Kulturverein Eule Zurück zu den Wurzeln

Weniger Kultur, mehr Informationen - mit diesem Rezept geht der Schwarmer Kulturverein Eule in die neue Saison. Gesungen und Theater gespielt wird allerdings trotzdem.
08.01.2019, 10:24
Lesedauer: 4 Min
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Von Dominik Albrecht

Schwarme. Mit seinem neuen Programm möchte der Heimat-, Umwelt- und Kulturverein (Eule) Schwarme zurück zu den Wurzeln. Heißt: mehr Vorträge und in den Bereich Bildung, weniger Musikveranstaltungen. „In den 20 Jahren, die wir das nun machen, sind viele andere Locations entstanden, die etwas ähnliches machen. Dadurch ist das Publikum schon gesättigt“, begründet Hermann Schröder. Da der Verein aber seine finanzielle Unabhängigkeit bewahren möchte, folgt nun der Wandel zu Altbekanntem.

Den Reigen eröffnen wird der Vortrag „Power To Gas“ am Freitag, 11. Januar. Ab 19 Uhr spricht Manfred Bielefeld über eine Technik, mit der durch Windkraftanlagen gesammelte Energie in Gas umgewandelt wird. Letzteres wiederum lässt sich dann in Speichern „lagern“, bis es bei Bedarf wieder eingespeist werden kann. „Energie ist ein Thema, das nie richtig gepusht wird, weil die Großen das nicht wollen“, findet Heinz-Jürgen Suling, der die Verantwortung bei den Kommunen sieht. Zustande kam der Besuch Manfred Bielefelds, weil im vergangenen Halbjahr bereits über das Thema Klimawandel berichtet wurde. „Die Veranstaltung war erfreulich gut besucht. Auch Manfred Bielefeld war da und hatte vorgeschlagen, über den Stand der erneuerbaren Energien zu sprechen“, erklärt Suling.

Ebenfalls aus dem Vortrag über den Klimawandel entsprungen ist „Das Land der aufgehenden Sonne“ von Uwe Severins. Der Schwarmer hat seinen Ruhestand genutzt, um vor knapp drei Jahren alleine per Pedal 2400 Kilometer von Tokio nach Okinawa zu reisen. Mit Bildern können sich Interessierte am 13. Januar ab 15 Uhr einen kleinen Einblick über Severins' Trip machen. „Er wird uns aber auch in die Geschichte Japans einführen“, ergänzt Hermann Schröder. Auch Uwe Severins' Frau Motoko soll bei der Veranstaltung eine Rolle spielen. In welcher Form, soll aber eine Überraschung werden. Der Vortrag kostet inklusive Kaffee und Kuchen zehn Euro. Als im März 1954 mit „Ich suchte den Gangster-Chef“ in Band 68 der Reihe „Bastei-Kriminalromane“ der erste Jerry-Cotton-Krimi erschien, begann die Erfolgsgeschichte einer der bekanntesten Kriminalserien der Welt. Bis heute beträgt die Gesamtauflage der Jerry-Cotton-Reihe rund 850 Millionen Exemplare. Einer der ehemaligen Autoren: Horst Friedrichs aus Schwarme. „Er hat aber auch Texte für 'Liebling Kreuzberg' und andere Dinge als Ghostwriter geschrieben“, weiß Hermann Schröder. Am 8. Februar berichtet Friedrichs ab 19 Uhr in Robberts Huus über sein Lebenswerk, das unter anderem aus 740 Romanen und Übersetzungen besteht.

Unter dem Titel „Eule'n heulen“ findet einen Tag später die zweite Ausgabe des Gruppensingens statt. Aus vollen Kehlen soll ab 19 Uhr gemeinschaftlich zu Hits gesungen werden. Die Texte werden per Beamer an die Wand geworfen. Es reicht also, gute Laune mitzubringen, der Rest kommt von alleine. „Das hat beim ersten Mal viel mehr Spaß gemacht, als wir gehofft haben“, gibt Heinz-Jürgen Suling zu. Zudem konnte damit eine Altersgruppe gewonnen werden, die sonst nicht erreicht wurde – die U-40er. Ein zweiter Teil war also die logische Konsequenz. Und die erhoffte, wie Elke Brückner bestätigt: „Ich hatte schon Anfragen bei Facebook, wann das wieder ist.“ Wunschtitel können per E-Mail an eulenheulen@t-online.de geäußert werden. Gleiches Prinzip, anderes Genre: „Eule'n lachen“ am 23. April. Uwe Sudmeyer, Teil des plattdeutschen Theaters, hatte die Idee. „Der Abend richtet sich an alle, die etwas vorführen möchten. Ein Witz oder eine kleine Geschichte“, führt Hermann Schröder aus. Auch Uwe Sudmeyer werde anwesend sein und mit gutem Beispiel voran gehen. Start ist um 19 Uhr. Eine Anmeldung ist bei Sudmeyer telefonisch unter 0 42 55 / 9 83 53 33 möglich.

Für gute Laune und einige Lacher möchten auch die Uhlenspeelers sorgen. Die plattdeutsche Theatergruppe führt am 9., 10., 16., 17. und 23. März das Stück „Jümmer Ärger mit Wotan“ auf. Darin begleiten Besucher die Antiquitätenhändlerin und Pferdeliebhaberin Clara Epsen, die mit ihrem Kaltblüter Wotan alleine auf einem Hof lebt. „Dann bekommt sie Besuch von Vertretern eines Großkonzerns, die ihren Hof kaufen und daraus ein Golf- und Wellness-Center machen wollen“, erklärt Wilfried Brückner, Leiter der Theatergruppe. Carla Epsen muss sich gegen allerlei Tricks erwehren. Gut, dass Wotan ohnehin eine Abneigung gegen Männer verspürt und sich zu wehren weiß. „Man kann davon ausgehen, dass alle Aufführungen wieder ausverkauft sein werden“, sagt Hermann Schröder und rät zur flotten Ticketbeschaffung. Diese kann direkt bei Wilfried Brückner unter der Nummer 0 42 58 / 12 54 erfolgen. Sitzplätze gibt es für acht (Sonnabendsvorstellung) und zwölf Euro (Sonntagsvorstellung mit Kaffee und Kuchen).

Die letzte Veranstaltung des Halbjahresprogramms findet sich nicht im Juni, sondern bereits im Mai. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Sommermonate hinsichtlich der Besucherzahlen schwierig sind“, erklärt Hermann Schröder. Das soll Interessierte aber nicht davon abhalten, sich ab 19 Uhr mit der Musikkapelle Spaßandas an Musik aus den Bereichen Americana, lateinamerikanischer Musik, Pop und Eigenkompositionen zu erfreuen. Einlass wird nach einer Zahlung von zwölf Euro Wegegeld gewährt.

Der Flyer mit weiteren Veranstaltungen liegt in Robberts Huus aus und kann demnächst auch auf www.eule-ev.de eingesehen werden. Karten für die Veranstaltungen, bei denen ein Eintrittsgeld erhoben wird, können bei Hermann Schröder reserviert werden – Telefon: 0 42 58 / 2 84.

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