Aktion auf der Skate-Anlage in Moordeich

Ein offenes Ohr für junge Leute

Jugendliche sollen in der Gemeinde Stuhr weiter in den Fokus rücken. Dafür gibt es am Freitag, 17. September, eine erste Aktion auf der Skate-Anlage in Moordeich
15.09.2021, 16:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Ina Ulbricht
Ein offenes Ohr für junge Leute

Die Skate-Anlage in Moordeich soll als Ort für Jugendliche attraktiver werden.

Vasil Dinev

Stuhr-Moordeich. Einen Ort für Jugendliche schaffen – das ist das Ziel der Aktion „Platz nehmen“, die am kommenden Freitag, 17. September, ab 16 Uhr an der Skate-Anlage in Moordeich stattfindet. Organisiert haben das Ganze das Team Jugend der Gemeinde Stuhr um Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleitung Bildung, Jugend und Sport bei der Stuhrer Gemeindeverwaltung, sowie die beiden Stuhrer Streetworker Moritz Jungblut und Julien Jacquot in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendarbeit/Streetwork Niedersachsen Bremen.

Die Aktion findet bereits zum vierten Mal statt: Immer an mehreren Terminen – dieses Mal über den September verteilt – an zentralen Orten und Plätzen in verschiedenen Städten und Landkreisen in Niedersachsen und Bremen. Kennzeichen ist stets ein roter Stuhl, der zum Platz nehmen einladen soll. In Moordeich haben sich die Organisatoren den Titel der Veranstaltung mehr als nur symbolisch zu Herzen genommen und drei Bänke sowie einen Tisch für die Jugendlichen aufgestellt. Diese sollen nun am Freitag bei einer Feier, zu der alle Interessierten eingeladen sind, offiziell eingeweiht werden.

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„Die Idee dazu hatten wir bereits im Frühsommer“, erzählt Ann-Kathrin Dannemann. „Wir wollen, dass Jugendliche in unserer Mitte einen Platz finden können.“ Oftmals gebe es Beschwerden über junge Leute im öffentlichen Raum, ergänzt Moritz Jungblut. Weil sie laut seien und „eben Jugendliche sind“, sagt er. Also habe man sich entschieden, an der Aktion teilzunehmen.

„Die Skate-Anlage war lange ohne Sitzgelegenheiten“, so Jungblut weiter. Deswegen hätten die Jugendlichen auf den Rampen gesessen und sie somit blockiert. Mit den neuen Sitzgelegenheiten soll das nun anders werden. Obwohl die Bänke und der Tisch erst seit wenigen Tagen stehen, haben Moritz Jungblut und seine Kollegen schon positive Erfahrungen gemacht. „Es wird sehr gut angenommen“, freut sich der Streetworker.

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Für die offizielle Einweihung haben die Verantwortlichen einiges geplant. Eingeladen ist unter anderem der Graffiti-Künstler Jesse Himme, der die Anlage zusammen mit den Jugendlichen neu gestalten soll. Außerdem mit dabei: der Skater Ümit Akbulut, der in Delmenhorst eine Skatewerkstatt und einen Shop rund um das Thema betreibt. „Er nimmt die Jugendlichen an die Hand und zeigt ihnen, was man alles auf der Anlage machen kann“, kündigt Jungblut an.

Für Essen und Getränke ist ebenfalls gesorgt. Die beiden Streetworker wollen grillen und bringen Getränke mit. Ziel des Ganzen sei es, dass die Besucher der Aktion ins Gespräch kommen und sich austauschen über Jugendliche im öffentlichen Raum, sodass am Ende mehr Respekt auf beiden Seiten herrsche. „Alle sind willkommen“, betont Jungblut. Dieses Angebot lässt sich auch Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte nicht nehmen. Er will ebenfalls an der Aktion teilnehmen und mit den Gästen ins Gespräch kommen. „Die einzelnen Ortsteile sollen Identifikationsmerkmale für alle Bürger bekommen“, sagt er in diesem Zusammenhang. Man wolle sich stärker entwickeln als in der Vergangenheit, betont er außerdem.

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Hoffen auf eine rege Beteiligung an der Aktion (von links): Ann-Kathrin Dannemann (Gemeindeverwaltung Stuhr), die beiden Stuhrer Streetworker Moritz Jungblut und Julien Jacquot sowie Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte.

Foto: Ina Ulbricht

Somit ist die Aktion in Moordeich nur ein kleiner Teil eines großen Ziels: in der gesamten Gemeinde deutlich mehr Plätze für junge Leute schaffen. Dafür gebe es Ideen für eine BMX-Bahn in Seckenhausen oder die Vergrößerung der Fun-Sport-Anlage in Brinkum. Konkret sei davon allerdings noch nichts, sagt Moritz Jungblut. „Das ist ein Prozess“, erläutert er. Und die Zahlen geben seinen Planungen Recht: „Es gibt 63 Spielplätze in Stuhr“, ergänzt sein Kollege Julien Jacquot. Es sei wichtig, dass Jugendliche auch ihre Plätze bekommen. „Jugendliche gehören in unsere Mitte“, pflichtet ihm Ann-Kathrin Dannemann bei. Schließlich wollen sich auch junge Leute dort aufhalten können, wo sie wohnen.

Der Eintritt zur Feier an der Skate-Anlage an der Pillauer Straße in Moordeich an diesem Freitag, 17. September, ab 16 Uhr ist kostenlos.

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