklenborg und Hermann Schröder einig: Ein einziges Osterfeuer für Schwarme „wäre eine Katastrophe“.

Torsten Tobeck (UWS) war der Meinung „17 Osterfeuer in Schwarme haben mit Brauchtum nichts zu tun“. Ute Behrmann (UWS) beklagte einen Wildwuchs an Osterfeuern, votierte allerdings dafür, die Entscheidung über die Anzahl der Feuer den Gemeinden zu überlassen. Eine Reduzierung der Feuer sei sinnvoll, „aber nur eins ist unmöglich“. Klaus Masemann (UWS) schlug vor, das Schreddern in den Ortsteilen zusammenzulegen. „Dann wird es günstiger, das könnten dann auch die Privatleute selbst bezahlen.“

Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann wies noch einmal darauf hin, dass die Verordnung rechtssicher sein müsse. Im Zweifelsfall, sollte also keine Einigkeit über die Verteilung der Brauchtumsfeuer erreicht werden, „gibt es keine andere Möglichkeit als das Losverfahren“. Obwohl er das nicht für das richtige Instrument hält. Gut also, dass der Faktor Zeit kein Problem sein dürfte. Denn niemand im Saal des Gasthauses Zur Post war der Meinung, dass das Coronavirus bis Anfang April eine Zusammenkunft am wärmenden Osterfeuer erlaubt.

Einen weiteren Tagesordnungspunkt gab es noch: die Ernennung der Gemeindewahlleitung. Einstimmig sprach sich der Schwarmer Rat für Cattrin Siemers aus, ihr Stellvertreter wird Volker Kammann.

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