Absage Stuhrer Gewerbeschau 2022 fällt aus

Der 15. Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt fällt aus. Die Anmeldezahlen seien zu gering gewesen, berichtet Lars Gudat, erster Vorsitzender der Brinkumer Interessengemeinschaft.
02.03.2022, 10:29
Lesedauer: 3 Min
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Stuhrer Gewerbeschau 2022 fällt aus
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Der 15. Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt, der eigentlich vom 22. bis 24. April auf dem Schützenplatz an der Bassumer Straße in Brinkum stattfinden sollte, fällt aus. Die Entscheidung sei nach "kontroversen Diskussionen" gefallen, berichtet Lars Gudat, erster Vorsitzender der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big), die gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) die Veranstaltung traditionell organisiert. "Trotz anstehender Corona-Lockerungen war die Anmeldequote aus Sicht der Veranstalter nicht ausreichend", sagt Gudat zur Begründung.

Die Organisatoren hätten sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht", so Gudat weiter. "Es gab Argumente dafür, dass wir es durchziehen, aber auch Argumente dagegen", berichtet der Big-Vorsitzende aus der Diskussion. Trotz der massiven Werbung in den vergangenen Wochen hätten sich aber einfach zu wenig Aussteller angemeldet. Während bei der vergangenen Auflage der Gewerbeschau im Jahr 2019 noch rund 130 Aussteller teilgenommen hatten, brach die Zahl der Anmeldungen in diesem Jahr ein. "Für dieses Jahr gab es bisher lediglich 80 Anmeldungen. Im Außenbereich waren lediglich 40 Prozent der Stände gebucht", so Gudat weiter.

"Wir haben nicht die Menge erreicht, die wir brauchen", sagt der Big-Vorsitzende auch mit Blick auf die Finanzierung der Veranstaltung. Die Kosten, die die Organisation eines solchen Events für den Verein bedeuten, seien "nicht unerheblich". Dazu gehören unter anderem die Finanzierung der Zelte oder auch die Kosten für die Elektrik oder die Bewachung, zählt Gudat einige Faktoren auf. "Am Ende mussten wir die Reißleine ziehen", sagt er und weiter: "Wir bedauern die Entscheidung sehr und bitten um Verständnis."

Die Entscheidung zur Absage musste laut Gudat jetzt getroffen werden. "Es war der letztmögliche Zeitpunkt", sagt er. Einige Firmen wären sonst umsonst in die Planungen für ihren Stand bei der Schau eingestiegen. Auch mögliche kurzfristige Anmeldungen in den kommenden Wochen hätten nicht mehr gereicht.

Die Rückmeldungen aus den Stuhrer Firmen zur Absage der Gewerbeschau, aber auch die Gründe für Unternehmen, keinen Stand vor Ort zu buchen, seien durchaus unterschiedlich. "Es war eine Gemengelage", berichtet Lars Gudat. Nur wenige Firmen hätten mit der wahrscheinlichen Maskenpflicht gehadert, andere hätten derzeit genug zu tun. "Einige haben sich aber auch gefreut, sich wieder präsentieren zu können", sagt der Big-Vorsitzende. Daher sei der Ausfalls "sehr ärgerlich".

Auch der Isu-Vorsitzende Volker Twachtmann bedauert die Absage. "Es wäre toll gewesen, wieder eine Gewerbeschau zu haben", sagt er. Die Entscheidung, die Schau aufgrund der geringen Anmeldezahlen abzusagen, könne er aber nachvollziehen. "Wir wissen als Veranstalter des Weihnachtsmarktes, wie viel Arbeit darin steckt", sagt Twachtmann. Zuletzt hatte die Isu die beliebte Veranstaltung rund um das Stuhrer Rathaus selbst aufgrund der Corona-Pandemie absagen müssen – und diese Entscheidungen jeweils auch frühzeitig getroffen. "Die Schau hätte dem Standort Stuhr sicherlich gutgetan", findet Twachtmann auch mit Blick auf die veranstaltungsarme Zeit der vergangenen Monate.

"Ich finde es einfach schade. Wir hatten uns schon darauf gefreut nach der letzten Zeit ohne Veranstaltungen", sagt auch Stuhrs Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung zur Absage der Gewerbeschau. Auch die Stuhrer Gemeindeverwaltung selbst hätte einen Stand bei der Schau gehabt. "Wir waren mit Volldampf dabei, uns vorzubereiten", berichtet Wimmelmeier. Über mögliche Gründe, warum nicht genügend Aussteller für die Schau zusammengekommen sind, möchte der Wirtschaftsförderer ungern spekulieren. Er bekomme aber mit, dass gerade Betriebe aus dem Handwerk und dem Bauhauptgewerbe aktuell volle Auftragsbücher haben. Da könnten die Prioritäten aktuell anders liegen, vermutet Wimmelmeier.

Den alten Rhythmus für die Stuhrer Gewerbeschau, die normalerweise alle drei Jahre stattfindet, will die Big nun brechen. Im kommenden Jahr soll ein neuer Anlauf gestartet werden, kündigt der Vorsitzende Lars Gudat an. Das stößt auf Zustimmung bei Twachtmann und Wimmelmeier. "Wir sollten die Leistungsschau der Stuhrer Unternehmen zeitnah nachholen", sagt Twachtmann. Er hätte sich über eine Verlegung auf einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr gefreut, erklärt er weiter. Aber auch diese Entscheidung der Veranstalter könne er verstehen. "Jetzt warten wir ein Jahr und gehen dann mit Vollgas ran", sagt Twachtmann, der auch darauf hofft, dass der Stuhrer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wieder stattfinden kann. "Ich hoffe, dass die Gewerbeschau im nächsten Jahr stattfinden kann. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben", sagt auch Lothar Wimmelmeier. Die Organisatoren würden wie gehabt die "volle Unterstützung" der Gemeinde bekommen.

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