Gemeinde Stuhr Anruf-Sammeltaxi vor Fortführung

Der Stuhrer Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Sicherheit hat sich für die Fortführung des Anruf-Sammeltaxis in der Gemeinde ausgesprochen. Das Angebot soll außerdem evaluiert werden.
19.01.2022, 18:15
Lesedauer: 2 Min
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Anruf-Sammeltaxi vor Fortführung
Von Eike Wienbarg

Stuhr. In der Sitzung des Stuhrer Ausschusses für Verkehr, Ordnung und Sicherheit am Dienstagabend ging es auch um die Fortführung des Anruf-Sammeltaxis in der Gemeinde. Das Zusatzangebot zum ÖPNV gibt es seit 1994, Ende August dieses Jahres würde das Angebot auslaufen.

Das Anruf-Sammeltaxi Stuhr (AST) bietet den Stuhrern die Möglichkeit, in einem Zeitfenster mit dem Taxi von einer Haltestelle des AST zu der nächstgelegenen Bushaltestelle oder zum Roland-Center in Bremen zu fahren. Der Preis für die Fahrt wird von der Gemeinde Stuhr kofinanziert, sodass Fahrgäste nur einen Festbetrag unabhängig von der beförderten Strecke zahlen, heißt es von der Gemeindeverwaltung.

Seit der Einführung gab es einige Veränderungen. Gestartet ist das AST mit 130 Haltestellen im Gemeindegebiet und dem Roland-Center in Bremen. Nach der Intensivierung des Busangebots im Gemeindegebiet in 2010 wurde 2011 das AST-Angebot auf 57 Haltestellen reduziert, so die Gemeindeverwaltung weiter. Denn die Haltestellen sollten nicht parallel zu den Buslinien liegen. Im Jahr 2018 wurde dann der Bedienungszeitraum auf montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr verkürzt. 2020 wechselte das Taxiunternehmen, das die Fahrten anbietet.

In den vergangenen Jahren sanken die Nutzungszahlen immer weiter, wie Michaela Schierenbeck von der Stuhrer Gemeindeverwaltung dem Ausschuss mitteilte. Den Tiefpunkt erreichten die Zahlen im Corona-Jahr 2020, in dem 32 Fahrten verzeichnet worden. 2021 stiegen die Zahlen allerdings wieder an und lagen bei 122 Fahrten, so Schierenbeck. Ein Großteil der Fahrten gingen dabei auf einen Nutzer zurück, sagte sie auf Nachfrage von Susanne Cohrs (SPD) nach den Gründen der schwankenden Zahlen. Der Zuschuss für das Angebot belief sich in 2021 auf rund 2000 Euro. Dies sei einer der seltenen Fälle, in denen sich die Gemeinde freue, dass die Kosten steigen. "Das zeigt, dass das Angebot angenommen wird", so Schierenbeck.

Rund 50 Prozent der Nutzer seien im Alter von 60 bis 80 Jahren, 30 Prozent seien zwischen 30 und 60 Jahren sowie 20 Prozent zwischen 18 und 30 Jahren, erläuterte Schierenbeck weiter auf Anfrage von Joachim Döpkens (Besser). Die stärksten Fahrbeziehungen gebe es zwischen Brinkum-Nord und Groß Mackenstedt sowie zwischen Stuhr und dem Roland-Center.

Frauke Koersen (CDU) bezeichnete des AST als "tolles Angebot, für Leute, die ein bisschen ab von den Haltestellen wohnen". Sie sprach aber auch die schlechte Anbindung der Ortschaft Kuhlen an und regte ein Möglichkeit an, auch das Edu-Center in Bremen mit einzubinden. Schierenbeck nannte die Möglichkeit einer Anbindung an die Straßenbahnhaltestelle an der Norderländer Straße. In den kommenden Jahren soll das AST auch im Hinblick auf die Verlängerung der Linie 8 von Bremen über Stuhr nach Weyhe evaluiert werden. Der Ausschuss empfahl sowohl diese Evaluierung als auch die Verlängerung des Angebots einstimmig.

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