Aktion „Stuhr räumt auf“

Müllsammeltag als „Corona-Edition“

Im vergangenen Jahr fiel er ganz aus, dieses Jahr plant die Gemeinde den Müllsammeltag als „Corona-Edition“ etwas anders. Bei „Stuhr räumt auf“ geht es dieses Mal auf individuelle Umwelt-Spaziergänge.
02.03.2021, 17:38
Lesedauer: 2 Min
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Müllsammeltag als „Corona-Edition“
Von Esther Nöggerath
Müllsammeltag als „Corona-Edition“

Mehr als 80 Kubikmeter Abfall sind bei der Müllsammelaktion in Stuhr bereits in den vergangenen Jahren zusammengekommen. In diesem Jahr sind statt einer gemeinsamen Aktion an einem Tag individuelle Umwelt-Spaziergänge über einen Zeitraum von fünf Wochen geplant.

Michael Braunschädel

Stuhr. Immer im Frühjahr steht jedes Jahr wieder der Frühjahrsputz an. Nicht nur im eigenen Haushalt, sondern auch draußen in der Natur. Auch die Gemeinde Stuhr lädt jährlich dafür zur Aktion „Stuhr räumt auf“ ein, bereits seit 2016 gibt es den gemeindeweiten Müllsammeltag. Aufgrund der Corona-Krise musste die Veranstaltung im vergangenen Jahr jedoch kurzfristig ausfallen. „Wir hatten eigentlich schon alles geplant“, bedauert Stuhrs Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier. Für dieses Jahr hat sich die Gemeinde nun etwas Neues einfallen lassen, damit trotz der bestehenden Einschränkungen durch die Pandemie die Umwelt von Unrat und Abfällen befreit werden kann.

Während die Gemeinde in den vergangenen Jahren zusammen mit Vereinen, Kirchengemeinden und anderen Organisationen vor Ort die Aktion auf die Beine gestellt hat, sind in diesem Jahr vor allem Privatpersonen gefragt. „Größere Gruppen sind in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich“, sagt Wimmelmeier. Stattdessen sind Familien, Einzelpersonen und Paare dazu aufgerufen, bei sogenannten „Umwelt-Spaziergängen“ durch die Gemeinde Müll aufzusammeln. Anstelle einer konzentrierten Aktion an einem Tag sollen diese dabei über einen deutlich längeren Zeitraum von fünf Wochen möglich sein. Los gehen soll es am Montag, 15. März. Das Ende des Aktionszeitraums ist dann für Freitag, 16. April, vorgesehen.

Der Fokus soll in diesem Jahr dabei vor allem auf die zahlreichen Kleinstabfälle gerichtet werden: Achtlos an den Wegesrand geworfene Abfälle wie Verpackungen, Flaschen, Tüten oder ähnliches können auch problemlos von Einzelpersonen aufgelesen und weggebracht werden. „Alle, die eh zusammen unterwegs sein dürfen, sollen dabei etwas Kleinmüll sammeln“, erklärt der Wirtschaftsförderer. Wer beim Gang durch Wald oder Flur herumliegenden Abfall entdeckt, soll diesen dann einfach mitnehmen und so zeitgleich etwas für die Umwelt tun.

Die entsprechende Ausrüstung dafür wird den Teilnehmern mit auf den Weg gegeben: Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) stellt spezielle Abfallsäcke und in begrenztem Umfang auch Greifzangen zur Verfügung. Die Ausgabe und auch die Abgabe der Müllbeutel werden derzeit noch organisiert. Wie der Ablauf dann genau geplant ist, soll rechtzeitig vor Beginn des Sammelzeitraums in der Zeitung sowie im Internet und auf der Facebook-Seite der Gemeinde Stuhr bekannt gegeben werden. Schon jetzt zeichne es sich laut Verwaltung ab, dass es zahlreiche Ausgabestellen dafür geben wird.

Da jeder Haushalt bei den "Umwelt-Spaziergängen" individuell angesprochen wird, entspricht die Aktion selbst strengeren Corona-Hygienevorschriften. „Wichtig ist uns, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger an die Corona-Regelungen halten. Die Gesundheit steht an erster Stelle", erklärt Bürgermeister Stephan Korte. "Aber trotz dieser Zeiten sollte auch an die Umwelt gedacht werden. Daher ist mit dieser Aktion in der 'Corona-Edition' aus meiner Sicht eine gelungene Alternative zu dem sonst stattfindenden Müllsammeltag gefunden worden."

Die Gemeinde hofft nun auf eine rege Beteiligung wie auch in den anderen Jahren. Denn bei einer immer größer gewordenen Teilnehmerzahl seit 2016 sind dabei schon über 80 Kubikmeter Müll zusammengekommen. „Die Müllsammeltage waren eigentlich immer sehr erfolgreich“, sagt Wimmelmeier. Dabei kamen in den einzelnen Ortsteilen bis zu 50, in einem Ortsteil sogar bis zu 100 Einwohner zusammen, um gemeinsam Abfall aufzulesen. Was allerdings in diesem Jahr wegfällt, ist dabei das Miteinander: „Dieser Gemeinschaftsgedanke, der das sonst auch immer mit trägt, muss leider dieses Mal hinten angestellt werden“, bedauert Wimmelmeier. So etwas wie ein Essen mit allen Teilnehmern im Anschluss an die Aktion sei im Moment eben einfach nicht möglich.

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